Börse: Die Fed geht aufs Ganze,  doch Dow und Dax taumeln abwärts

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Der Dax fällt am Montag wieder in Richtung 8500 Punkte. Das Hilfspaket der US-Notenbank Fed stützt die US-Börsen nur für kurze Zeit: Der Dow Jones gibt seine Kursgewinne wieder ab und fällt auf ein Dreijahrestief unter der Marke von 19.000 Punkten.

Nur eine kurze Erholung an der Börse: Neue Stützungsmaßnahmen der US-Notenbank Federal Reserve haben dem Dax Börsen-Chart zeigen am Montagmittag zunächst Rückenwind verliehen. Der Dax Börsen-Chart zeigen stieg am Mittag zeitweise über die Marke von 9100 Punkten, gab dann aber seine Gewinne komplett wieder ab und fiel zurück ins Minus.

Auch an der Wall Street konnte die Fed mit ihrem neuen Hilfspaket zunächst nur ein Strohfeuer entfachen. Nachdem die US-Notenbank Fed bereits zuletzt umfangreiche Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft ergriffen hatte, kündigte sie am Montag nun weitere Käufe von Staatsanleihen und von Hypothekenpapieren an – notfalls unbegrenzt. Zudem will die Fed weitere Kredite an Unternehmen vergeben.

Börsianer schauen nun mit Spannung darauf, ob der Dax die Marke von 8500 Punkten verteidigen kann. Seit dem Start des Corona-Crashs vor vier Wochen hat der deutsche Leitindex bereits rund 34 Prozent an Wert verloren.

Zu den größten Verlierern im Dax gehörte erneute die Aktie der Lufthansa, die zeitweise unter die Marke von 8,40 fiel. Damit notiert die Aktie nur noch knapp über ihrem Zehnjahrestief. Die Lufthansa Börsen-Chart zeigen ist unter den Dax-Werten am stärksten von der Corona-Krise getroffen, da mehr als 70 Prozent der in Normalzeiten angebotenen Flüge ausfallen. Die Airline will jetzt 700 Maschinen auf deutschen Flughäfen parken.

Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und Fresenius Börsen-Chart zeigen, die jeweils rund 4 Prozent zulegten.

Wall Street: Dow Jones fällt trotz Fed-Einsatz auf Dreijahrestief

Ein neues, umfangreiches Notpaket der US-Notenbank Fed zur Linderung der Corona-Krise ist am Montag an den US-Börsen zunächst verpufft. Der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen verlor zuletzt 4 Prozent auf 18 400 Punkte. Der US-Leitindex fiel damit auf den tiefsten Stand seit November 2016. Der marktbreite S&P 500 fiel dennoch um 2,68 Prozent auf 2243,26 Punkte. Der technologielastige Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen verlor 1,37 Prozent auf 6900 Punkte.

Nach Zinssenkungen und einem großen Anleihekaufprogramm kündigte die Fed nun an, unbegrenzt Staatsanleihen und bestimmte mit Hypotheken besicherte Wertpapiere zu kaufen. Zudem legt sie mehrere Kreditprogramme auf, mit denen vor allem die Unternehmen und Haushalte gestützt werden sollen.

„Die Fed geht aufs Ganze“, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets. Mit den Maßnahmen springe die Notenbank aber nicht nur der Wall Street bei, sondern versuche, auch den US-Bürgern unmittelbar zu helfen. Auch scheine sich die Fed dazu entschlossen zu haben, angesichts des stark steigenden Dollar-Kurses nun auf radikale Maßnahmen zu setzen.

3M fährt Produktion von Atemschutzmasken hoch

Unter den Einzelwerten lohnt sich ein Blick auf 3M . Der Mischkonzern will seine Produktion Atemschutzmasken vom Typ N95 innerhalb eines Jahres auf eine Stückzahl von zwei Milliarden verdoppeln. In den USA werden die Masken, mit denen sich Angestellte im Gesundheitswesen vor einer Ansteckung schützen, angesichts der stark zunehmenden Zahl der Covid-19-Erkrankungen vielerorts knapp. Im vorbörslichen US-Handel stiegen die Aktien um 2,5 Prozent.

Boeing setzt Dividendenzahlung aus

Die Coronavirus-Krise zwingt den angeschlagenen Luftfahrtriesen Boeing zu weiteren Einschnitten. Vorstandschef Dave Calhoun und Verwaltungsratsvorsitzender Larry Kellner erhalten bis zum Jahresende keine Bezahlung mehr. Zudem setzt der Flugzeugbauer seine Dividendenzahlung bis auf Weiteres aus und lässt sein bereits seit April 2019 ruhendes Aktienrückkaufprogramm noch länger pausieren. Dennoch zogen die Boeing-Papiere zuletzt um 3 Prozent an, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Anteilsscheine zum Kauf empfohlen hatte. Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sei nun substantiell in den Kurs eingearbeitet, schrieb Analyst Noah Poponak. Wenn die Krise erst einmal überwunden sei, würden Flugreisen wieder so populär wie zuvor.

