Wirecard-Skandal: Verwirrung um Beratungsauftrag – Bundesfinanzministerium „war übergriffig“

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Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat den Abgeordneten des Finanzausschusses am Montagnachmittag ausführlich Rede und Antwort gestanden. Schließlich ist ihr Ressort hierzulande auch für die Bilanzkontrolle fachlich zuständig. Doch offenbar ging so manches Regierungshandeln an Lambrechts Ministerium vorbei und wurde ihr, positiv formuliert: vom befreundeten Bundesfinanzministerium Arbeit abgenommen. Auf die Frage des FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler, ob sie von einem Beratungsvertrag mit der Unternehmensberatungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG) zur Verbesserung der Organisationsstruktur bei der Finanzaufsicht und speziell der Bilanzkontrolle gewusst habe, antwortete Lambrecht mit Nein. Auch auf die Frage, ob sie von der Kündigung etwas später erfahren habe, antwortete sie mit Nein.

Beide Antworten verleiteten den FDP-Politiker Schäffler anschließend zu den Worten: „Das Bundesfinanzministerium war hier wohl etwas übergriffig.“ Schäffler will nun mehr Licht in den ominösen Beratervertrag bringen, der offenbar aufgehoben wurde, bevor die Experten ihre Arbeit überhaupt beginnen konnten. Schäffler will deshalb am morgigen Diensttag, wenn sich der Finanzausschuss weiter mit dem Wirecard-Skandal befasst, nachhaken. Die Bundesregierung scheine zu irrlichtern und wisse nicht so richtig, was die Konsequenzen aus dem Wirecard-Skandal sein sollen. Schäffler: „Die Hintergründe der Kündigung muss BaFin-Präsident Hufeld morgen darlegen.“

Nach Informationen der WirtschaftsWoche hat es einen entsprechenden Vertrag mit BCG gegeben. Zwischengeschaltet war demnach ein Staatsunternehmen, die Partnerschaft Deutschland PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH. Möglicherweise erfolgte die Zwischenschaltung, um eine öffentliche Ausschreibung zu umgehen. Zumindest hätte der Finanzausschuss morgen die Chance, dies ebenfalls zu hinterfragen. Die geplante Einschaltung von BCG hätte eventuell auch aus einem anderen Grund ein Geschmäckle: BaFin-Chef Felix Hufeld war zu Beginn seiner Karriere für mehrere Jahre bei Boston Consulting tätig gewesen.

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