Börse: Neue Coronavirus-Sorgen bremsen Dax

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Nach seiner Rekordjagd startet der Dax mit Verlusten in den Handel und fällt wieder unter die Marke von 13.700 Zählern. Anleger nehmen nach der Rally Gewinne mit, zumal die Zahl der Coronavirus-Infektionen wieder deutlich angestiegen ist. Der Goldpreis steigt.

Beunruhigende Nachrichten aus China zur Coronavirus-Epidemie haben am Donnerstag der jüngst neu erwachten Risikofreude der Anleger einen Dämpfer versetzt. Nach weltweit starken Kursgewinnen und neuen Rekordständen in Dax Börsen-Chart zeigen und MDax Börsen-Chart zeigen ging es am Donnerstag zunächst einmal abwärts, wobei sich die Verluste noch in Grenzen hielten. Der Dax gab im frühen Handel um 0,5 Prozent nach und notierte zuletzt bei 13.685 Zählern. Vor allem die Aktien von Continental Börsen-Chart zeigen und Lufthansa Börsen-Chart zeigen, die am Vortag noch deutlich zugelegt hatten, gaben zum Handelsstart nach.

Anlass für die Kursschwäche: Die Zahl neu nachgewiesener Todesopfer in China hat sich in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Vergleich zum Mittwoch mehr als verdoppelt. Die Zahl der neu nachgewiesenen Infektionen hat sich sogar fast verzehnfacht.

Goldpreis steigt, Gold in Euro auf Rekordniveau

Die neuen Sorgen wegen der Corona-Infektionen sorgen dafür, dass Anleger verstärkt zur „Krisenwährung“ Gold
Börsen-Chart zeigen
greifen . Eine Feinunze des Edelmetalls verteuert sich um 0,6 Prozent auf 1575,34 Dollar. In Euro gerechnet notiert Gold mit rund 1450 Euro je Feinunze (31 Gramm) sogar auf Rekordhoch.

Dax kommt zurück von Rekordhoch von 13.758 Punkten

Tags zuvor hatte der Dax mit rund 13 758 Punkten ein weiteres Rekordhoch erreicht, während der Eurozonen-Leitindex auf ein neues Mehrjahreshoch gestiegen war. An der Wall Street hatte es am Mittwoch zwar ebenfalls weitere Höchststände gegeben, doch nach dem europäischen Handelsende tat sich an den US-Börsen dann nicht mehr viel.

In China hatte die Gesundheitskommission der Provinz Hubei mitgeteilt, dass die Diagnoseergebnisse nach einer Untersuchung „überarbeitet“ worden seien. Seit diesem Donnerstag würden nun auch Fälle „klinischer Diagnosen“ in die Zahl der bestätigten Diagnosen aufgenommen. Was das genau bedeutet und wie damit der sprunghafte Anstieg in der Statistik zu erklären ist, war zunächst unklar.

Mobilfunk-Messe MWC in Barcelona abgesagt

„Der Corona-Schrecken ist zurück an den Börsen“, kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners die Lage. Dabei habe die veränderte Zählmethode in China wohl einen wichtigen Anteil an der höheren Zahl der ausgewiesenen Neuinfektionen. „Mit den heutigen Zahlen ist klar, dass das Coronavirus China und die gesamte Welt noch länger beschäftigen wird.“ Je länger das Virus zudem die chinesische Wirtschaft in Teilen lahmlege, desto größer dürften die wirtschaftlichen Auswirkungen – auch weltweit – am Ende sein. Inzwischen wurde auch die weltweit wichtigste Mobilfunk-Messe MWC in Barcelona wegen der Virus-Gefahr abgesagt.


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ThyssenKrupp mit tiefroten Zahlen

Unter den Einzelwerten am deutschen Markt stehen etwa der angeschlagene Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp im Blick. Er schrieb auch im ersten Geschäftsquartal tiefrote Zahlen. Vor allem das Stahlgeschäft lief schwach. Auf Tradegate gab die Aktie vorbörslich rund 2,5 Prozent nach.

