Großhandel: Metro verliert ihren Vorstandschef Olaf Koch

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Großhandel Metro verliert ihren Vorstandschef Olaf Koch

Der langjährige Vorstandsvorsitzende der Metro kehrt dem Großhändler den Rücken. Olaf Koch will schon zum Jahresende aus dem Vorstand ausscheiden.

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Der Großhandelskonzern Metro muss sich einen neuen Chef suchen. Der langjährige Vorstandschef Olaf Koch habe Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann informiert, dass er seinen zum 1. März 2022 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wolle, teilte Metro am Freitag mit. Koch wolle zum Jahresende aus dem Vorstand ausscheiden.

Der Aufsichtsrat werde sich „kurzfristig“ mit der Personalie befassen. Die Hintergründe der angestrebten Demission sind noch unklar. In der Vergangenheit gab es immer wieder Dispute zwischen Koch dem Großaktionär Daniel Kretinsky. Der Tscheche war 2019 mit einer kompletten Übernahme des Handelskonzerns gescheitert.

Weitere Übernahmegerüchte durch den US-Konzern Sysco hatten sich im Frühjahr nicht bestätigt. Kretinsky, der zusammen mit seinem Investment-Partner Patrik Tkac knapp 30 Prozent an der Metro hält, machte zugleich deutlich, dass er keinen raschen Ausstieg plant: „Wir beabsichtigen ein langfristiges Engagement.“

Kretinsky machte in Zuge dessen auch klar, dass er nun den Vorstand Olaf Koch am Zug sehe, den Aktienpreis in die Höhe zu schrauben. Dazu erwarte er zahlreiche Initiativen des Vorstands. Am Freitag lag der Kurs zu Börsenschluss bei rund 8,50 Euro pro Aktie. Im Vorjahr notierte das Papier zur gleichen Zeit etwa sieben Euro höher.

Nach heftigen Umsatzeinbrüchen durch die Coronakrise Boden hat sich die Metro erst Anfang August wieder eine Prognose zugetraut. Der Konzern werde im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 (per Ende September) annähernd das Niveau des Vorjahres erreichen, hatte der Konzern erklärt. Die Aktie gewann damals etwa fünf Prozent.

Im dritten Quartal war der Umsatz insgesamt um 17,5 Prozent auf rund 5,6 Milliarden Euro eingebrochen, das bereinigte Ebitda erreichte 175 Millionen Euro. Seit Mitte April habe Metro aber eine Verbesserung der Umsätze registriert.

Koch war 2012 auf den Chefposten der damaligen Metro gerückt und hatte den weit verzweigten Konzern zu einem reinen Großhändler umgebaut. Unter anderem hatte er den Warenhausriesen Kaufhof verkauft, die Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn unter der Holding Ceconomy abgespalten. Zuletzt hatte sich Metro von der Supermarktkette Real getrennt.

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