Essaypreis: Demokratie und Wirtschaft

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Essaypreis Demokratie und Wirtschaft

Die Gewinner des Essaypreises der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der WirtschaftsWoche.

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Die siebenköpfige Jury debattierte länger als geplant, kein Wunder: Die Resonanz war überwältigend, und sehr viele Beiträge zeichneten sich durch Klugheit und Brillanz aus. Insgesamt 126 Texte, vor allem von jungen WissenschaftlerInnen und PublizistInnen, wetteiferten um den Essay-Preis der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der WirtschaftsWoche zum Thema „Demokratie und Wirtschaft“. Den ersten, mit 5000 Euro dotierten Preis in der Kategorie „Unveröffentlichte Beiträge“ (102 Einsendungen) sicherte sich Kasyoka Salim Mutunga, deren Beitrag wir – übersetzt mit der Unterstützung von DeepL und leicht gekürzt – in unserer aktuellen Printausgabe und digital publizieren.

Mutunga, 26, ist eine kenianische Rechtsanwältin und wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Anjarwalla & Khanna, einer führenden Anwaltskanzlei in Ost- und Zentralafrika. Sie arbeitet in ihrem Siegertext am Beispiel Afrikas den Zusammenhang von Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftlicher Entwicklung, die Wechselwirkung von demokratischen Prozessen und Wohlstandswachstum heraus. 

Mutunga konzediert: „Es gibt Belege für autokratische Staaten, in denen sich die Lebensverhältnisse vieler Menschen stetig verbessern.“ Aber die Geschichte der afrikanischen Länder seit ihrer Unabhängigkeit in den Sechzigerjahren zeige, dass die witschaftliche Prosperität eines Staates untrennbar an Teilhabe, Selbstbestimmung und das Recht auf Widerspruch, gleichsam an demokratisches „nation building“ geknüpft ist: „Es gibt keine Entwicklung ohne Freiheit. Man kann nicht wählen zwischen Wirtschaft und Demokratie. Wir müssen verstehen, dass das Regieren durch das Volk und für das Volk der Marktwirtschaft und dem Kapitalismus Glaubwürdigkeit verleiht. Die Diskreditierung demokratischer Prozesse im Streben nach wirtschaftlichen Zielen destabilisiert unsere Gesellschaften.“ 

Den zweiten Preis (3000 Euro) teilen sich die beiden Autorenduos Max Krahé/Mathis Richtmann und Steffen Murau/Andrei Guter-Sandu, die in ihren vielschichtigen Texten Szenarien eines eingebetteten Liberalismus sowie einer Demokratisierung der (europäischen) Wirtschaft und Geldpolitik entwerfen. Der dritte Preis (2000 Euro) geht an Lisa Suckert für ihre eleganten Reflexionen über das kapitalistische Zeitregime.Den Preis für bereits veröffentlichte Texte (3000 Euro) gewinnt der Publizist Adrian Lobe, der auch auf der Essay-Strecke der WirtschaftsWoche schon zwei Mal zum Zuge kam: mit der Dystopie einer Planwirtschaft, die sich dank KI und Big Data der Marktwirtschaft gegenüber als überlegen erweist. 

Weitere Informationen zu den Autoren und zur Jury sowie im Laufe der nächsten Wochen sukzessive auch Gewinnertexte und andere interessante Stücke finden Sie unter: www.wiwo.de/essaypreis und www.ghst.de/essaypreis

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