Zwei Belastungsfaktoren: Lufthansa-Aktie stürzt um 8 Prozent

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Oliver Roesler/Lufthansa


Die Lufthansa-Aktie verliert am Freitag kräftig

Kein guter Tag für die Aktionäre der Lufthansa Börsen-Chart zeigen. Die Papiere der Airline haben am Freitag in der Spitze fast 8 Prozent verloren und markierten bei 15,31 Euro ihr bisher vorläufiges Tagestief. Von Gewinnmitnahmen im noch jungen Börsenjahr kann dabei keine Rede sein: 2019 schlug ein Kursminus von 17 Prozent zu Buche, 2018 hatten die Papiere der Lufthansa auf Jahressicht gar 36 Prozent eingebüßt.

Börsianer sehen am Freitag vor allem zwei Gründe für den aktuellen Kurssturz bei der Lufthansa:

  • Zum einen müssen sich die deutschen Flughäfen nach Einschätzung ihres Verbands auf sinkende Passagierzahlen einstellen, was auch der Politik der Airlines geschuldet wäre.
  • Zum anderen droht der Konflikt zwischen den USA und dem Iran nach der gezielten Tötung eines hochrangigen iranischen Generals zu eskalieren. Die Ölpreise zogen am Freitag rasant an und könnten auch Flugbenzin deutlich verteuern, so die offensichtliche Befürchtung.

„Der Luftverkehr am Standort Deutschland wird im Jahr 2020 den Wachstumspfad der letzten Jahre nicht halten können“, sagte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Airport-Verbands ADV, der „FAZ“. Die Passagierzahl werde gemessen am Vorjahr um 0,7 Prozent schrumpfen und die Starts und Landungen an den hiesigen Flughäfen um 2,9 Prozent sinken. „Das raue, von steigenden Kerosinpreisen und Insolvenzen geprägte Marktumfeld treibt die Airlines auch dazu, ihre Flugpläne radikal auszudünnen.

Nicht nur der gestiegene Ölpreis, sondern auch die schwächelnde Konjunktur und Handelskonflikte würden im Ergebnis zu einem Passagierrückgang führen. Ebenso werde sich die geplante Erhöhung der Luftverkehrssteuer bereits auf den Sommerflugplan 2020 auswirken.

Ölpreis auf höchsten Stand seit Mai 2019

Der US-Ölpreis zog am Freitag weiter an und erreichte zeitweise mit 63,84 Dollar den höchsten Stand seit Mai 2019. Damit wurde sogar der Höchststand vom vergangenen September übertroffen, der nach einem schweren Angriff auf saudi-arabische Ölanlagen markiert worden war. Der Preis für Nordseeöl kletterte zwischenzeitlich bis auf 69,16 Dollar.

Hintergrund für die steigenden Ölpreise ist die Furcht vor einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran, nachdem der iranische Kommandeur der Al-Kuds-Brigaden, Ghassem Soleimani, mit einem Raketenangriff gezielt getötet wurde. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hatte den USA daraufhin „schwere Rache“ angedroht.

Auch die Aktien anderer Luftverkehrsgesellschaften gaben deutlich nach: Die Anteilsscheine von Air France-KLM Börsen-Chart zeigen und IAG Börsen-Chart zeigen verloren 7,8 beziehungsweise 2,4 Prozent.

Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners warnte: „Die Eskalationsspirale ist in vollem Gang.“ Die entscheidende Frage sei jetzt, wie weit beide Seiten zu gehen bereits sind. „Dieser Konflikt hat das Potenzial, politisch und wirtschaftlich extreme Turbulenzen auszulösen“, fuhr der Experte fort. Der drastische Anstieg des Ölpreises sei möglicherweise erst ein klitzekleiner Vorgeschmack auf das, was da noch kommen kann.

rei mit Nachrichtenagenturen

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