Auch Asiens Börsen mit Verlusten

Die massiven staatlichen Einschränkungen in immer mehr Ländern setzten zum Wochenanfang auch die asiatischen Aktienmärkte unter Druck. In Shanghai sanken die Kurse um weitere 2 Prozent, in Hongkong um 4 Prozent. Der Nikkei-Index in Tokio allerdings legte 2 Prozent zu.


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In Deutschland wollen Bund und Länder die rasante Ausbreitung des Coronavirus mit weiteren und beispiellos drastischen Beschränkungen verlangsamen. Während in Europa vor allem Italien große Sorgen bereitet, ergreift die Angst vor dem tödlichen Virus auch immer mehr die USA. Dort sind Die Verhandlungen um ein Coronavirus- Konjunkturpaket in Höhe von mehr als einer Billion Dollar ins Stocken geraten. Die Demokraten im US-Senat blockierten das federführend von Republikanern erstellte Paket.


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Airbus und VW-Tochter Traton nehmen Prognose für 2020 zurück

Am Morgen nahm Airbus Börsen-Chart zeigenseine Prognose für 2020 zurück und machte sich für den drastischen Einbruch der Luftfahrt wegen der Corona-Krise wetterfest. Europas größter Flugzeugbauer stockte seinen Kreditrahmen um 15 Milliarden Euro auf, wie der Konzern am Montag in Toulouse mitteilte. Zuletzt haben viele Unternehmen ihre Prognosen für das laufende Jahr drastisch zusammengestrichen.

Die VW -Tochter Traton teilte unterdessen mit, dass der Prognosebericht angesichts der Coronavirus-Pandemie nicht länger gültig ist. Eine aktualisierte Prognose sei derzeit nicht möglich, hieß es seitens des Lastwagenherstellers. Das hatte am Freitagabend auch der Entwicklungsdienstleister für die Auto- und die Luftfahrtbranche Bertrandt bereits getan. Unter den „gegenwärtigen dynamischen Umständen“ werde von einer neuen Vorhersage für das Geschäftsjahr 2019/20 abgesehen, hieß es. Bertrandt sei finanziell aber solide aufgestellt.

MTU setzt Produktion aus

Der Triebwerksbauer MTU setzt aufgrund der Coronavirus-Pandemie die Produktion an mehreren europäischen Standorten für mehrere Wochen aus. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus streicht zudem wegen der Coronavirus-Pandemie seine Prognose für das laufende Jahr. Zudem wurde der Dividendenvorschlag für 2019 zurückgenommen.

Zahlen von Innogy: Ex-RWE-Tochter streicht Dividende

Zudem legten Innogy und Traton am Morgen Zahlen vor. So will die frühere RWE -Tochter Innogy auf die Zahlung einer Dividende verzichten. Das Geschäftsjahr 2019 sei erwartungsgemäß unter dem Vorjahr abgeschlossen worden, hatte das vom Energieversorger Eon übernommene Unternehmen zuvor mitgeteilt.

Dialog Semiconductor fliegt aus dem MDax, Hellofresh rückt auf

Zudem könnten einige Index-Neuerungen in den Blick rücken: So gehört nun der Kochboxenlieferant Hellofresh dem MDax an, wo er Dialog Semiconductor Börsen-Chart zeigen Semiconductor ersetzt.

Im SDax sind wieder Steinhoff und Adler Real Estate vertreten. SNP und Godewind Immobilien wurden ebenfalls dort aufgenommen. Dafür mussten der UV-Technologie-Spezialist Dr. Hönle sowie SGL und Heidelberger Druckmaschinen ausscheiden. Tui wurde aus dem britischen Leitindex FTSE 100 herausgenommen.

Der Halbleiterhersteller und Apple-Zulieferer Dialog Semiconductor Börsen-Chart zeigen gibt sich trotz der Corona-Krise optimistisch. „Wir erwarten, Stand Anfang März, dass die Produktionskapazitäten unserer Kunden bis Ende des laufenden Monats wieder 100 Prozent erreichen“, sagte Unternehmenschef Jalal Bagherli „Euro am Sonntag“. Das alles hänge aber natürlich auch von der Entwicklung der Nachfrage ab.

Euro etwas fester

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Montagmorgen gestiegen und konnte sich damit nach jüngsten Kursverlusten vorerst stabilisieren. Der Kurs der Gemeinschaftswährung erholte sich im frühen Handel ein Stück weit, nachdem er in der vergangenen Nacht bis auf 1,0636 US-Dollar gefallen war und damit auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Am Morgen stieg der Euro wieder über 1,07 Dollar und wurde zuletzt bei 1,0750 Dollar gehandelt.

ak/dpa-afx/reuters

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