Rechtsstreit um Unkrautvernichter: Glyphosat-Vergleich: US-Richter droht Bayer mit Wiederaufnahme des Verfahrens

0/50 Bewertungen

Rechtsstreit um Unkrautvernichter Glyphosat-Vergleich: US-Richter droht Bayer mit Wiederaufnahme des Verfahrens

Der Leverkusener Konzern ist wegen mangelnder Fortschritt des milliardenschweren Vergleichs gerüffelt worden. Der zuständige Richter erhöht den Druck.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Im Rechtsstreit wegen des angeblich krebserregenden Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat hat der zuständige US-Bezirksrichter Vince Chabria Fortschritte bei den Abschlussarbeiten für den von Bayer erzielten Milliarden-Vergleich bemängelt.

Chabria forderte bei einer Anhörung Teilnehmerkreisen zufolge am Donnerstag die Konfliktparteien auf, den Abschluss des Vergleichs voranzutreiben, aber auch über die nächsten Schritte zu beraten, sollte das Verfahren wieder aufgenommen werden. Er habe zudem eine neue Anhörung für den 24. September angesetzt, um die Fortschritte zu erörtern. Bayer erklärte, die Umsetzung eines Vergleichs dieser Größenordnung verlaufe häufig holprig. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern sei aber „weiterhin zuversichtlich, dass eine umfassende Einigung zum Abschluss gebracht und umgesetzt wird“.

Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge drohte der Richter bei der Anhörung damit, die Aussetzung des Gerichtsverfahrens zurückzunehmen. Der Richter habe die Darstellung des Vergleichs durch Bayer im Juni scharf kritisiert. Der Vergleich sei weniger definiert als von Bayer dargestellt. Der Richter ergänzte demnach, er sei geneigt, mehrere vertrauliche Schreiben von Klägeranwälten öffentlich zu machen. Darin werde Bayer vorgeworfen, sich nicht an die Vereinbarung zu halten.

Bayer hatte sich Ende Juni mit einem Großteil der Kläger auf einen insgesamt fast elf Milliarden Dollar schweren Vergleich geeinigt. Die Klagewelle hatte sich Bayer mit der rund 63 Milliarden Dollar teuren Übernahme des Glyphosat-Entwicklers Monsanto eingehandelt.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*