Kursrally an der Börse: Dax und Dow springen – Anleger erwarten neues Hilfspaket

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Erholung an der Börse: Dax und Dow bauen am Dienstag ihre Gewinne deutlich aus. Anleger setzen darauf, dass die riesigen Hilfspakete der Regierungen und Notenbanken weltweit ihre Wirkung entfalten werden.

Die Aussichten auf zusätzliches billiges Geld der Notenbanken sowie milliardenschwere Hilfspakete für die Wirtschaft locken Anleger in die Aktienmärkte zurück. Der Dax Börsen-Chart zeigen gewann am Dienstag mehr als 8 Prozent auf 9500 Punkte hinzu. Am Vortag hatte der Dax noch im Minus geschlossen. Für Schub sorgten die US-Börsen: Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen starteten mit deutlichen Gewinnen in den Handel, da eine Einigung im US-Kongress auf das 2 Billionen Dollar schwere US-Konjunkturpaket erwartet wird.

„Nach einmal darüber schlafen können die Börsen den zusätzlichen Anleihe-Käufen der Fed jetzt doch viel Gutes abgewinnen“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Zusätzlich lebt die Hoffnung, dass sich Senat und Kongress heute endlich auf die letzten Details des Hilfspakets einigen.“

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Mit seiner Kursrally am Dienstag hat der deutsche Leitindex Dax seit seinem Anfang der Vorwoche markierten Tief nach dem Corona-Crash bei 8255 Punkten nun 1200 Punkte gut gemacht.

Der MDax der mittelgroßen Werte zog am Nachmittag um 4,90 Prozent an auf 19 760,69 Zähler. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gewann fast 6 Prozent.

Wirtschaftsstimmung in Eurozone bricht ein

Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone brach derweil im März als Folge der Virus-Krise dramatisch ein. Selbst der bisherige historische Tiefststand aus Zeiten der Weltfinanzkrise wurde klar unterboten. Dies zeige, wie stark die konjunkturellen Auswirkungen sind und welche Angst und Zurückhaltung vorherrscht, sagte ein Händler. In den USA werde sich erst noch zeigen, wie groß die wirtschaftlichen Auswirkungen tatsächlich sein werden.

BMW, Fresenius und Infineon steigen zweistellig

Im Dax legten am Dienstag im Zuge der breit angelegten Erholungsrally die Papiere von Daimler , Munich Re , Infineon , Fresenius SE , Volkswagen und Allianz SE im zweistelligen Prozentbereich um teils bis zu 15 Prozent zu.

Die Aktien von Thyssenkrupp steckten den zurückgezogenen Ausblick nach ihrem jüngsten Kurseinbruch im Zuge der Corona-Krise sehr gut weg. Im MDax gelang ihnen ein Kurssprung von 17 Prozent.

Euro klettert weiter

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,43 Prozent am Vortag auf minus 0,40 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,05 Prozent auf 144,47 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,36 Prozent auf 170,65 Zähler.

Der Euro nahm zeitweise Kurs auf 1,09 US-Dollar. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0803 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montag auf 1,0783 Dollar festgesetzt

Wall Street mit Kurssprung

An der Wall Street ging es am Dienstag deutlich aufwärts. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen startete mit einem Gewinn von mehr als 7 Prozent auf 19 973 Punkte. Anleger hoffen auf eine rasche politische Einigung über ein weiteres Hilfspaket gegen die Coronavirus-Krise. Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses, zeigte sich zuversichtlich, dass binnen weniger Stunden eine Einigung erreicht werde. Zum Wochenstart hatte der Streit zwischen Demokraten und Republikanern über Details zu dem zwei Billionen schweren Hilfspaket den US-Leitindex noch auf das tiefste Niveau seit November 2016 gedrückt.

Der marktbreite S&P 500 stieg am Dienstag um 5,36 Prozent auf 2357,38 Punkte. Der technologielastige Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen gewann 4,84 Prozent auf 7345 Punkte.

Nun setzten Anleger darauf, dass sich Senat und Kongress an diesem Tag zusammenraufen und das avisierte Paket beschließen. Immerhin steigt der Druck auf die Akteure von Tag zu Tag. Zudem wurden die weiteren Hilfsmaßnahmen der US-Notenbank (Fed), die am Vortag bekannt gegeben wurden, positiver bewertet.

Boeing-Aktie steigt um 20 Prozent

Zu den größten Gewinnern am Aktienmarkt gehörten Fluggesellschaften wie American Airlines, Delta oder United mit Kursgewinnen von bis zu 23,5 Prozent. Unabhängig von den Hilfen für die Gesamtwirtschaft planen die Demokraten im US-Repräsentantenhaus ein milliardenschweres Hilfspaket für die von den Reisebeschränkungen besonders hart getroffenen Branche. Die Aktien des Flugzeugbauers Boeing gewannen zuletzt knapp 20 Prozent an Wert.

Ölpreise legen zu

An diesem Dienstag nun erholten sich die Ölpreise. Nach Einschätzung des Rohstoffexperten Eugen Weinberg von der Commerzbank dürften die Notmaßnahmen der amerikanischen Notenbank den Ölpreisen aber nur kurzfristig deutlichen Aufwind bescheren. Er sprach vielmehr von einem „Strohfeuer“. Er verwies auf immer neue Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft und eine daraus resultierende „beispiellose Nachfrageschwäche“. Außerdem belaste nach wie vor ein Preiskrieg unter führenden Ölstaaten.

