Takeaway.com: Lieferando-Eigner verspricht starkes Wachstum auch nach Coronakrise

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Takeaway.com Lieferando-Eigner verspricht starkes Wachstum auch nach Coronakrise

Der Essenslieferdienst Takeaway.com hat durch die Pandemie viele Neukunden gewinnen können. Diese will er nun behalten – und weiter investieren.

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Der Lieferando-Eigner Takeaway.com will in Deutschland den Schwung aus der Coronakrise mitnehmen in die Zeit danach. „Wir rechnen damit, dass sich das Geschäft auf diesem hohen Niveau stabilisiert. Wenn wir Neukunden gewinnen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie wiederbestellen“, sagte der für das operative Geschäft verantwortliche Manager Jörg Gerbig im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Im Mai seien die Bestellungen bei dem Essenslieferdienst um 48 Prozent gestiegen. Seit der knapp eine Milliarde Euro schweren Übernahme des Deutschlandgeschäfts von Delivery Hero mit Marken wie Lieferheld, pizza.de und Foodora sind die Niederländer hierzulande Marktführer.

Während Takeaway.com im ersten Halbjahr – im Gegensatz zu Delivery Hero und Uber – auf bereinigter Basis einen Betriebsgewinn erzielte, stand unter dem Strich wegen hoher Fusionskosten ein Verlust von 158 Millionen Euro. „Wir sind erst am Anfang der Entwicklung des Essensliefermarktes. Wir müssen weiter investieren, um Angreifer abzuwehren“, sagte Gerbig.

Takeaway.com setzt auf Größe, fusionierte dieses Jahr mit dem britischen Konkurrenten Just Eat und steckt derzeit mitten in der Übernahme von Grubhub, der Nummer drei in den USA. Diese soll Gerbig zufolge in der ersten Jahreshälfte 2021 über die Bühne gehen. Die Erwartungen an weitere große Deals dämpft der Betriebswirt: „Jeder Markt, in dem wir potenziell einen großen Gewinn erzielen und die Nummer eins werden könnten, ist für uns attraktiv. Aber da gibt es weltweit nicht mehr so viel.“

Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Uber oder Wolt aus Skandinavien setzt Takeaway.com den Fokus auf die Essensvermittlung und nicht Auslieferung. Trotzdem betreibt der in elf Ländern aktive Dienst inzwischen in 38 deutschen Städten mit sozialversicherungspflichtig angestellten Mitarbeitern eine eigene Logistik.

Ein Fan des Auslieferns ist Gerbig aufgrund der damit verbundenen Kosten nicht: „Wir machen mit dem Logistik-Geschäft sehr große Verluste. Auf dem europäischen Festland wird das nicht profitabel werden.“ Deswegen versucht Gerbig Restaurants davon zu überzeugen, eigene Lieferflotten aufzubauen.

Dafür würden Kontakte beispielsweise zu Rucksackanbietern und E-Bike-Firmen hergestellt und Wissen vermittelt. Bringen Restaurants das Essen selbst zum Kunden, erhält Takeaway.com zwar geringere Gebühren für die Vermittlung, muss aber auch weniger Kosten tragen.

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