Skandalfirma PIM Gold – Staatsanwälte werden fündig: Goldfund in Hessen – reicht das für Tausende Anleger?

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Begehrte Ware: Gold hat zuletzt wieder an Beliebtheit gewonnen, der Preis stieg in diesem Jahr – bei PIM Gold sind die Anleger aber offensichtlich an den falschen Anbieter geraten.

Silberstreif am Horizont für Anleger der Investmentfirma PIM Gold aus dem hessischen Heusenstamm: Offenbar konnten Staatsanwälte inzwischen beträchtliche Mengen des Edelmetalls bei der insolventen Firma sicherstellen. Trotz allem dürften die Goldfunde der Ermittler jedoch bei weitem nicht ausreichen, um die Forderungen Tausender PIM-Gold-Kunden zu befriedigen.

Nach Durchsuchungen und Beschlagnahmungen lagern in dem Fall inzwischen etwa 500 Kilogramm Gold in den Tresoren der Staatsanwaltschaft, berichtet der Informationsdienst „Investmentcheck“ mit Verweis auf Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters von PIM Gold. 228 Kilogramm seien bereits früher sichergestellt worden. Bei Maßnahmen Anfang September konnten die Behörden offenbar weiteres Gold beschlagnahmen, unter anderem in einem Schmuckladen in Stuttgart, wie es bei „Investmentcheck“ heißt.

Wie viel Feingold der Schmuck und das weitere Material enthält, müsse noch ermittelt werden, so der Bericht. Deshalb sei unklar, wie viel Gold die Staatsanwaltschaft insgesamt sicherstellte. Die Aussage des vorläufigen Insolvenzverwalters, wonach es mindestens das Doppelte der bekannten 228 Kilogramm sei, sei deshalb „wohl eher als vorsichtige Schätzung zu werten“.

So oder so: Zur Befriedigung sämtlicher Anlegeransprüche dürften die Goldfunde nicht ausreichen. Der Anlageskandal um PIM Gold kam vor einigen Wochen an die Öffentlichkeit. Das Unternehmen sammelte bei Investoren über Jahre Gelder zum Kauf von rund 3,4 Tonnen Gold mit einem aktuellen Marktwert von etwa 150 Millionen Euro ein. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat den Verdacht, dass ein großer Teil des Goldes nicht vorhanden ist – und die PIM-Verantwortlichen ein Schneeballsystem betrieben haben. Der Anwalt des Hauptverdächtigen Mesut P. wollte sich dazu bei einer Anfrage Mitte September nicht äußern.

Inzwischen wurde in dem Fall Insolvenz beantragt und ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt. Dessen Angaben zufolge wird sich das Verfahren über Jahre hinziehen.

Insolvenzverfahren dürfte Jahre dauern

Das ordentliche Insolvenzverfahren werde voraussichtlich Anfang Dezember eröffnet, erklärte der vom Amtsgericht Offenbach eingesetzte Rechtsanwalt Renald Metoja vor wenigen Tagen in einer Mitteilung. Erst dann könnten die Gläubiger ihre Ansprüche anmelden.

Derzeit würden die rechtlichen Verhältnisse der PIM Gold GmbH und ihrer Vertriebsgesellschaft, der Premium Gold Deutschland (PGD), geprüft, erklärte der Verwalter. Gleichzeitig werde versucht, vorhandene Vermögenswerte für die Insolvenzmasse zu sichern. Über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens entscheidet das Amtsgericht Offenbach auf der Grundlage eines Gutachtens des Verwalters.

Nach früheren Schätzungen könnten mindestens 10.000 Anleger vom PIM-Gold-Skandal betroffen sein. Bis zur Auszahlung einer möglichen Quote dürften nach Einschätzung Metojas „einige Jahre“ vergehen. Gründe seien die hohe Zahl der Gläubiger und die „erforderlichen Maßnahmen zur Massenrealisierung“.

Gegen Verantwortliche der PIM Gold laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Darmstadt. Anfang September kam es zu Durchsuchungen in Geschäftsräumen, Beschlagnahmung von Gold sowie einer Festnahme – unter anderem wegen des Vorwurfs des gewerbsmäßigen Betrugs. Weitere Details wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht bekanntgeben. In der Folge meldeten die Unternehmen Insolvenz an.

Mit Material von dpa-afx

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