Zahlen und Ausblick kommen gut an: Aktie von Intel nähert sich 20-Jahreshoch

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Mike Blake/Reuters


Intel entzückt die Investoren – wegen guter Geschäftszahlen und eines optimistischen Ausblicks

Aktien von Intel Börsen-Chart zeigen notierten am Freitag nach Vorlage der Quartalszahlen auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren. Die an der US-Technologiebörse notierten Aktien des Halbleiterproduzenten legten in der Spitze mehr als 8 Prozent auf 68,75 Dollar zu. Der Börsenwert betrug damit rund 284 Milliarden Dollar.

Das Geschäft mit Prozessoren für Rechenzentren sorgte beim Chip-Riesen für starke Zahlen. Der Konzern übertraf die Erwartungen der Experten sowohl im vergangenen Quartal als auch mit den Prognosen. Auch der Wechsel der Unternehmen auf neue Geräte wegen des Auslaufens der Unterstützung von Windows 7 sowie das Interesse an Fahrassistenzsystemen für Autos trugen dazu bei.

Der Umbau des Portfolios hin zu Lösungen, welche die Berechnung und Analyse großer Datenmengen ermöglichen, mache sich bei Intel bezahlt und dürfte die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Geschäft mit Produkten für den PC-Bereich weiter verringern, schrieb Analyst Ingo Wermann von der DZ Bank.

„Das vierte Quartal war sehr gut dank eines sehr starken Datencenter-Geschäfts“, betonte auch James Williams vom Analysehaus Bernstein. Der Ausblick auf das erste Quartal 2020 liege deutlich über den Erwartungen, die starke Nachfrage setze sich als im neuen Jahr fort. Im zweiten Halbjahr sieht der Experte allerdings Gegenwind aufkommen: eine abebbende PC-Nachfrage, sinkende Bruttomargen und mehr Wettbewerb.

Laut Intel kletterte der Gewinn im vierten Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert um 33 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar (6,2 Milliarden Euro), hatte der Konzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss mittgeteitl. Die Erlöse wuchsen um 8 Prozent auf 20,2 Milliarden Dollar. In dem von Analysten gelobten Ausblick stellte der US-Konzern einen Jahresumsatz von 73,5 Milliarden Dollar in Aussicht, am Markt war mit weniger gerechnet worden.


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Im Rechenzentren-Geschäft legte der Umsatz im vergangenen Quartal um 19 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar zu. Da immer mehr Anwendungen in die Cloud wandern, ist der Hunger deren Betreiber nach Server-Chips groß. Intel muss in diesem Geschäft zugleich gegen Konkurrenz unter anderem vom Erzrivalen AMD antreten.

Bei PC-Chips gab es ein leichtes Umsatzplus von 2 Prozent auf zehn Milliarden Dollar. Zugleich rechnen Branchenbeobachter damit, dass die Welle von Geräte-Upgrades, die von dem Umstieg auf Microsofts Windows 10 getrieben wurde, im angebrochenen Jahr weitgehend auslaufen wird.

Die Autosparte Mobileye, die unter anderem an Technik für Roboterautos arbeitet, steigerte den Umsatz um 31 Prozent auf 240 Millionen Dollar, noch dank dem aktuellen Geschäft mit auf Kameratechnik basierten Assistenzsystemen.

Intel hatte in den vergangenen Monaten mit einigen Problemen zu kämpfen. So verspätete sich die Produktion neuer Chips und bei einigen Prozessoren konnte der Konzern nicht genug liefern. Diese Schwierigkeiten halfen dem lange schwächelnden Rivalen AMD.

Im gesamten Jahr 2019 stieg der Intel-Umsatz um zwei Prozent auf 72 Milliarden Dollar. Der Gewinn stagnierte indes bei 21 Milliarden Dollar.

rei/dpa/Reuters

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