Nach Drohnenangriff in Saudi-Arabien: Irans Präsident Rohani lehnt Treffen mit Trump ab

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Der Drohnenangriff auf die größte Erdölraffinerie Saudi-Arabiens sorgt für Unruhe an den Finanzmärkten und in der Politik. Die USA drohen mit Vergeltung – und nehmen Iran in den Blick.

10.45 Uhr: Die Huthi-Rebellen im Jemen drohen mit weiteren Angriffen auf die saudiarabische Ölindustrie. Die Anlagen des staatlichen Öl-Konzerns Aramco seien nach wie vor ein Ziel, erklärte die Miliz am Montag. Sie könnten jederzeit angegriffen werden. Die Huthi haben die Angriffe am Samstag auf zwei Ölraffinerien in Saudi-Arabien für sich reklamiert. Sie seien mit Drohnen verübt worden, die mit normalen und mit Düsenantrieben ausgestattet gewesen seien, teilte ein Sprecher der Aufständischen via Twitter mit. Er forderte Saudi-Arabien auf, seine „Aggression und Blockade des Jemen“ zu beenden. Die USA vermuten, dass der Huthi-Verbündete Iran hinter den Angriffe steckt. Die Islamische Republik weist die Vorwrfe zurück. Im Bürgerkriegsland Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis gegen die Huthis.

10.15 Uhr: Der Drohnen-Angriff auf die Ölanlage von Saudi-Aramco am Samstag hat zu dem größten Preissprung von Brent-Öl seit dem Golfkrieg geführt. Wie stark die Erdölpreise in den folgenden Tagen reagieren werden, hängt nach Einschätzung der Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs vor allem von der Dauer des Ausfalls ab. Der Produktionsausfall von etwa der Hälfte der saudischen Tagesproduktion sei jedenfalls „eine historisch große Störung“, heißt es in einer Studie von Goldman Sachs. Den deutlichsten Preisanstieg erwarten die Goldman-Experten, falls der gegenwärtige Produktionsausfall von etwa 5,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) länger als sechs Wochen anhalten sollte. In diesem Fall sei zum einen damit zu rechnen, dass die Industrieländer ihre strategischen Ölreserven anzapfen. Zudem dürfte der europäische Brent-Ölpreis auf über 75 US-Dollar steigen.

Am Montag kostete ein Barrel Nordseeöl gut 65 Dollar – rund fünf Dollar oder knapp neun Prozent mehr als am Freitag. Sollte der Ausfall in Saudi-Arabien dagegen nur kurz anhalten, beispielsweise eine Woche, würde sich nach Einschätzung der Experten die Risikoprämie am Rohölmarkt moderat erhöhen. Erwartet wird ein Anstieg um etwa drei bis fünf Dollar je Barrel. Bei einem Ausfall zwischen zwei und sechs Wochen wird ein etwas stärkerer Preisanstieg erwartet.

9.45 Uhr: Der Preissprung bei der Nordsee-Ölsorte Brent ermuntert Anleger zum Einstieg bei europäischen Ölwerten. Die Aktien der Förderer BP, OMV, Repsol, Shell und Total steigen um bis zu 3,9 Prozent. Die Papiere von Dienstleistern wie Schoeller Bleckmann, Saipem oder Petrofac gewinnen ähnlich stark. Auch die Aktie von BASF, die über ihre Tochter Wintershall im Ölgeschäft aktiv ist, profitiert.

08.12 Uhr: Die wachsenden Spannungen in der Golf-Region nach dem Angriff auf saudiarabische Öl-Anlagen machen Anleger nervös. Die „Antikrisen-Währung“ Gold verteuert sich um 1,6 Prozent auf 1511,91 Dollar je Feinunze.

Iranian Presidency/ Anadolu Agency/ Getty Images

Lehnt Treffen mit Trump ab: Irans Präsident Rohani

9.10 Uhr: Irans Präsident Hassan Rohani will seinen amerikanischen Amtskollegen Donald Trump am Rande der nächsten UN-Vollversammlung in New York nicht treffen. „Weder steht ein solches Ereignis an, noch wird es stattfinden“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Abbas Mousavi, am Montag im staatlichen Fernsehen und schob hinterher: „Ein solches Treffen wird es nicht geben.“ Teheran hat ein solches Treffen wiederholt abgelehnt. Das Weiße Haus hatte am Sonntag die Möglichkeit für ein Treffen nicht ausgeschlossen. Die Islamische Republik wies zuvor erneut Vorwürfe aus den USA zurück, für die Angriffe auf saudiarabische Ölanlagen verantwortlich zu sein. „Diese Anschuldigungen werden als inakzeptabel und völlig unbegründet verurteilt“, sagte Außenamtssprecher Mousavi. Am Sonntag hatte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter erklärt, der Iran stecke hinter dem Angriff auf die größte Ölverarbeitungsanlage der Welt.

9.00 Uhr: Der Dax
Börsen-Chart zeigen eröffnet mit Verlusten. Der deutsche Leitindex fällt wieder unter die Marke von 12.400 Punkten zurück.

