Börse: Dax-Euphorie über US-Konjunkturpaket ebbt ab

0/50 Bewertungen

DPA

Das Konjunkturpaket in den USA hebt die Stimmung in Frankfurt nur kurz

Trotz der zahlreichen Konjunkturpakete in aller Welt bleiben die Anleger an Europas Börsen in Habachtstellung. Nachdem der Dax am Vormittag über 10.000 Punkte gesprungen war, notierte er am Nachmittag ungefähr auf Vortagsniveau.

Der Sprung über die 10.000 Punkte im Dax währte am Mittwoch nur kurz. Am Vormittag hatte der deutsche Leitindex bis auf 10.137 Punkte zugelegt und damit seinen starken Kurszuwachs vom Vortag zunächst ausgebaut. Nach langen Verhandlungen hatten sich das Weiße Haus und die Demokraten in Washington auf ein billionenschweres Konjunkturpaket geeinigt, das hatte die Kurse weiter angetrieben. Dann aber nutzten Anleger das wieder höhere Niveau für Verkäufe. So sank der Dax im Verlauf des Nachmittags wieder etwa auf Vortagesniveau.

„Befeuert und beschleunigt werden die Kursbewegungen durch algorithmische Handelsprogramme, die kurzfristige Trends zusätzlich verstärken“, erläuterte Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Dadurch resultierten weiter starke Schwankungen am Aktienmarkt. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg ebenfalls zunächst stark, notierte am späteren Nachmittag nur noch 1,5 Prozent im Plus. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone notierte etwa ein Prozent im Plus.


Börse Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit


Eon kletterten nach Zahlenvorlage zeitweise um 13 Prozent nach oben und waren damit der stärkste Wert im Dax. Die Anteile des Sportartikelherstellers Adidas reagierten mit einem Plus von mehr als 6 Prozent auf die jüngsten Zahlen von Nike. Puma gewannen an der MDax-Spitze gut 8 Prozent. Der US-Wettbewerber hatte im vergangenen Geschäftsquartal trotz erster Belastungen durch die Corona-Krise deutlich mehr Umsatz gemacht.

Lufthansa büßten bis zu 3 Prozent ein. Die US-Bank Citigroup strich ihr Kursziel für die Airline von 10 auf 0,50 Euro fast komplett zusammen. Schlusslichter im Dax waren BASF und HeidelbergCement mit Verlusten von gut vier beziehungsweise gut sechs Prozent.


Geldanlage in Corona-Zeiten: Die Strategien der Family-Offices


Thyssenkrupp streicht im Stahlgeschäft 3000 Stellen. Der Konzern gehe endlich die Probleme an, hieß es aus dem Markt. Die Papiere zündeten nach ihrem Vortagessprung von plus 26 Prozent ein weiteres Kursfeuerwerk mit zunächst über 20 Prozent, am Nachmittag waren es nur noch plus 2 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,40 Prozent am Vortag auf minus 0,33 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,34 Prozent auf 143,98 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,32 Prozent auf 169,91 Zähler.

Der Euro kostete am Nachmittag 1,0829 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,0843 Dollar festgesetzt.

mit Nachrichtenagenturen

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*