Oatly: Sturm im Hafermilchglas

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Die teils wütenden bis fassungslosen Reaktionen vieler Konsumenten auf den Einstieg des Finanzinvestors Blackstone beim schwedischen Hafermilchproduzenten Oatly haben bisher noch keine Konsequenzen für den Absatz der Oatly-Produkte. Auf Anfrage der WirtschaftsWoche sagte eine Oatly-Sprecherin, die globale Nachfrage nach den Produkten wachse „nicht nur stetig“, sie übertreffe „sogar die Menge, die wir derzeit produzieren können“.

Auch in Deutschland, heißt es bei dem Lebensmittelproduzenten, sehe man „eine anhaltende Wachstumskurve“. Mit dem jüngsten Investment könne Oatly nicht nur diese Nachfrage decken, sondern zukünftig noch mehr Menschen für pflanzenbasierte Ernährung erreichen. US-Investor Blackstone war Mitte Juli im Rahmen einer Finanzierungsrunde mit zehn Prozent der Anteile bei Oatly eingestiegen. Blackstone hatte für den Anteil 200 Millionen Dollar bezahlt. Das hatte Oatly viel Kritik vor allem in den sozialen Medien eingetragen, unter anderem weil Blackstone-CEO Steve Schwarzman als Vertrauter von Klimaleugner Donald Trump gilt.

Oatly hält dem nun entgegen, es sei dem Unternehmen bewusst, dass „der Einstieg von Blackstone als Investor für viele Konsument*innen unerwartet kam“. Tatsächlich habe man „das sehr gut durchdacht“. Die Bewegung hin zu nachhaltiger und gesunder Ernährung auf pflanzlicher Basis müsse sich ausweiten, wenn „wir die Klimaziele erreichen wollen“. Dies erfordere Investitionen, „und zwar in großem Umfang“.

Einen Teil des frischen Kapitals will Oatly in neue Produktionsstätten investieren. Wo genau diese in Europa, Asien und den USA entstehen sollen, ist bislang noch nicht bekannt. Bisher betreibt Oatly Fabriken in Landskrona (Schweden), im niederländischen Vlissingen sowie in Millville in den USA.

Mehr zum Thema: Meike Gebhard, Geschäftsführerin der Plattform Utopia, über die Folgen der Oatly-Strategie.

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