Börsengang wird wohl verschoben: WeWork kann Zweifel der Investoren nicht zerstreuen

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Adam Neumann, Chef von WeWork und nach wie vor umstrittener Aktionär mit großem Einfluss

Die einst astronomisch hohen Bewertungen von 47 Milliarden Dollar sind längst Makulatur. Zuletzt peilte der Büroraum-Anbieter WeWork nach US-Medienberichten gerade mal noch ein Viertel bei seinem geplanten Börsengang an. Jetzt wird die Muttergesellschaft We Company das IPO wohl um mindestens einen Monat verschieben, berichtet das „Wall Street Journal“.

Investoren hätten den Wert von WeWork infrage gestellt und auch Bedenken hinsichtlich der Unternehmensführung unter Gründer und Großaktionär Adam Neumann geäußert, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Insider. Eigentlich sollte das Debüt nächste Woche stattfinden.

Für eines unter Investoren zunächst am höchsten gehandelten Unternehmen in den USA sei dies ein harter Schlag, urteilt die Zeitung. WeWork hatte zwar im ersten Halbjahr seine Verluste reduzieren können, in den bei der SEC eingereichten Dokumenten aber deutlich gemacht, dass es auch in näherer Zukunft nicht mit Gewinnen rechnet.

Ein genauen Termin für den Börsengang nannte die Muttergesellschaft nicht. „We Company freut sich auf den bevorstehenden Börsengang, den wir voraussichtlich zum Jahresende abschließen werden. Wir möchten uns bei allen Mitarbeitern, Mitgliedern und Partnern für ihr kontinuierliches Engagement bedanken „, heißt es in einer Erklärung vom Montagabend (Ortszeit) lediglich, aus dem das Wall Street Journal zitiert.

Um die Bedenken der Investoren zu zerstreuen hätte We Company nicht nur die Emissionsziele heruntergeschraubt, sondern auch Neumanns Einfluss gedeckelt und ihm zugleich einen unabhängigen Direktor an seine Seite gestellt. Geholfen hat es offenbar nicht. Zu sehr mussten seine Finanztransaktionen vor dem Börsengang und sein großer Einfluss auf das Unternehmen beunruhigt haben.


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Zusehends skeptisch hätten die Anleger auch die nach wie vor hohen Verluste von WeWork gestimmt und die scheinbar nur geringe Aussicht darauf, dass sich mit dem Geschäftsmodell irgendwann auch einmal ordentliche Gewinne erwirtschaften lassen. Im vergangenen Jahr noch hatte WeWork mehr Verluste als Umsatz angehäuft.

Auch hob zuletzt das enttäuschende Börsendebüt des Start-up SmileDirectClub nicht gerade die Stimmung – am ersten Handelstag in der vergangenen Woche rauschten die Papiere um 28 Prozent in die Tiefe. Es war das schlechteste Börsendebüt eines US-amerikanischen Einhorns, also eines Unternehmens im Wert von mehr als 1 Milliarde US-Dollar, das einige große Investoren abschreckt hätte.

Dem Bericht zufolge wird nun erwartet, dass WeWork frühestens Mitte Oktober mit dem Start der Investoren-Roadshow beginnen wird. Ob das IPO tatsächlich noch in diesem Jahr über die Bühne geht, ist allerdings keineswegs sicher. Einzelne Großinvestoren wie Softbank hätten WeWork dazu gedrängt, den Börsengang auf das kommende Jahr zu verschieben.

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