Börse: Dax legt fast 6 Prozent zu

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Der Dax startet mit deutlichen Gewinnen in den Handel, nachdem er am Tag zuvor noch deutlich im Minus geschlossen hatte. Auftrieb geben dem Leitindex grüne Vorzeichen aus Asien und in der Nacht erholte Aktienindizes in den USA.

Im Windschatten der Kursgewinne an den asiatischen Börsen ist der Dax mit kräftigen Gewinnen in den Handel gestartet: In den ersten Minuten kletterte der Dax Börsen-Chart zeigen um 5,8 Prozent auf 9250 Punkte. Aktien von Infineon Börsen-Chart zeigen führen den Leitindex mit Zugewinnen von zunächst 13 Prozent an. Unterstützung kommt nicht nur von Asiens Börsenplätzen, sondern auch aus von der Wall Street, wo die Futures der wichtigsten Börsenindizes nach den Vortagesverlusten jetzt deutlich im Plus stehen.

„Nach einmal darüber schlafen können die Börsen den zusätzlichen Anleihe-Käufen der Fed jetzt doch viel Gutes abgewinnen“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Zusätzlich lebt die Hoffnung, dass sich Senat und Kongress heute endlich auf die letzten Details des Hilfspakets einigen.“

Parallel dazu lockert China die Ausgangsbeschränkungen in der Provinz Hubei, wo die Coronavirus-Pandemie ihren Ausgang nahm. In Italien, dem europäischen Epizentrum der Krise, schwächte sich der Anstieg von Neuinfektionen und Virus-Toten ab.

Zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt zählte Nordex Börsen-Chart zeigen mit einem Kursplus von 16 Prozent. Der Windkraftanlagen-Bauer peilt dank prall gefüllter Auftragsbücher ein Umsatzplus an. Das Gewinnziel bleibe allerdings hinter den Markterwartungen zurück, sagte ein Börsianer.

Am Montag war der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen trotz neuer Geldspritzen der US-Notenbank Fed 2,1 Prozent schwächer bei 8738 Punkten aus dem Handel gegangen, hatte damit aber deutlich über dem Tagestief geschlossen. Zudem hielt das Anfang vergangener Woche erreichte Corona-Crash-Tief von 8255 Zählern. Seither pendelte der Dax in einer vergleichsweise engen Handelsspanne zwischen 8500 und 9000 Punkten. In normalen Zeiten wäre das eine hohe Schwankungsbreite, aber nach den hektischen ersten Wochen des Corona-Chrashs, in dem der Dax bisher etwas mehr als 4800 Punkte oder knapp 36 Prozent verloren hat, ist dies schon ein Zeichen für eine Beruhigung.

Zeichen der Beruhigung: Ausschläge im Dax weniger heftig

Dies spiegelt sich auch in dem wieder gesunkenen VDax wider, der die Volatilität am Markt misst. Dieser hatte am 16. März mit 93,3 Punkten sein Krisenhoch erreicht und stand zuletzt bei knapp 65 Punkten. Das ist aber immer noch ein Vielfaches, das dieser Indikator in normalen Börsenzeiten erreicht. So waren im gesamten Jahr 2019 Werte über der Marke von 20 Zählern die absolute Ausnahme. Nach Einschätzung des CMC-Market-Experten Michael McCarthy habe sich die Lage an Märkten nach den umfangreichen Hilfspaketen der Notenbanken und Staaten zumindest etwas beruhigt.

In der Coronakrise werden im Bundestag über die Gesetzesvorlagen der Regierung beraten, mit denen die schlimmsten wirtschaftlichen Folgen der Krise abgefedert werden sollen. Eine Verabschiedung ist für Mittwoch geplant. Anzeichen darauf, wie stark der Konjunktureinbruch ausfallen könnte, erhoffen sich Börsianer aus den Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Euro-Zone.

Entscheidend sei aber, wie lange der Stillstand in der Bundesrepublik andauere, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst vom Brokerhaus CMC Markets: Es müsse sichergestellt werden, dass durch die Quarantäne die Produktionskapazitäten nicht verloren gingen. „Sonst stünde das Land möglicherweise am Ende an einem Punkt, wo das Virus zwar besiegt ist, die Kapazitäten aber so deutlich heruntergefahren wurden, dass es lange dauern wird, diese wiederherzustellen.“

An der New Yorker Wall Street hatten die wichtigsten Aktienindizes am Montag nach einem sehr nervösen Handel allesamt im Minus geschlossen. Der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen verlor 3,2 Prozent auf 18.559 Punkte. Er weitete somit die Verluste der bereits sehr schwachen Vorwoche aus und fiel auf den tiefsten Stand seit November 2016. Der S&P 500 gab 3,6 Prozent nach auf 2222 Zähler, der Technologieindex Nasdaq 100 Börsen-Chart zeigen verlor 1,5 Prozent auf 6778 Punkte.

Die Ankündigung der US-Notenbank Fed, unbegrenzt Staatsanleihen und bestimmte mit Hypotheken besicherte Wertpapiere zu kaufen, war damit verpufft. Zudem will die US-Notenbank mehrere Kreditprogramme auflegen, mit denen vor allem die Unternehmen und Haushalte gestützt werden sollen.

All das nützte offenbar aber nichts, da ein Hilfsprogramm für die Wirtschaft im von den Republikanern beherrschten US-Senat nicht die notwendige Stimmenanzahl erhielt. Anleger warteten nun auf die erneute Abstimmung im US-Senat über ein billionenschweres Konjunkturpaket.

Der Chef der Fed von St. Louis, James Bullard, warnte davor, dass die Arbeitslosigkeit auf 30 Prozent steigen könnte, falls nicht noch mehr steuerliche Maßnahmen ergriffen würden. Goldman Sachs geht mittlerweile für das zweite Quartal von einem Einbruch des realen US-Bruttoinlandsprodukts um knapp ein Viertel aus. Die Morgan-Stanley-Experten rechnen mit dem schwächsten Abschneiden der US-Wirtschaft seit 74 Jahren.


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Energiewerte stark unter Verkaufsdruck

Der Energiesektor litt unter einem Rückgang des Ölpreises, der entsprechende Index gab nach. Mit einem Minus von zehn Prozent gehörten Chevron Börsen-Chart zeigenzu den schwächsten Werten im Dow. Die Aktien des Rivalen Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen verloren 5,3 Prozent. Der weltweite wirtschaftliche Stillstand lässt die Nachfrage nach Treibstoffen einbrechen. Die entsprechenden Preise sackten in den USA um ein Fünftel ab. Dem Ölmarkt macht zudem der Preiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien zu schaffen. Das Überangebot ist so groß, dass die Aufsichtsbehörden in Texas erstmals seit fast 50 Jahren überlegen, die Produktion zu drosseln.

Ifo: Krise könnte in Deutschland bis zu eine Million Jobs kosten

Das Ifo-Institut erwartet die Kosten der Virus-Krise in Deutschland bei bis zu mehr als einer halben Billion Euro. Zudem könnte die Krise mehr als eine Million Jobs kosten. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet zugleich mit einem Konjunktureinbruch wie während der Finanz- und Bankenkrise 2009. Damals ging das Bruttoinlandsprodukt um 5,7 Prozent zurück.

mit Nachrichtenagenturen

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