Börse: Wirecard-Kurssturz frisst Dax-Gewinne

0/50 Bewertungen

Bis zum Mittag büßt der Dax nahezu die Hälfte seiner Gewinne wieder ein, kann sich aber über der Marke von 12.500 Punkten halten. Vor allem der Kursrutsch von Wirecard nagt an den Gewinnen.

Der Dax
Börsen-Chart zeigen
hat am Dienstagvormittag rund die Hälfte seiner Anfangsgewinne eingebüßt, konnte sich aber über der Marke von 12.500 Punkten halten. Auf aktuelle deutsche Konjunkturdaten reagierte der Leitindex leicht positiv und notierte zuletzt 0,38 Prozent höher bei 12.534,21 Punkten. Am Freitag hatte es der Dax erstmals seit Juli wieder über 12.500 Punkte geschafft. Nach einem leichten Dämpfer im Zollstreit zwischen den USA und China konnte er die Gewinne zum Wochenstart aber nicht halten.

Der MDax Börsen-Chart zeigen, der die mittelgroßen deutschen Werte umfasst, stieg am Dienstag um 0,51 Prozent auf 25.768,65 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen gewann rund 0,6 Prozent hinzu.

„Die Anleger bleiben trotz der jüngsten Aussagen Chinas optimistisch, was den Ausgang der Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit den USA angeht“, erklärte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Zwar wolle Peking vor Unterzeichnung eines Teilabkommens noch Gespräche führen, immerhin seien kurzfristig aber keine weiteren Strafzölle und eine Eskalation des Konflikts zu befürchten. „Das allein genügt derzeit, um die Anleger in Kauflaune zu halten“, so Cutkovic.

Zudem trübten sich die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten im Oktober weniger als befürchtet ein. Dennoch zog Analyst Thomas Altmann von QC Partners ein kritisches Fazit: „Der ZEW-Index zeigt einmal mehr: Deutschland steckt in einer tiefen Krise. Das Neun-Jahres-Tief der aktuellen Lageeinschätzung lässt sich nicht als negativer Ausrutscher abtun. Damit ist die Lageeinschätzung deutlich negativer als vor der Rezession der Jahre 2012 und 2013.“

Wirecard mit massiven Kursverlusten

Die Wirecard-Aktien Börsen-Chart zeigen brachen nach erneuten Vorwürfen der „Financial Times“ hinsichtlich der Geschäftspraktiken des Zahlungsabwicklers zeitweise um mehr als ein Fünftel auf den tiefsten Stand seit April ein. Zuletzt notierten sie mit einem Kursabschlag von gut 17 Prozent. Die „FT“ hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach kritisch geäußert, was den Aktienkurs immer wieder belastet hatte. Wirecard weist die neuen Vorwürfe derweil entschieden zurück.

Der Kochboxenversender Hellofresh wird für das laufende Jahr zuversichtlicher. Sowohl beim Betriebsgewinn als auch beim Umsatz erwartet das Unternehmen jetzt mehr als zuletzt. Grund für den zunehmenden Optimismus ist das dritte Quartal, das besser lief als erwartet. „Eine erneut starke Vorstellung des Unternehmens“, kommentierte ein Händler das Zahlenwerk. Analyst Robert Berg von der Privatbank Berenberg schrieb, Hellofresh habe einmal mehr herausragend abgeschnitten. Sein Kollege Marcus Diebel von JPMorgan erhöhte sein Kursziel von 18 auf 20 Euro. Die Aktien schnellten um mehr als 16 Prozent nach oben und erklommen ein Rekordhoch bei 16,54 Euro.

Dagegen enttäuschte der Stahlhändler Klöckner & Co. Börsen-Chart zeigen mit einer erneuten Gewinnwarnung. Klöckner begründete den Pessimismus mit einem schwachen vorläufigen Quartalsergebnis. Nach der dritten Gewinnwarnung des Stahlhändlers in diesem Jahr könnte der Markt die Klöckner-Aktie nun als „hoffnungslosen Fall“ ansehen, fürchtete ein Händler am Morgen. Die Klöckner-Papiere sackten zuletzt um mehr als 16 Prozent ab.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick.


Der Dow Jones
Börsen-Chart zeigen
gab am Montag um 0,11 Prozent auf 26.787,36 Punkte nach. Zuletzt hatte der US-Leitindex drei Tage in Folge mit Gewinnen geschlossen und so für die Vorwoche ein Plus von fast 1 Prozent eingetütet. Der marktbreite S&P 500 fiel am Montag um 0,14 Prozent auf 2966,15 Punkte und der technologielastige Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen bewegte sich mit minus 0,02 Prozent 7842,33 Zähler kaum vom Fleck. Insgesamt hielten sich die Aktivitäten angesichts des Feiertages „Columbus Day“ in Grenzen.

In Japan deckten sich Anleger nach dem verlängerten Wochenende mit Aktien aus dem Land ein. Der NikkeiIndex Börsen-Chart zeigen stieg am Dienstag um 1,9 Prozent auf 22.217 Punkte. Börsianern zufolge war dies eine verspätete Reaktion auf die Teil-Einigung im Zollstreit zwischen den USA und China.

Euro weiter über 1,10 Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Dienstag weiter über der Marke von 1,10 US-Dollar notiert. Am Morgen kostete die gemeinsame Währung der 19 Euroländer 1,1030 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1031 Dollar festgelegt.

Am Dienstag dürften die Anleger an den Finanzmärkten unter anderem nach Mannheim blicken. Dort veröffentlicht das Forschungsinstitut ZEW sein monatliches Konjunkturbarometer. Nach der deutliche Aufhellung im Vormonat, allerdings von niedrigem Niveau aus, rechnen Analysten jetzt mit einer leichten Eintrübung. Nach wie vor gelten die Aussichten für die exportorientierte deutsche Wirtschaft wegen der vielen Handelskonflikte als trübe.

Ein Auge dürften Anleger auch auf zahlreiche Wortmeldungen von hochrangigen Notenbankern werfen. Insbesondere in den USA, wo Ende Oktober die nächste Zinsentscheidung ansteht, wenden sich einige Zentralbanker an die Öffentlichkeit. Eine erneute Zinssenkung der amerikanischen Notenbank gilt an den Finanzmärkten als gut möglich, jedoch nicht als ausgemachte Sache.

Ölpreise geben weiter nach

Die Ölpreise haben am Dienstag ihre Kursverluste vom Wochenstart ausgeweitet. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen 58,84 US-Dollar. Das waren 51 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 44 Cent auf 53,15 Dollar.

Am Rohölmarkt ist die Skepsis groß, dass sich die USA und China tatsächlich auf eine umfassende Lösung ihres Handelskonflikts verständigen können. Untermauert werden derartige Zweifel durch Medienberichte, wonach China weitere Gespräche mit den USA wünscht, bevor das von US-Präsident Donald Trump bereits als Durchbruch verkaufte Teilabkommen unterzeichnet werden könne.

Argumentiert wird zudem, dass selbst im Falle einer Einigung die Nachfrage nach Erdöl gedämpft bleiben dürfte. So hatte unlängst die Internationale Energieagentur IEA ihre Prognose für die Erdölnachfrage reduziert. Als ein wichtiger Grund gilt die generelle Verlangsamung der Weltwirtschaft, was nicht ausschließlich auf den US-chinesischen Handelskonflikt zurückzuführen ist.

mit Nachrichtenagenturen

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*