Amazon-Chef zahlt Rekordpreis: Napoleons Fußboden inklusive – Jeff Bezos kauft Riesenvilla in L. A.

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Glücklicher Hauskäufer: Jeff Bezos, hier mit Lebensgefährtin Lauren Sanchez, hat in Los Angeles eine Riesenvilla erworben.

Amazon-Gründer Jeff Bezos setzt seine Einkaufstour fort, diesmal auf dem Immobilienmarkt: Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, hat sich der reichste Mann der Welt für 165 Millionen Dollar (151 Millionen Euro) eine Luxusvilla mit großem Grundstück im Promi-Viertel Beverly Hills in Los Angeles gekauft. Es sei ein Rekordpreis für die Gegend, so die Zeitung. Zudem habe Bezos über eine Beteiligungsfirma ein bislang unerschlossenes Grundstück in Los Angeles aus dem Erbe des verstorbenen Microsoft-Mitgründers Paul Allen erworben, berichtet die Zeitung. Der Preis in dem Fall: weitere 90 Millionen Dollar.

Verkäufer des 165-Millionen-Dollar-Anwesens ist laut „WSJ“ Musik- und Filmboss David Geffen. Der habe die Immobilie 1990 für 47,5 Millionen Dollar erworben und später weitere 45 Millionen Dollar in die Renovierung gesteckt, so das „WSJ“. Gebaut wurde das 36.000-Quadratmeter-Anwesen demnach ursprünglich in den 1930er Jahren für den einstigen Filmmogul Jack Warner.

Laut „WSJ“ handelt es sich bei Bezos‘ neuer Bleibe um eine ziemlich einmalige Immobilie: Kein Studio-Boss habe jemals etwas in Größe, Pracht oder Glamour Vergleichbares besessen, zitiert die Zeitung einen erfahrenen Immobilienmakler aus Los Angeles. Es handele sich nicht um ein Heim, sondern eher um ein privates Museum.

Wie die Zeitung weiter schreibt, befinden sich zahlreiche Werke berühmter amerikanischer Künstler in dem Objekt. Allerdings sei unklar, ob diese bei dem Deal ebenfalls an Amazon-Chef Bezos verkauft wurden. Neben einem Swimming-Pool und einem 9-Loch-Golf-Platz auf dem Anwesen gibt es in der Villa zudem offenbar einen Fußboden, der einst Napoleon gehörte.

Zuvor war bereits über einen bevorstehenden Immobilienkauf Bezos‘ in Los Angeles spekuliert worden. Der Amazon-Gründer, der mit einem Vermögen von laut „Forbes“ rund 131 Milliarden Dollar derzeit als reichster Mann der Welt gilt, sei mit seiner Lebensgefährtin auf der Suche nach einem Objekt in der Filmmetropole, hieß es in Medienberichten.

Bezos hatte erst kürzlich mit dem Verkauf eines umfangreichen Aktienpakets für Schlagzeilen gesorgt. Binnen einer Woche veräußerte er einem Bericht von Bloomberg zufolge zwei Millionen Aktien von Amazon. Das brachte dem Unternehmer reichlich Cash in die Kasse: Die Amazon-Aktie Börsen-Chart zeigen stieg zuletzt auf Rekordniveau deutlich jenseits von 2100 Dollar das Stück. Der Online-Handelskonzern wird damit an der Börse mit mehr als einer Billion Dollar bewertet. Und Bezos‘ Erlös aus dem jüngsten Aktienverkauf betrug mehr als vier Milliarden Dollar.

Viel Bares also, das Bezos offenbar zu verwenden weiß. Medienberichten zufolge wurde er zuletzt auf Kunstauktionen gesichtet. So habe Bezos für ein Gemälde des Künstlers Ed Ruscha beim Auktionshaus Christie’s 52,5 Millionen Dollar hingeblättert. Für weitere 18,5 Millionen habe er ein Werk von Kerry James Marshall bei Sotheby’s erworben, heißt es weiter.

Zudem hatte Bezos schon früher in einem Interview gesagt, Jahr für Jahr Amazon-Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar veräußern zu wollen, um damit sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin zu finanzieren.

Eine Verwendung für die vielen Milliarden Dollar, der andere Superreiche deutlich mehr Aufmerksamkeit widmen, scheint Bezos dagegen nicht allzu sehr am Herzen zu liegen. Die Rede ist vom Spenden. Zwar hat Bezos vor einigen Jahren per Twitter nach Ideen gefragt, für welche wohltätigen Zwecke er seinen Reichtum einsetzen könnte. Gemessen an der Gesamtsumme seines Vermögens folgten danach aber eher bescheidene Taten. Auch auf einer aktuellen Liste der größten Spender der USA im Jahr 2019 taucht der Amazon-Chef nicht auf den vorderen Plätzen auf. Dem Ranking zufolge war Medienmilliardär und US-Präsidentschaftsanwärter Michael Bloomberg mit einer Spendensumme von insgesamt 3,3 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr der großzügigste Superreiche in den Vereinigten Staaten.

Bemerkenswert erscheint insbesondere, dass Bezos nach wie vor nicht der Initiative „Giving Pledge“ beigetreten ist, die ursprünglich von Investmentikone Warren Buffett und Microsoft-Gründer Bill Gates sowie dessen Gattin Melinda Gates ins Leben gerufen worden war. Superreiche, die sich dieser Initiative anschließen, verpflichten sich, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu spenden. Bezos‘ Ex-Frau MacKenzie Bezos etwa trat der „Giving Pledge“-Bewegung unmittelbar nach der Trennung vom Amazon-Gründer bei.

Bei Bezos selbst käme auf diese Weise naturgemäß ein erkleckliches Sümmchen zusammen. Bezos verfügt nach wie vor über einen Anteil von 11 Prozent an Amazon Börsen-Chart zeigen. Allein das entspricht beim gegenwärtigen Börsenkurs einem Wert von etwa 115 Milliarden Dollar.

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