Umfrage der British Chamber of Commerce: Unternehmen fürchten langfristige Folgen der Krise – und hoffen auf politische Hilfe

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Umfrage der British Chamber of Commerce Unternehmen fürchten langfristige Folgen der Krise – und hoffen auf politische Hilfe

Jedes vierte europäische Unternehmen mit starkem Deutschlandbezug erwartet auch nach 2021 noch negative Auswirkungen der Coronakrise. Das zeigt eine heute veröffentlichte Umfrage der British Chamber of Commerce gemeinsam mit KPMG. Umso dringender wollen die Firmen Transformationsprozesse angehen – und fordern dabei Unterstützung von der Politik.

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Europäische Unternehmen mit starkem Deutschlandbezug erwarten langfristige Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Das zeigt eine heute veröffentlichte Umfrage der British Chamber of Commerce (BCCG), die 181 Unternehmen im Juni 2020 gemeinsam mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG befragt hat.

Demnach gehen zwei Drittel der befragten Firmen davon aus, dass die Folgen der Pandemie noch bis mindestens Ende 2021 in ihrer Geschäftsentwicklung zu spüren sein werden. Jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) schätzt sogar, dass die negative Entwicklung über das Jahr 2021 hinaus anhalten wird. Von einer schnellen Erholung gehen nur wenige Unternehmen aus: Weniger als ein Drittel der Teilnehmer (29 Prozent) erwartet, dass die Krise bereits Ende dieses Jahres überwunden sein wird. Immerhin: Nur drei Prozent fürchten, dass die Pandemie gar zur Insolvenz ihres Unternehmens führen könnte.

Die teilnehmenden Firmen haben entweder eine Niederlassung in Deutschland oder sie sind als deutsches Unternehmen in Italien, Frankreich, Spanien, Schweden, den Niederlanden, der Schweiz oder im Vereinigten Königreich vertreten.

Um sich künftig besser aufzustellen, wollen viele Unternehmen nun aber ihre Transformationsprozesse beschleunigen. So beabsichtigt fast die Hälfte der Teilnehmer (47 Prozent), die Digitalisierung interner Abläufe voranzutreiben und zu verbessern. 40 Prozent planen das Produkt- und Serviceportfolio innerhalb der nächsten zwei Jahre zu diversifizieren. Jedes dritte Unternehmen (34 Prozent) will die digitalen Vertriebskanäle aufwerten.

Doch damit diese Transformation gelingt, fordern die Unternehmen mehr Unterstützung von der Politik: 73 Prozent wünschen sich mehr Investitionen in die digitale Infrastruktur, mehr als die Hälfte (57 Prozent) eine intensivere Integration in die Europäische Union – dem wird sogar mehr Priorität eingeräumt als der Forderung nach Steuerermäßigungen, die 40 Prozent der Teilnehmer äußern.

Mit den beschlossenen Konjunkturpaketen der Bundesregierung und der EU löse sich nun aber „der bisherige Investitionsstau bei digitaler und logistischer Infrastruktur und bei Zukunftsprojekten“, sagte Andreas Glunz, Bereichsvorstand International Business bei KPMG. Dazu werde auch die Regionalisierung der Lieferketten internationale Investoren „ermutigen, neue Produktionsstätten in Deutschland zu errichten“, ist er überzeugt. Daneben geht er davon aus, dass Übernahmen durch Investoren aus Europa, aber auch aus Amerika und Asien, zunehmen: Die Krise sei dafür eine günstige Chance.

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