Airbus -Chef Guillaume Faury indes nimmt sich für sein erstes komplettes Jahr an der Konzernspitze nur vorsichtige Steigerungen bei Produktion und Gewinn vor, was der Aktie auf Tradegate ein Minus von 1,6 Prozent eintrug.

Aussicht auf Deal mit Alstom beflügelt Bombardier Aktie

Medienberichte und Marktspekulationen über einen angeblichen Verkauf des Eisenbahngeschäfts an den französischen Bahntechnikhersteller Alstom haben dem Bombardier-Konzern kräftig Auftrieb an der Börse gegeben. Die Aktien des angeschlagenen kanadischen Unternehmens gingen in Toronto am Mittwoch (Ortszeit) mit einem Kursplus von mehr als zehn Prozent aus dem Handel. Nach „Handelsblatt“-Informationen aus Industriekreisen will Alstom für sieben Milliarden Euro die gesamte Zugsparte der Kanadier übernehmen. Bombardier Transportation hat nach Angaben des Unternehmens rund 40 650 Beschäftigte, Hauptsitz der Sparte ist Berlin. Insgesamt hat der Bombardier-Konzern, dessen zweites Standbein der Flugzeugbau ist, mehr als 68 000 Mitarbeiter.

Commerzbank mit „solidem Quartal“

Die Aktien der Commerzbank profitierten indes vorbörslich von einem laut einem Händler „soliden vierten Quartal“. Das Finanzinstitut schnitt letztlich 2019 im Tagesgeschäft besser ab als erwartet. Das operative Ergebnis legte auf knapp 1,26 Milliarden Euro zu, während Experten mit einem leichten Rückgang gerechnet hatten. Alles in allem seien die Zahlen leicht positiv zu werten, sagte der Händler. Dabei verwies er unter anderem auf die harte Kernkapitalquote von 13,4 Prozent per Ende 2019. Am Markt sei mit 13,1 Prozent gerechnet worden.

Kurssprung bei RIB Software

Bei RIB Software indes rückte der Quartalsbericht in den Hintergrund. Die Aktie sprang vorbörslich um rund 35 Prozent hoch, denn der französische Industriekonzern Schneider Electric bietet je Aktie 29 Euro, was einem Gesamtangebot von rund 1,5 Milliarden Euro entspricht. Vor diesem Hintergrund, so sagte ein Händler, verblassten die vorgelegten durchwachsenen Quartalszahlen.

Asiens Börsen mit Verlusten

Der sprunghafte Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in China und die steigende Zahl der Toten hat die asiatischen Börsen aus dem Tritt gebracht. Investoren brachten ihr Geld in Sicherheit und griffen zu Gold oder der japanischen Währung Yen. Aktien waren dagegen nicht gefragt. Der Tokioter Nikkei
Börsen-Chart zeigen
ging am Donnerstag 0,1 Prozent schwächer bei 23.827,73 Punkten aus dem Handel.

In China gaben die Kurse ebenfalls nach. Die chinesische Provinz Hubei, die das Epizentrum der Epidemie ist, meldete doppelt so viele Todesfälle wie am Vortag und fast 15.000 Neuinfektionen. Grund für die hohe Zahl an Neuninfektionen sollen auch neue Diagnoseverfahren sein. Allerdings sei der Anstieg der Krankheitsfälle vor allem auf Hubei begrenzt, sagte Frank Benzimra, Chefstratege für Asien bei Societe Generale. „Ich sehe deswegen keine Panik.“ Einige Anleger nutzten vielmehr die Nachrichten zu Gewinnmitnahmen.

Kursgewinne verzeichneten dagegen Werte, die als sichere Anlagehäfen gelten: So fiel die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen unter 1,6 Prozent, der Yen lag bei mehr als 110 Yen für einen Dollar, Gold verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 1575,34 Dollar.

mit dpa und reuters

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