Streitgespräch: Wie viel Staat verträgt der Markt – und wann ist es genug?

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Beteiligungen, Wandelanleihen, Kredite – der Staat greift im Zuge der Coronakrise stark in die Marktwirtschaft ein. Die Ökonomen Lars Feld und Jens Südekum streiten über die Risiken. Was darf der Staat?

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Jens Südekum, 45, ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität in Düsseldorf und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Bundesministeriums für Wirtschaft.

Lars Feld, 54, ist Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität in Freiburg, dort Leiter des Walter Eucken Instituts und Vorsitzender des Sachverständigenrats für Wirtschaft (Rat der Wirtschaftsweisen).

WirtschaftsWoche: Professor Feld, Professor Südekum, wenn ein Staat in Unternehmen einsteigt und Subventionen zahlt, die Mieten deckelt und Mindestlöhne festlegt, haben wir es dann noch mit einer Marktwirtschaft zu tun – oder schon mit einer Art Staatswirtschaft?
Feld: Dass der Staat in der sozialen Marktwirtschaft in die Wirtschaft eingreift und Korrekturen vornimmt, ist ökonomisch vernünftig und normal. Zudem ist es keineswegs so, dass der staatliche Einfluss in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen hat. Gemessen an der Wirtschaftsleistung, bewegen sich die staatlichen Ausgaben und Einnahmen mit kleineren Abweichungen seit den Siebzigerjahren seitwärts. Von einem Abdriften in eine Staatswirtschaft kann keine Rede sein.

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