Börse: Dax erneut höher erwartet

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Der Dax könnte am Mittwoch seinen Höhenlauf weiter fortsetzen. Die Hoffnung auf eine rasche Überwindung der Coronavirus-Epidemie stimmt optimistisch, in Asien reagierten die Börsen jedoch uneinheitlich.

Der Bullenlauf am deutschen Aktienmarkt könnte sich am Mittwoch mit einem neuen Rekord beim Dax Börsen-Chart zeigen fortsetzen. Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex deutet eine Stunde vor dem Handelsauftakt auf einen 0,4 Prozent höheren Start bei 13.683 Punkten hin. Am Vortag hatte er die Bestmarke erst auf 13.668 Zähler nach oben geschraubt. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx Börsen-Chart zeigen wird im Plus erwartet.

Eine teils durchwachsene Berichtssaison, die Spannungen zwischen den USA und dem Iran und die Coronavirus-Epidemie hätten im bisherigen Jahresverlauf bei den Investoren nicht viel mehr als ein Achselzucken ausgelöst, erklärt Marktstratege Stephen Innes vom Broker Axicorp. So setzten die Anleger auf eine schnelle Erholung der Wirtschaft von den Folgen des Coronavirus-Ausbruchs. In dieser Erwartungshaltung liege das vielleicht größte Risiko.

Experte Emmanuel Cau von der britischen Barclays-Bank glaubt daran, dass der Virus kein „Game Changer“ für die Aktienmärkte ist. Er rät am Mittwoch in einer Strategiestudie dazu, über die kurzfristigen Marktschwankungen hinweg zu schauen und Kursrückgänge zum Kauf zu nutzen. Die Kursentwicklung in den vergangenen Tagen lässt vermuten, dass Anleger genau diese Strategie verfolgen. Wegen der bleibenden Unsicherheiten sei es aber ratsam, sich nach unten abzusichern, ergänzte Cau.

Aktienmärkte in Asien uneinheitlich

Die asiatischen Märkte zeigen sich am Mittwoch durchwachsen und folgen nicht der der weltweiten positiven Stimmung an den Börsen. China gab bekannt, dass die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in manchen Provinzen rückläufig seien und die Krankheit diesen Monat bereits ihren Höhepunkt erreicht haben werde. Die Investoren benötigen wahrscheinlich mehr Beweise, bevor sie an den Märkten wieder ein größeres Risiko eingehen. „Es scheint, dass es zunehmenden Trost gibt, dass das Virus das Wachstum nicht in signifikanter Weise beeinflussen wird, aber ich bin noch nicht bereit, Risikoaktiva zu kaufen“, sagte Michael McCarthy, Chefstratege bei CMC Markets in Sydney. Die Sorge, dass das Virus die Fabriktätigkeit verlangsamen und die Konsumausgaben in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt verlangsamen werde, hatte die weltweiten Aktien- und Rohstoff-Märkte in Aufruhr versetzt.

Die asiatischen Börsen haben sich daher zunächst uneinheitlich gezeigt: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,5 Prozent höher bei 23.814 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,1 Prozent und lag bei 1717 Punkten.

Die Börse in Shanghai lag unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,1 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 1 Prozent.


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Bei den Einzelwerten erwartet die Anleger am Morgen vor allem bei Jenoptik Bewegung, nach einem deutlichen Kursanstieg um fast 4 Prozent kamen die Aktien vorbörslich aber um 2,7 Prozent zurück. Laut Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank hat der Technologie- und Rüstungskonzern im abgelaufenen Jahr aber die Erwartungen erfüllt. Außerdem hob der Experte positiv hervor, dass das Unternehmen für 2020 mit weiterem Wachstum rechnet.

Zahlen gab es außerdem von der Norma Group, hier aber vorbörslich weitgehend ohne Auswirkungen. Der Verbindungstechnik-Spezialist hat die Schwäche der Autoindustrie im vergangenen Jahr mit einem rückläufigen operativen Gewinn deutlich zu spüren bekommen. Händler zogen in ersten Kommentaren ein durchwachsenes Fazit. Das vierte Quartal sei beim Umsatz besser, bei der Profitabilität aber schwächer gewesen.

Ölpreise legen zu

Die Ölpreise sind am Mittwoch gestiegen und haben damit an ihre Erholung vom Vortag angeknüpft. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 54,91 US-Dollar. Das waren 90 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI stieg um 58 Cent auf 50,52 Dollar.

Seit Beginn der Handelswoche haben sich die Ölpreise nach der jüngsten Talfahrt stabilisiert. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Frage, ob das Ölkartell Opec gemeinsam mit den in der Opec+ zusammengefassten Ölstaaten wie Russland auf die Talfahrt der Ölpreise im Zuge der Coronavirus-Epidemie reagieren werden. Zuletzt hatte der russische Energieminister Alexander Nowak gesagt, dass die Regierung in Moskau den jüngsten Ratschlag einer Expertengruppe der Opec+ „studieren“ werde.

Der Euro hat sich am Mittwoch nur wenig bewegt und weiter knapp über 1,09 US-Dollar gehalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0911 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,0901 Dollar festgesetzt.

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