8.00 Uhr: Die Luftangriffe auf wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien sind der US-Regierung zufolge eher aus dem Iran oder Irak und nicht aus dem Jemen verübt worden. Auf Satellitenaufnahmen seien mindestens 17 Einschläge zu erkennen und diese seien durch Angriffe aus nördlicher oder nordwestlicher Richtung verursacht worden, berichtete die „The New York Times“ am Sonntag (Ortszeit) nach einem Hintergrundgespräch mit US-Regierungsbeamten. Dies passe eher zu Angriffen aus dem nördlichen Persischen Golf, also dem Irak oder Iran, als zu Angriffen aus dem südlich von Saudi-Arabien gelegenen Jemen. Die jemenitischen Huthi-Rebellen hatten sich am Samstag zu den Angriffen bekannt.

Außerdem deute die Kombination aus vielen Drohnen und Raketen auf einen Grad an Umfang, Präzision und Finesse hin, der über die Fähigkeiten der Huthi-Rebellen allein hinausgehe, zitierte das Blatt einen US-Regierungsbeamten. US-Außenminister Mike Pompeo hat den Iran direkt für die Angriffe verantwortlich gemacht. Die Führung in Teheran bestreitet vehement jede Tatbeteiligung. Saudi-Arabien bezeichnete die Angriffe als „Terrorakt“, hat aber den Iran bislang nicht direkt beschuldigt.

07.55 Uhr: Nach den Drohnenangriffen auf die größte Ölraffinerie Saudi Arabiens hat US-Präsident Donald Trump den Urhebern mit einem Vergeltungsschlag gedroht. Trump machte allerdings keine Angaben dazu, wen die USA für den Urheber des Angriffs halten. Sein Außenminister hingegen hatte sich am Wochenende ziemlich klar positioniert. Trump schrieb auf Twitter: „Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen.“ Die USA stünden Gewehr bei Fuß („locked and loaded“), warteten aber auf eine Bestätigung und auf Angaben der saudischen Führung, wen sie für den Angriff verantwortlich mache und unter welchen Bedingungen vorgegangen werden solle.

Silas Stein/ DPA

Lufthansa: Aktie stark unter Druck

07.49 Uhr: Drohende zusätzliche finanzielle Belastungen durch den Ölpreis-Anstieg setzen Lufthansa Börsen-Chart zeigen zu. Die Aktien verlieren vorbörslich 3,3 Prozent, weil Treibstoff der Hauptkosten-Faktor für Fluggesellschaften ist. Der Dax Börsen-Chart zeigen wird ebenfalls deutlich niedriger erwartet.

07.46 Uhr: Der Preissprung des wichtigen Handelsgutes Rohöl gibt den Währungen von Exportländern wie Kanada und Russland Auftrieb. Im Gegenzug verbilligt sich der Dollar um jeweils ein knappes Prozent auf 1,3204 kanadische Dollar und 63,7940 Rubel.

07.39 Uhr: Aus Furcht vor Liefer-Ausfällen nach den Angriffen auf Öl-Anlagen in Saudi-Arabien decken sich Anleger panikartig mit Rohöl ein. Die Verknappung des weltweiten Öl-Angebots hat den Ölpreis auf den höchsten Stand seit sechs Monaten getrieben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um zehn Prozent auf 66,51 Dollar, ein Barrel US-Leitöl um neun Prozent auf 59,96 Dollar, nachdem die Produktion in zwei saudischen Ölförderanlagen nach Drohnenangriffen gedrosselt werden musste. Der Ausfall betrifft rund fünf Prozent des weltweiten Ölangebots.

07.30 Uhr: Der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat sich zu Wochenbeginn kaum von der Stelle bewegt. Am Montagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1070 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1096 Dollar festgesetzt. Kursgewinne verbuchten dagegen der japanische Yen, der Schweizer Franken und einige Währungen von Ländern mit starker Rohölförderung.

07.10 Uhr: Nach den Drohnenangriffen auf die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien hat US-Präsident Donald Trump die Freigabe nationaler Ölreserven im Falle von Engpässen bewilligt. Ausgehend von dem Angriff, „der sich auf die Ölpreise auswirken könnte“, habe er, falls erforderlich, die Freigabe genehmigt, schrieb Trump am Sonntagabend auf Twitter. Die Menge habe er noch nicht festgelegt, aber sie werde ausreichend sein, „um die Märkte gut zu versorgen“. Er habe zudem die zuständigen Behörden informiert, um die Genehmigungsverfahren für die Ölpipelines in Texas und anderen Staaten zu beschleunigen. Die strategischen Ölreserven der USA umfassen nach Angaben des US-Energieministeriums 630 Millionen Barrel. Saudi-Arabien produzierte der OPEC zufolge im vergangenen Monat rund 9,8 Millionen Barrel Öl pro Tag. Zuvor hatte bereits das US-Energieministerium mitgeteilt, im Falle von Engpässen seien die USA zur Freigabe von Ölreserven bereit.

07.00 Uhr: Vom Iran unterstützte jemenitische Rebellen bekannten sich zu dem Anschlag auf zwei Werke des saudischen Konzerns Saudi Aramco. Die Sorge vor einer Eskalation des Konflikts im Nahen Osten verteuerte die Anlagen in sogenannte sichere Häfen. So stieg der Goldpreis im frühen Handel in Asien um ein Prozent. „Wenn den Anlegern der Risikoappetit vergeht wegen der Sorgen vor Vergeltungsmaßnahmen, könnten einige Schwellenländer unter doppelten Druck geraten“, sagte Mitul Kotecha, Spezialist für dieses Gebiet bei TD Securities.

mit Agenturen

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