Gleichwohl zogen die Aktien des Ölkonzerns Chevron in diesem positiven Umfeld im US-Handel um rund 6 Prozent an. Seit dem Jahreswechsel haben sie jedoch schon mehr als die Hälfte ihres Werts verloren. Der Ölkonzern streicht im Zuge der Corona-Krise seine Förderpläne und Investitionen zusammen. Auch der Rückkauf eigener Aktien werde vorerst gestoppt.

Unterdessen kamen aus den von der Pandemie bislang am härtesten getroffenen Ländern ermutigende Nachrichten: China lockert die Ausgangsbeschränkungen in der Provinz Hubei, wo die Krise ihren Ausgang nahm. Im europäischen Epizentrum Italien schwächt sich der Anstieg von Neuinfektionen und Virus-Toten ab.

Rohstoffe verteuern sich, Dollar auf Talfahrt

In der Hoffnung auf eine baldige Erholung der Weltwirtschaft deckten sich Anleger auch wieder mit Rohstoffen ein. So verteuerte sich die Ölsorte Brent aus der Nordsee um 5 Prozent auf 28,39 Dollar je Barrel (159 Liter). Das wichtige Industriemetall Kupfer kostete mit 4734,50 Dollar je Tonne 2,3 Prozent mehr als am Montag. Gold legte 2,1 Prozent auf 1586,09 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zu.

Die Aussicht auf eine weitere Geldflut der Fed schickte die Weltleitwährung dagegen auf Talfahrt. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, büßte 1,2 Prozent ein und steuerte auf den größten Tagesverlust seit dreieinhalb Jahren zu. Der Euro gewann im Gegenzug ein Prozent auf 1,0828 Dollar. „Die Fed pumpt zwar immer mehr Dollar in den Markt“, sagte Koichi Kobayashi, Devisenchef der Mitsubishi Trust Bank. „Wir müssen aber abwarten, ob dieses Geld auch jedes Eckchen der Wirtschaft erreicht.“


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Zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt zählte Nordex Börsen-Chart zeigen mit einem Kursplus von 18 Prozent. Der Windkraftanlagen-Bauer peilt dank prall gefüllter Auftragsbücher ein Umsatzplus an. Das Gewinnziel bleibe allerdings hinter den Markterwartungen zurück, sagte ein Börsianer.

Der Laserspezialist LPKF Börsen-Chart zeigen löste mit optimistischen Tönen zur Dividende einen Kurssprung von 14 Prozent aus. ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen gewannen knapp 6 Prozent. Der italienische Medienkonzern Mediaset Börsen-Chart zeigen stockte seine Beteiligung am deutschen MDax-Konzern auf. Der angeschlagene Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen kassierte seine Prognose, dessen Aktien gewannen dennoch fast 12 Prozent. Porsche Börsen-Chart zeigen gewinnt leicht, nachdem der Autokonzern meldet, die Dividende zu erhöhen. Der Technologie- und Rüstungskonzern Jenoptik Börsen-Chart zeigen stellt wegen der Corona-Krise seine Jahresziele und die angekündigte Dividende in Frage. Derzeit lasse sich noch nicht belastbar einschätzen. An der Börse legten die Papiere am Dienstagvormittag um über 2 Prozent zu.

Fed-Hilfen treiben Öl-Preis an

Die Ölpreise haben am Dienstag die behutsame Erholung vom Vortag fortgesetzt. Gestützt wurde die Entwicklung durch die am Montag von der US-Notenbank Fed angekündigten Nothilfen für die amerikanische Wirtschaft. Marktbeobachter sahen auch im schwächeren Dollarkurs einen Grund für die aktuell steigenden Ölpreise. Weil Rohöl in US-Dollar gehandelt wird, macht eine schwächere amerikanische Währung Öl außerhalb des Dollarraums günstiger und stützt so die Nachfrage.

Am Dienstagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 28,27 US-Dollar. Das waren 1,24 Dollar mehr als am Montag. Auch US-Öl konnte die jüngsten Tiefstände weiter auf Abstand halten. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI kostete zuletzt 24,53 Dollar und damit 1,17 Dollar mehr als am Montag. In der Nacht von Sonntag auf Montag war der Preis für US-Öl noch zwischenzeitlich unter 20 Dollar je Barrel gefallen.

Eurokurs legt weiter zu

Der Euro hat am Dienstag an die Kursgewinne vom Wochenauftakt angeknüpft und weiter zugelegt. Erneut sorgte eine Dollar-Schwäche im Gegenzug für Auftrieb beim Euro. Im Zuge eines politischen Streits in Washington über ein US-Hilfsprogramm war die US-Währung unter Druck geraten. Außerdem belasten weitere Hilfsmaßnahmen der US-Notenbank für die US-Wirtschaft.

Am Morgen stand die Gemeinschaftswährung bei 1,0781 Dollar, nachdem sie am frühen Morgen zeitweise bis auf 1,0823 Dollar gestiegen war. Am Vorabend war der Euro noch etwa einen halben Cent tiefer gehandelt worden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,0783 (Freitag: 1,0707) Dollar festgesetzt.

mit Nachrichtenagenturen

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