Börse: China-Sorgen drücken Dax, Hang Seng in Hongkong bricht ein

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Kursverluste im Dax: China nennt kein kein Wachstumsziel und will zudem die Kontrolle über Hongkong verstärken

Sorgen um China und Hongkong drücken den Dax wieder deutlich unter die Marke von 11.000 Punkten. Auch an der Wall Street werden Anleger nach der jüngsten Rally wieder vorsichtig.

Beunruhigende Nachrichten aus China, Sorgen um Hongkong und schwache Vorgaben von der Wall Street: Dieses Gemisch drückt den Dax am Freitag erneut ins Minus. Der jüngste Rückschlag im Dax Börsen-Chart zeigen lässt den Index wieder deutlich unter die Marke von 11.000 Punkten fallen. Der deutsche Leitindex startete am Freitag mit einem Minus von 1,4 Prozent auf 10.897 Punkte in den Handel.

Alle 30 Dax-Werte notierten am Freitag Vormittag im Minus. Zu den größten Verlierern im Dax zählten zum Auftakt Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, VW und Daimler Börsen-Chart zeigen. Auch die Aktie der Lufthansa Börsen-Chart zeigen gab nach der Einigung um den Staatseinstieg nach und fiel auf 8,14 Euro zurück.

Trotz des jüngsten Rückschlags steuert der Dax derzeit zwar noch auf einen Gewinn für die aktuellen fünf Handelstage zu – vor allem dank des fulminanten Wochenstarts. Ein Ausbruch aus der aktuellen Handelsspanne nach oben sei angesichts der jüngsten Ereignisse für den Dax Börsen-Chart zeigen aber erst einmal kein Thema mehr, glaubt Experte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Bereits am Vortag (Himmelfahrt) hatte die Wall Street den hiesigen Aktienmarkt in die Tiefe gezogen. Weitere Attacken des US-Präsidenten in Richtung Peking im Corona-Streit wurden von den Anlegern als dramatische Zuspitzung der Lage interpretiert.

Peking nennt angesichts von Corona kein Wachstumsziel mehr

Nun lasten wiederum Nachrichten aus China auf der Stimmung. „Die Ankündigungen des Volkskongresses haben die Anleger richtig verschreckt“, erklärte Altmann am Morgen. Dass China angesichts der Corona-Pandemie kein Wachstumsziel nenne, sei ein deutliches Zeichen, „und zwar kein Positives.“ Auch für die chinesische Wirtschaft sei der Ausblick trüb.

Bild: Ng Han Guan/Pool AP/dpa


Kursübersicht: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit


Zudem rückt Hongkong zurück ins Visier der Anleger. Für Aufregung sorgen Pläne der chinesischen Regierung, noch mehr Kontrolle über die Sonderverwaltungszone zu bekommen und ein eigenes Sicherheitsgesetz zu erlassen. Während Beobachter neue Unruhen in der ehemaligen britischen Kolonie befürchten, dürfte dies auch die Spannungen zwischen den USA und China weiter verschärfen.

Von Unternehmensseite kommen unterdessen keine Impulse. Dort ist die Nachrichtenlage am Morgen mehr als dünn. Da nach dem Feiertag viele Marktteilnehmer den Brückentag für ein verlängertes Wochenende nutzen, dürfte der Handel auch am letzten Tag der Woche in ruhigen Bahnen verlaufen.

Streit um Hongkong lastet auf Asiens Börsen – Hang Seng bricht ein

Neue Spannungen zwischen China und Hongkong verderben den asiatischen Anlegern zum Wochenschluss die Kauflaune. In Hongkong sank der Hang Seng um bis zu 5,7 Prozent und notierte so niedrig wie seit Anfang April nicht mehr.

Auch in China gaben die Kurse nach. China plant ein neues Sicherheitsgesetz für Hongkong, wie ein chinesischer Regierungsvertreter ankündigte. US-Präsident Donald Trump kritisierte die Entscheidung scharf und kündigte eine „sehr starke“ Reaktion auf alle Schritte an, die zu einer stärkeren Kontrolle der chinesischen Regierung über die ehemalige britische Kronkolonie führt. Derzeit steht noch ein Bericht des US-Außenministeriums aus, ob Hongkong über ausreichend Autonomierechte verfügt, um weiterhin von den USA bevorzugt behandelt zu werden. „Der Bericht könnte kommenden Monat vorgelegt werden, und es besteht die Gefahr, dass die Spannungen zwischen den USA und China bis dann zunehmen“, sagte Ei Kaku, Währungsstratege beim Finanzdienstleister Nomura Securities.

Auch Nikkei in Japan gibt nach

In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei Börsen-Chart zeigen 0,8 Prozent schwächer bei 20.388,16 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht verbleibt damit ein Plus von 1,8 Prozent. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Firmenzahlen in Japan herausfordernd werden“, sagte Soichiro Matsumoto, Chefinvestor für Japan bei der Bank Credit Suisse. „In dieser Wochen waren die Anleger zwischen der wirtschaftlichen Realität und dem Handelsthema USA/China sowie den politischen Spannungen gefangen.“

Euro etwas schwächer

Der Kurs des Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen ist am Freitag gesunken. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0922 USDollar gehandelt, nachdem der Kurs am Vorabend bei 1,0950 Dollar gelegen hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag noch deutlich höher auf 1,1000 Dollar festgesetzt.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern haben Konjunktursorgen Währungen gestützt, die am Devisenmarkt als vergleichsweise sicher gelten. So konnte der japanische Yen am Morgen zulegen. Japans Notenbank hatte zudem neue Hilfen für eher kleinere Unternehmen des Landes auf den Weg gebracht. Auch der US-Dollar wurde stärker nachgefragt, während der Euro Börsen-Chart zeigen im Gegenzug etwas unter Druck geriet.

mit dpa und reuters

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