Newsletter Recht & Steuern: So bleibt die Abfindung praktisch steuerfrei

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Newsletter Recht & Steuern So bleibt die Abfindung praktisch steuerfrei

Die Coronakrise kostet viele Jobs. Betroffene Angestellte kassieren oft eine Abfindung – und zahlen darauf einiges an Steuer. Das lässt sich ändern.

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In einer oft schwierigen Lage, dem vorzeitigen und ungewollten Jobausstieg, ist die Abfindung so etwas wie ein Fallschirm. Sie kann den Sturz zwar nicht verhindern, aber im besten Fall abfedern. Zwar haben Angestellte bei einer Kündigung meist keinen Anspruch auf eine Abfindung. Arbeitgeber bieten sie dennoch häufig an, um sich Rechtssicherheit zu erkaufen: Sie vermeiden so das Risiko, dass die gekündigten Mitarbeiter vor Gericht ziehen und die Kündigung dort womöglich kippen. Daher gilt: Je wackliger das rechtliche Fundament einer Kündigung ist, desto besser stehen die Chancen auf eine hohe Abfindung.

Fünf- oder sogar sechsstellige Summen wirken auf den ersten Blick dann sehr verlockend. Vorschnell sollte sich aber niemand darauf einlassen. So können beim Anspruch auf Arbeitslosengeld Nachteile drohen, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich auf den vorzeitigen Jobausstieg geeinigt haben; möglich sind bis zu zwölf Wochen Sperrzeit. Eine solche Sperrzeit kann die Arbeitsagentur vor allem verhängen, wenn die eigentlich geltende Kündigungsfrist nicht eingehalten worden ist, der Mitarbeiter also zu schnell aus dem Unternehmen ausgeschieden ist.

Auch die Abfindung selbst kommt nicht ungekürzt an. Zwar werden in aller Regel keine Sozialabgaben, wie etwa der Krankenkassenbeitrag, fällig; Steuern hingegen schon. Dabei wird die Steuer ermäßigt: Das Finanzamt berechnet, um wie viel die zu zahlende Steuer stiege, wenn ein Fünftel der Abfindung gezahlt würde. Dieser Betrag wird dann mit dem Faktor Fünf multipliziert. Diese „Fünftelregelung“ klingt kompliziert, ist aber vorteilhaft: Der Effekt des mit jedem Einkommens-Euro steigenden Steuersatzes wird so begrenzt.

Trotz der Ermäßigung bleibt die Steuer oft happig. Das aber lässt sich mit speziellen Strategien ändern. So kann die Abfindung sowohl in eine betriebliche Altersvorsorge als auch für Zusatzbeiträge bei der gesetzlichen Rente eingesetzt werden. Der große Vorteil: So bleibt sie praktisch steuerfrei. Auf die für gesetzliche Renten-Zusatzbeiträge eingesetzte Abfindung können unterm Strich nur noch vier Prozent Steuerabzug anfallen. In Kombination mit anderen Regeln führt das dazu, dass diese Option oft sehr lohnend erscheint.

Wie sich die Strategien in der Praxis umsetzen lassen und worauf Sie achten müssen, erfahren Sie in der kommenden Ausgabe unseres Newsletters „Recht & Steuern“. Dort rechnen wir Ihnen auch vor, warum die per Abfindung finanzierten Rentenzusatzbeiträge attraktiv sind – und welche Faktoren das Ergebnis noch positiv beeinflussen können. So spielen zum Beispiel auch Geschlecht und Art der Krankenversicherung eine Rolle.

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