Japan: Abe tritt ab und macht Weg für Suga frei

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Japan Abe tritt ab und macht Weg für Suga frei

Nach der Ankündigung ist der japanische Ministerpräsident Abe nun auch formal zurückgetreten. Damit ist der Weg frei für seinen Nachfolger Suga. Dieser hat versprochen, Abes Kurs fortzuführen.

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Japans scheidender Ministerpräsident Shinzo Abe und sein Kabinett sind formal zurückgetreten. Damit machte Abe den Weg für seinen designierten Nachfolger Yoshihide Suga frei, dessen Wahl zum neuen Regierungschef bei einer Parlamentssitzung am Mittwoch als ausgemachte Sache gilt. Die regierende Liberaldemokratische Partei hat eine Mehrheit inne.

Abe war der am längsten amtierende Ministerpräsident in Japans Geschichte. Im August hatte er wegen Gesundheitsproblemen seinen Rücktritt angekündigt. Er leidet unter einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. „Ich habe meinen Körper und meine Seele für die wirtschaftliche Erholung und Diplomatie eingesetzt, um Japans nationale Interessen jeden Tag zu schützen, seitdem wir wieder an der Macht sind“, sagte Abe Reportern vor dem Büro des Ministerpräsidenten, bevor er in sein letztes Kabinettstreffen ging. „Während dieser Zeit war ich in der Lage zahlreiche Herausforderungen in Angriff zu nehmen und ich bin stolz auf mich.“

Seine Gesundheit verbessere sich dank der Behandlung, und als Abgeordneter werde er Suga unterstützen. Er dankte ebenfalls den Menschen für ihr Verständnis und die starke Unterstützung für Suga.

Suga diente bisher als Kabinettssekretär und Regierungssprecher. Lange galt er als Abes rechte Hand. Der Sohn eines Erdbeerbauern in der nördlichen Präfektur Akita betonte wiederholt seine Abstammung und versprach, sich für normale Menschen in ländlichen Gemeinden einzusetzen.

Am Montag hatte sich Suga in einer Kampfabstimmung um den Vorsitz der Liberaldemokratischen Partei klar durchgesetzt. Er hat den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie und das Wiederankurbeln der Wirtschaft als wichtigste Ziele genannt, und will Abes Politik fortführen. Dafür hat er früh im Wahlkampf die Unterstützung von Schwergewichten in der Partei bekommen.

Suga war Abe gegenüber loyal gewesen, seitdem dieser 2006 das erste Mal Ministerpräsident wurde. Die Amtszeit endete abrupt aus Krankheitsgründen. Suga half Abe, als Ministerpräsident 2012 zurückzukehren.

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