Joschka Fischer: „Nord Stream 2 war ein strategischer Fehler“

0/50 Bewertungen

WirtschaftsWoche: Herr Fischer, seit der Vergiftung des russischen Oppositionspolitikers Alexei Nawalny wird wieder darüber gestritten, ob man mit Diktaturen Geschäfte machen darf. Darf man?
Joschka Fischer: Unter moralischen Gesichtspunkten ist das mehr als fragwürdig, unter dem Gesichtspunkt des Realismus wird man nicht umhinkommen, wenn man sich die Welt anschaut. Die entscheidende Frage ist, welchen Preis man dafür zu bezahlen gewillt ist. Und zwar nicht in Euro, sondern welchen moralischen Preis man für Geschäfte mit Diktaturen zu bezahlen bereit ist. Es darf nicht sein, dass man aus reinen Geschäftsgründen zu Kniefällen gegenüber Diktaturen bereit ist. Da gibt einen Punkt, wo man sagen muss: Bis hierher und nicht weiter.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*