Stuttgart führt mit 44.901 Euro: So unterschiedlich verdienen die Deutschen in den Landeshauptstädten

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Die Landeshauptstädte der Bundesrepublik unterscheiden sich bei ihrer Finanzkraft auch dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer erheblich. Dies zeigt ein statistischer Vergleich, den die Landeshauptstadt Potsdam heute veröffentlicht hat. Ein Blick auf die Zahlen zum Einkommen zeigt, wie groß die Unterschiede noch sind, herangezogen für die Statistik wurden die Jahre 2017 und 2018.

Alle Landeshauptstädte zeigen demnach durchweg positive Entwicklungen für die Jahre 2017 und 2018. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Bruttowertschöpfung, die Bruttolöhne und das Arbeitnehmerentgelt sowie die Erwerbstätigen sind 2017 in allen 16 Vergleichsstädten gestiegen. Am stärksten wuchs das BIP in Potsdam: Mit einem Plus von 6,1 Prozent lag Brandenburgs Landeshauptstadt damit vor München (5,3 Prozent), Kiel und Erfurt (jeweils 4,7 Prozent). Das größte BIP je Einwohner wies 2017 Stuttgart mit 84.180 Euro auf. Mit 41.297 Euro führt Potsdam die ostdeutschen Landeshauptstädte an.

Die Spannweite bei dem durchschnittlichen Bruttolohn je Arbeitnehmer betrug 2017 fast 15.000 Euro: 44.901 Euro für Stuttgart stehen 29.973 Euro in Magdeburg gegenüber. Knapp hinter Stuttgart liegt München mit 44.604 Euro, gefolgt von Düsseldorf mit 43.634 Euro. Mit 32.545 Euro verzeichnete Potsdam eine Zunahme um 3,3 Prozent und liegt damit an der Spitze der ostdeutschen Städte – abgesehen von Berlin, wo der Bruttolohn je Arbeitnehmer im Schnitt bei 34.703 Euro lag. In München und Stuttgart lagen die Bruttolöhne je Arbeitsstunde der Arbeitnehmer 2017 bei fast 33 Euro. Die ostdeutschen Landeshauptstädte kommen im Durchschnitt auf 23 Euro.

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Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort hat sich im Berichtsjahr 2018 in allen Landeshauptstädten positiv entwickelt. Mit einer Veränderung von jeweils 3,4 Prozent zum Vorjahr fiel die Zunahme in Berlin, Potsdam und Mainz am größten aus. Die Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort war im Vergleich etwas geringer. Auf 100 Einwohner kommen in Stuttgart 69 Beschäftigte (am Arbeitsort). In Berlin liegt der entsprechende Vergleichswert bei 40 Beschäftigten.

Alle Landeshauptstädte sind Pendlerstädte. Die meisten Einpendler hat Saarbrücken mit 64,1 Prozent, gefolgt von Mainz mit 60,6 Prozent und Stuttgart mit 59,5 Prozent, die wenigsten Berlin mit 21,3 Prozent.

In 15 der 16 Landeshauptstädte fiel der Zahl, der Arbeitslosen 2018 geringer aus als 2017. Einzig Potsdam meldete zum Stichtag am 31.12.2018 30 Arbeitslose mehr, was einen Anstieg um 0,6 Prozent bedeutet. Einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen von mehr als zehn Prozent konnten Erfurt, Kiel und Saarbrücken vermelden.

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