Werkverträge in der Fleischindustrie: Die drohende Zerlegung einer Branche

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Als Markus Zimmermann kürzlich am Risikobericht für sein Unternehmen arbeitete, musste er notgedrungen einen neuen Punkt hinzufügen: das politische Verbot von Werkverträgen. Zimmermann ist Geschäftsführer der ProPersonalia Logistik, 1800 Angestellte hat die Personalvermittlung allein in Deutschland. Zimmermanns Leute arbeiten im Auftrag von Supermarktketten, packen Pakete und Paletten für Logistiker oder verschicken Computerteile. Keiner der 1800 Angestellten arbeitet im Auftrag eines Schlachtkonzerns. Falsche Lohnabrechnungen, gesetzwidrige Überstunden, vergammelte Wohnungen mit Miete pro Bett, all das, versichert er, gebe es bei ihm nicht.

Und trotzdem ist Zimmermann die Fleischindustrie näher, als ihm lieb sein kann. Die Coronainfektionen in Schlachthöfen der Firma Tönnies haben die Bundesregierung derart unter Druck gesetzt, dass sie die Branche und ihre umstrittenen Arbeitsbedingungen nun in ungeahntem Ausmaß regulieren will. Und womöglich nicht nur sie.

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In Gütersloh und Umgebung steigen die Mieten rasant. Der Grund: Es gibt zu wenig geeigneten Wohnraum für Werkarbeiter von Tönnies und Co. Stadtrundgang mit einem Immobilienunternehmer, der hier lange gut mitverdient hat.

von Jacqueline Goebel

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