Shortseller machen Milliardenverlust: So teuer ist Teslas Aktienhoch für Musks Kritiker

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AFP


Tesla-Chef bei Pick-up-Präsentation: Elon Musk konnte Investoren zuletzt mit guten Nachrichten überzeugen.

Mit Shortsellern, die auf fallende Aktienkurse bei Tesla Börsen-Chart zeigen setzen, hat sich Elon Musk, Chef des US-Elektroautobauers, bereits häufig angelegt. Die vergangenen Monate dürften für Musk daher ein nicht enden wollendes Fest gewesen sein.

Ohnehin hat der Tesla-Chef Grund zur Freude, wenn die Aktien des Unternehmens steigen. Musk besitzt nach letztem Stand rund 22 Prozent der Tesla-Anteile, die Papiere bilden die wesentliche Grundlage seines Vermögens von gegenwärtig laut „Forbes“ etwa 27,5 Milliarden Dollar.

Der Kursanstieg der Tesla-Aktien in den vergangenen Monaten dürfte Musk aber noch aus einem anderen Grund erfreut haben. Allein seit Mitte vergangenen Jahres stiegen die Papiere – begleitet von guten Nachrichten und Geschäftszahlen des Unternehmens – um etwa 100 Prozent im Wert. Erst vor wenigen Tagen erreichten die Tesla-Aktien ein Rekordhoch jenseits der 440 Dollar, nachdem klar war, dass der Autobauer mit einem Rekordabsatz im Schlussquartal seine Verkaufsziele für 2019 geschafft hat.

Was Musks Herz vor dem Hintergrund vermutlich höher schlagen lässt: Investoren, die auf Kursverluste bei Tesla gewettet hatten, – sogenannte Shortseller also – kam dieser Höhenflug der Tesla-Papiere besonders teuer zu stehen. Sie machten in den vergangenen Monaten mit ihren Tesla-Positionen Verluste von insgesamt rund 8,4 Milliarden Dollar, wie der US-Sender CNN berichtet. Das ist deutlich mehr, als Shortseller zuletzt mit irgendeiner anderen US-Aktie an Geldern in den Sand setzten.

Zum Vergleich: Für die zweitgrößten Verluste bei Shortsellern sorgte im gleichen Zeitraum die Aktie des iPhone-Bauers Apple. Obwohl es sich dabei um einen weitaus größeren Konzern als Tesla handelt, fielen die Verluste mit zusammen etwa sechs Milliarden Dollar CNN zufolge jedoch deutlich geringer aus. Hinzu kommt: Das Shortselling umfasst gegenwärtig nach Angaben des Senders rund 21 Prozent der gesamten Tesla-Aktien. Bei Apple ist es lediglich rund ein Prozent.

Hintergrund: Shortseller – auch bekannt als Leerverkäufer – leihen sich Aktien, von denen sie glauben, dass sie überteuert sind. Sie verkaufen die Papiere dann und hoffen, sie später zu einem niedrigeren Preis zurückkaufen zu können, um so einen Gewinn zu erzielen. Sie setzen also auf fallende Kurse.

Im Falle Teslas ging dieses Kalkül zuletzt nicht auf. Die Aktien befanden sich zwar in der ersten Jahreshälfte 2018 auf Talfahrt. Seit Sommer ging es jedoch mit den Papieren des E-Auto-Pioniers aus Kalifornien steil aufwärts, so dass auch auf das gesamte vergangene Jahr noch ein Plus von 40 Prozent zu Buche steht.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Damit hat im Dauerstreit zwischen Musk und seinen Kritikern an der Wall Street dieses Mal der Konzernchef gepunktet. Zuletzt kochte der Zwist hoch, als Musk 2018 zunächst ankündigte, Tesla von der Börse nehmen zu wollen, und dieses Vorhaben wenig später wieder zurücknahm. Die Tesla-Aktie war seinerzeit vorübergehend in die Höhe geschossen, was einigen Shortsellern wohl ebenfalls finanziell wehtat. Mehrere Investoren zogen daraufhin gegen Musk vor Gericht und bezichtigten ihn der Marktmanipulation. Zudem bekam der Tesla-Chef seinerzeit erheblichen Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC.

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