Emission: Knaus-Tabbert gibt bald Startschuss für Börsengang

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Emission Knaus-Tabbert gibt bald Startschuss für Börsengang

Pünktlich zur „Caravan“-Messe in Düsseldorf soll der Wohnmobil-Hersteller den Startschuss zur Emission geben. Die Erlöse daraus seien schon verplant.

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Der bayerische Wohnmobil-Hersteller Knaus-Tabbert macht Finanzkreisen zufolge mit seinen Börsenplänen Ernst. Die Nummer drei in Europa wolle bereits in der kommenden Woche – pünktlich zur „Caravan“-Messe in Düsseldorf – den offiziellen Startschuss für die geplante Emission geben, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

Noch im September soll das Unternehmen aus Jandelsbrunn im Bayerischen Wald dann an der Frankfurter Börse gelistet sein. Begleitet werde der Börsengang federführend von der Investmentbank Jefferies. Die Campingbranche erlebt in der Coronakrise eine Sonderkonjunktur, weil viele Urlauber aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus lieber im eigenen oder gemieteten Wohnmobil unterwegs sind.

Ein Teil des Emissionserlöses soll dem Unternehmen über eine Kapitalerhöhung selbst zufließen, um das Wachstum zu finanzieren. Knaus-Tabbert leide unter fehlenden Produktions-Kapazitäten und baue eine neue Fabrik, hieß es in den Kreisen. Die niederländische Beteiligungsfirma HTP wolle aber auch einen Teil ihres Engagements zu Geld machen.

Das Unternehmen hofft auf einen Börsenwert von mehr als 800 Millionen Euro, wie einer der Insider sagte. Bei einem für 2021 erwarteten operativen Ergebnis (Ebitda) von 75 Millionen bis 80 Millionen Euro wäre das eine höhere Bewertung als die des französischen Rivalen Trigano. HTP hatte das Unternehmen 2009 aus der Insolvenz herausgekauft. Vor drei Jahren hatte sich Knaus-Tabbert bereits börsenreif gemacht, um eine Übernahme zu finanzieren. Die Pläne hatten sich aber zerschlagen.

Inzwischen ist der Konkurrent von Trigano und der schwäbischen Hymer weiter gewachsen. 2019 lag der Umsatz nach Unternehmensangaben bei 780 Millionen Euro, der operative Gewinn Insidern zufolge bei 64 Millionen. Gut 3000 Mitarbeiter produzierten im vergangenen Jahr mehr als 26.000 Caravans und Reisemobile.

Angesichts der stabilen Börsen stehen mehrere Unternehmen in den Startlöchern, um im Herbst an den Aktienmarkt zu gehen. Fast zeitgleich mit Knaus-Tabbert wird die Emission des bayerischen Rüstungselektronik-Herstellers Hensoldt erwartet. Die frühere Airbus-Tochter gehört dem US-Finanzinvestor KKR. Als Kandidaten für einen Anlauf an die Börse wird auch der Wissenschaftsverlag Springer Nature genannt. Siemens bringt seine Energietechnik-Sparte Siemens Energy ebenfalls an die Börse; dazu werden aber nur den eigenen Aktionären Siemens-Energy-Aktien ins Depot gebucht.

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