Denkfabrik: Killt Corona auch das Bargeld?

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Der Autor dieses Gastbeitrags ist Howard Davies, Aufsichtsratsvorsitzender der Royal Bank of Scotland und ehemaliger Direktor der London School of Economics (LSE).

Dieses Statement sorgte für viel Aufregung: Vor vier Jahren plädierte der ehemalige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Kenneth Rogoff, für die stufenweise Abschaffung des Papiergelds. Vor allem große Banknoten, so argumentierte er in seinem Buch „Der Fluch des Geldes“, würden die Steuerhinterziehung erleichtern und den Drogenhandel befeuern. Eine britische Studie hatte schon 1999 festgestellt, dass nur vier von 500 in London untersuchten Banknoten keine Spuren von Kokain aufwiesen.

Ein zweites Argument von Rogoff gegen das Bargeld bezog sich auf die Folgen für die Geldpolitik. Sein Credo: Für Zentralbanken wird die Einführung negativer Zinssätze schwieriger, wenn Anleger alternativ einen Tresor mit Banknoten füllen können. Damals erschien das manchen als abstruses Argument. Heute sind negative Zinssätze Normalität in mehreren Ländern (wenn auch noch nicht in den USA).

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