EU-Aktionärsrichtlinie: Bundestag beschließt Deckelung von Managergehältern

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Unternehmen, die an der Börse notiert sind, müssen die Gehälter ihrer Spitzenmanager künftig deckeln. Der Bundestag beschloss am Donnerstag die zweite EU-Aktionärsrichtlinie, wonach die Unternehmen künftig verpflichtet sind, Obergrenzen für die Vorstandsvergütung festzulegen. Die Aktionäre können diese Obergrenze per Abstimmung auf der Hauptversammlung herabsetzen, wenn sie ihnen zu hoch ist.

Die Aktionäre von Beiersdorf könnten also per Hauptversammlungsbeschluss Gehaltsexzessen wie bei Ex-Chef Stefan Heidenreich künftig einen Riegel vorschieben. Heidenreich hatte für das Geschäftsjahr 2018 inklusive Boni und Optionen knapp 24 Millionen Euro eingestrichen und sich zum Jahresende aus dem Konzern verabschiedet. Auf den Plätzen 2 und 3 der Dax-Topverdiener folgten im Jahr 2018 Allianz-Chef Oliver Bäte und der ehemalige SAP-Chef Bill McDermott mit jeweils rund 10 Millionen Euro.

„Das Gesetz zieht die richtigen Schlüsse aus der Finanzkrise und unterstreicht einmal mehr die Bedeutung einer fest im Prinzip der sozialen Marktwirtschaft verankerten Unternehmensverfassung für den Wirtschaftsstandort Deutschland“, erklärte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD). Die Umsetzung der Richtlinie schaffe „einen ausgewogenen Ausgleich der Arbeitnehmer- und Aktionärsrechte“.

Der Richtlinie zufolge muss der Aufsichtsrat eines börsennotierten Unternehmens künftig der Aktionärsversammlung ein Vergütungssystem vorlegen. Eine Vergütungsobergrenze ist demnach verpflichtend, zudem ein „detaillierter, jährlicher Vergütungsbericht über tatsächlich geleistete Zahlungen“.

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Die Richtlinie sieht laut Justizministerium auch eine verbesserte Information der Aktionäre vor. Offenlegungspflichten für einflussreiche Stimmrechtsberater und institutionelle Investoren wie Versicherungen und Rentenkassen sorgten für mehr Transparenz.

la/dpa

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