Optimismus hält Dax-Erholungsrally in Gang: Daimler, BMW und Volkswagen gefragt

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In Erwartung der Einigung auf ein 100 Milliarden Euro schweres Konjunkturpaket der Bundesregierung setzt der Dax am Mittwoch die Erholungsrally weiter fort. Neben Bayer und Tui stehen auch angesichts des erwarteten Konjunkturpakets auch die Titel der Autokonzerne im Fokus von Anlegern.

Nach dem fulminanten Start in den Juni zeigt der Dax Börsen-Chart zeigen auch am Mittwoch keinerlei Ermüdungserscheinungen. Der Leitindex festigte vom Start weg die Marke von 12.000 Punkten, die er am Vortag zurückerobert hatte. Binnen der ersten Handelsstunde baute er seine Gewinne sogar noch etwas aus, zuletzt gewann er 1,67 Prozent auf 12 221,54 Zähler.

„Die Börsenampel bleibt ganz klar auf grün, und die Bullen dürften nach dem Sprung über die psychologisch wichtige Marke nun noch mutiger werden“, erklärte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Unter Anlegern herrscht weiter Hoffnung auf eine schnelle Wirtschaftserholung von der Corona-Krise. Der MDax Börsen-Chart zeigen stieg um 1,02 Prozent auf 26 346,41 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx Börsen-Chart zeigen legte 1,32 Prozent auf 3200,64 Zähler zu.

Am Dienstag hatte der Dax dank Spekulationen auf eine kraftvolle Erholung der Wirtschaft von der Corona-Krise 3,8 Prozent auf 12.021,28 Punkte zugelegt. Nach einem rund neunstündigen Treffen vertagten die Spitzen von CDU, CSU und SPD ihre Beratungen am späten Dienstagabend. Zum Stand der Verhandlungen wurden zunächst keine Details bekannt. Die Koalitionspartner hatten bereits vor dem Treffen vereinbart, dass die Beratungen gegen 23.00 Uhr beendet und am Mittwochvormittag fortgesetzt würden.

Umstritten sind vor allem geplante Hilfen für die Automobilindustrie und eine finanzielle Entlastung der Kommunen. Daneben richten Investoren ihre Aufmerksamkeit auf die Beschäftigtenzahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP. Sie geben einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag. Experten rechnen mit dem Wegfall neun Millionen weiterer Jobs.

Die Aktien-Anleger in New York haben am Dienstag die weltweiten Lockerungen in der Corona-Krise höher gewichtet als die gegenwärtigen sozialen Unruhen in vielen US-Städten. Der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen gewann 1,05 Prozent auf 25.742,65 Punkte, schaffte es damit allerdings nicht ganz, sein in der Vorwoche erreichtes Hoch seit Anfang März zu überwinden. Dies gelang dafür dem S&P 500 , der marktbreite und daher besonders aussagekräftige Index schloss 0,82 Prozent höher auf 3080,82 Zähler.

Die Aktienmärkte in Asien haben am Mittwoch erneut Kursgewinne verzeichnet. In Japan legte der Nikkei 225 Börsen-Chart zeigen zuletzt um rund ein Prozent zu, nachdem der Leitindex bereits an den Vortagen deutlich zugelegt hatte. In Shanghai gewann der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen rund 0,6 Prozent. Weiter nach oben ging es auch am Aktienmarkt in Hongkong, der Hang Seng zog nach dem kräftigen Schub zu Wochenbeginn um über ein Prozent an.


Kursübersicht: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit


Lufthansa und Bayer im Fokus

Unternehmensseitig stehen die Papiere von Lufthansa Börsen-Chart zeigen, Bayer Börsen-Chart zeigen und Tui Börsen-Chart zeigen im Fokus. Aber auch für die Autobauer ging es nach dem rasanten Kursanstieg am Vortag im Dax weiter bergauf. Spitzenreiter im Leitindex wurden aber Infineon mit einem Kurssprung um vier Prozent. Händlern zufolge sorgte dabei das US-Unternehmen Microchip mit einem angehobenen Umsatz- und Gewinnausblick weiter für gute Stimmung in der ganzen Chipbranche.

Im Schadenersatz-Streit um den zum Bayer-Konzern gehörenden Unkrautvernichter Glyphosat begann vor einem kalifornischen Gericht das erste Berufungsverfahren in den USA. In der einstündigen Anhörung legten die Anwälte beider Parteien ihre Argumente dar. Die drei Richter erörterten mit ihnen Verfahrensfragen. In welche Richtung ihre Entscheidung gehen könnte, war nicht erkennbar. Eine Kaufempfehlung treibt zudem die Aktien von BASF an. Sie legen im Frankfurter Frühhandel um 3,6 Prozent zu. Die Analysten der Investmentbank Jefferies stuften die Titel auf „Buy“ von „Hold“ nach oben.

