Hedgefonds baut Short-Position auf: Wirecard-Aktie stürzt weiter – Hedgefonds TCI mischt mit

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Sven Simon / imago images

Wirecard: Aktie bleibt Spielball der Spekulanten

Erneut abwärts: Der Kurs des Zahlungsabwicklers Wirecard
Börsen-Chart zeigen hat am Mittwoch ihren Kursrutsch fortgesetzt und ist auf den tiefsten Stand seit neun Monaten gefallen. Am Abend notierte die Aktie nur noch knapp über der Marke von 104 Euro. Anfang Oktober war sie noch 144 Euro wert.
Bereits am Dienstag war die Aktie von Wirecard um rund 7 Prozent auf den niedrigsten Stand seit April gestürzt.

Auslöser der starken Verluste am Dienstag war das Bekanntwerden einer Short-Position. Den Angaben des Bundesanzeigers zufolge hat der britische Hedgefonds TCI Fund Management per 9. Dezember eine Netto-Shortposition von 0,54 Prozent in der Wirecard-Aktie. Mit leer verkauften Aktien versuchen Anleger, von fallenden Aktienkursen zu profitieren. Offenbar steigen nun weitere Hedgefonds mit Short-Positionen in die Wette auf weiter fallende Kurse ein.

Der von Christopher Hohn gegründete Hedgefonds TCI ist für deutsche Investoren kein Unbekannter. TCI war mit einem Anteil von 10 Prozent zeitweise größter Einzelaktionär der Deutschen Börse AG. Im Jahr 2005 hatte TCI die Deutsche Börse Börsen-Chart zeigen dazu gezwungen, ein Übernahmeangebot für die Londoner Börse zurückzunehmen und die Barreserven an die Aktionäre auszuschütten. Börsenchef Werner Seifert nahm daraufhin seinen Hut.

Warum Wirecard so stark schwankt: Wirecard – der Kontrollverlust

Die Aktie war bereits am Montag unter Druck geraten, nachdem die „FT“ dem Unternehmen erneut in einem Bericht Bilanz-Trickserei vorgeworfen hatte. Der Zeitung zufolge rechnete Wirecard Börsen-Chart zeigen in seiner Bilanz für 2017 auf Treuhandkonten geparkte Gelder zu den eigenen Bar-Reserven hinzu. Wirecard weist die Vorwürfe der „Financial Times“ zurück. Sämtliche Bargeld-Positionen seien gemäß des IFRS-Buchhaltungsstandards verbucht worden, sagte eine Sprecherin des Online-Zahlungsabwicklers am Dienstag. Wirecard wirft der FT seinerseits vor, mit Leerverkäufern gemeinsame Sache zu machen. Die FT weist dies wiederum zurück.

Die „Financial Times“ hat in den vergangenen Monaten mehrfach über angebliche Unregelmäßigkeiten bei den Wirecard-Bilanzpraktiken berichtet. Unternehmenschef Markus Braun hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und angekündigt, die Bücher von unabhängigen Wirtschaftsprüfern durchleuchten zu lassen.

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