Die Corona-Pandemie hat bei Lufthansa im ersten Quartal zu einem Geschäftseinbruch geführt. Von Januar bis März summierte sich der Fehlbetrag nach Steuern und Abschreibungen auf 2,1 Milliarden Euro. Die Aktien reagierten nach der jüngsten Rally der Papiere bis an die 10-Euro-Marke vorbörslich marktkonform, wie ein Anstieg um 1,2 Prozent zeigt.

Der Reisekonzern Tui hat sich mit dem US-Flugzeughersteller Boeing auf eine Kompensation für den finanziellen Schaden verständigt, der durch Flugverbote für Maschinen des Typs 737 Max entstanden ist. Die Titel gewinnen im Frankfurter Frühhandel 6,7 Prozent, später lag das Plus bei 2,2 Porzent.

In Erwartung eines milliardenschweren Konjunkturpakets sind Auto-Aktien weiter im Aufwind. Die Anteilsscheine von Daimler Börsen-Chart zeigen legen am Vormittag um 2,4 Prozent zu , nachdem sie am Vortag bereits um 7,7 Prozent gestiegen waren. Volkswagen-Aktien Börsen-Chart zeigen notieren mit 2,7 Prozent im Plus, BMW-Papiere Börsen-Chart zeigen sogar über 4 Prozent

Bei Südzucker Börsen-Chart zeigen will der neue Vorstandschef Niels Pörksen die Strategie des im SDax Börsen-Chart zeigen notierten Konzerns deutlicher herausarbeiten. „Für mich ist sie noch nicht klar genug“, sagte er dem „Mannheimer Morgen“. „Auch Mitarbeiter fragen sich, wie das große Bild aussieht, auf das wir zusteuern möchten.“

Im SDax rückten die Papiere von Elmos als Klassenbester sogar um sechs Prozent vor. Im erweiterten Branchenkreis gewannen die Papiere des Waferproduzenten Siltronic und des Maschinenbauers Aixtron jeweils etwa drei Prozent.

Im MDax blieben die 3,3 Prozent höheren Papiere des Immobilienkonzerns Aroundtown wegen der anlaufenden Aktienrückkäufe gefragt. Am Vortag hatten sie schon von der Ankündigung mächtigen Rückenwind erhalten. Von diesem Mittwoch an bis zum Jahresende wollen die Luxemburger nun für eine halbe Milliarde Euro eigene Aktien zurückkaufen.

Eurokurs steigt über 1,12 US-Dollar

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen ist am Mittwoch über 1,12 US-Dollar gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,1212 Dollar gehandelt. Dies ist der höchste Stand seit Mitte März. In der Nacht hatte der Euro noch merklich unter der Marke von 1,12 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1174 (Montag: 1,1116) Dollar festgesetzt. Beobachter verweisen auf eine breit angelegte Schwäche des Dollar. Die Zuversicht an den Finanzmärkten würde die Nachfrage nach der Weltleitwährung dämpfen.

Die Kursverluste des Dollar sind aber offenbar nicht nur auf die freundliche Stimmung an den Finanzmärkten zurückzuführen. „Der Konflikt zwischen den USA und China sowie die anhaltenden Proteste in vielen Städten der USA fordern ihren Tribut“, erklärten die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Zudem würden die Anleger darauf hoffen, dass die EZB ihr in der Corona-Krise aufgelegtes Anleihekaufprogramm (PEPP) an diesem Donnerstag ausweitet. Bisher hat PEPP schon ein Volumen von 750 Milliarden Euro.

Ölpreise legen erneut zu

Die Ölpreise haben am Mittwoch an ihre Kursgewinne vom Vortag angeknüpft. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 40,24 US-Dollar. Das waren 67 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 99 Cent auf 37,80 Dollar.

Die in dem Verbund Opec+ zusammengefassten Ölförderstaaten diskutieren eine Verlängerung der Förderbeschränkungen. Sie hatten sich im April darauf verständigt, die Produktion um 9,7 Millionen Barrel pro Tag zu reduzieren. Diese Kürzung galt bisher nur für Mai und Juni, könnte aber um einem Monat verlängert werden.

mit Agenturen

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