Börse: Coronavirus belastet Apple und treibt Gilead-Aktie an

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An den Börsen in China wird nach dem Neujahrsfest wieder gehandelt – und die Börsen an den Handelsplätzen Shanghai und Shenzen brechen wie erwartet ein. Der Dax startet dagegen einen Stabilisierungsversuch. Die Aktien von Wirecard, Bayer und Merck legen zu.

Nach der schwächsten Börsenwoche im Dax
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seit August zeichnet sich am Montag eine leichte Stabilisierung ab. Der Dax notierte bis zum Mittag 0,3 Prozent im Plus auf 13.015 Punkte. Der EuroStoxx 50 legte ebenfalls leicht zu – trotz des Kursrutsches an den Börsen in Shanghai und Shenzen. Zu den Gewinnern im Dax zählten am Vormittag die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen und Bayer Börsen-Chart zeigen, die jeweils rund 2 Prozent zulegten.

Das Coronavirus sorgt die Anleger auch weiterhin: In China sind inzwischen mehr Menschen daran verstorben als an der Sars-Pandemie vor 17 Jahren. Infektionen und Todesfälle steigen weiter an. An Chinas Festlandsbörsen wird nach der virusbedingt verlängerten Feiertagspause wieder gehandelt – mit dem erwartet deutlichen Kursrutsch zum Auftakt. Die chinesische Notenbank versuchte zu stützen, und griff dem Finanzsystem des Landes mit einer Geldspritze und einer Zinssenkung unter die Arme.

Entscheidend sei aber nicht, „wie real die Gefahr tatsächlich ist, sondern vielmehr, wie die Marktteilnehmer auf die Meldungen, die derzeit die Medienlandschaft bestimmen, reagieren“, kommentierte Commerzbank-Anlagestratege Christoph Geyer. „So rasch, wie es derzeit nach unten geht, kann es bei ersten Entwarnungszeichen aber auch wieder nach oben gehen.“

Coronavirus belastet Apple-Aktie – und treibt Gilead Aktie in die Höhe

Auch an den US-Börsen ist der Corona-Virus weiterhin ein wichtiges Thema. Laut US-Futures dürften Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen am Montag einen Erholungsversuch starten. Am Freitag hatten die beiden Indizes deutlich nachgegeben.

Der mögliche Einsatz eines experimentellen Ebola-Mittels zur Bekämpfung des Coronavirus ermuntert Anleger zum Einstieg bei Gilead. Die Aktien der Pharmafirma steigen im vorbörslichen US-Geschäft um gut 13 Prozent. Das ist der größte Kurssprung seit sieben Jahren. Das Unternehmen arbeitet eigenen Angaben zufolge mit der chinesischen Regierung zusammen, um das Ebola-Medikament an Coronavirus-Patienten zu testen. Dagegen setzt die vorübergehende Schließung aller Filialen in China setzt Apple zu. Der US-Konzern notierte vorbörslich ein Prozent tiefer. Am Wochenende hatte der iPhone-Hersteller angekündigt, wegen des Coronavirus alle Geschäfte auf dem chinesischen Festland bis zum 9. Februar geschlossen zu halten.

Siemens Healthineers enttäuscht

Aus Unternehmenssicht steht die Berichtssaison weiter im Anlegerfokus. Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers startete mit einem Gewinnrückgang ins neue Geschäftsjahr. Grund waren sinkende Ergebnisse in der Diagnostiksparte sowie im Geschäft mit der Bildgebung. Die Zahlen lagen unter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Den Umsatz steigerte Siemens Healthineers hingegen und bestätigte den Ausblick. Die Aktien verloren auf der Handelsplattform Tradegate zuletzt 6 Prozent.

Der Autozulieferer Stabilus bestätigte trotz eines schwachen ersten Quartals seine Ziele für das Geschäftsjahr 2019/20. Die rückläufige Profitabilität kam für Commerzbank-Analystin Yasmin Steilen überraschend. Sie hatte mit einem Anstieg der Marge gerechnet. Auch das Umsatzplus blieb hinter ihren Erwartungen zurück. Dennoch legten die Stabilus-Papiere auf Tradegate zunächst um 0,3 Prozent zu.

Wirecard im Plus: Fusion zweier Wirecard-Konkurrenten

Die Wirecard-Anteilsscheine reagierten auf Tradegate mit einem leichten Plus auf die geplante Milliardenfusion in der Bezahlbranche. Der französische Zahlungsabwickler Worldline will seinen heimischen Rivalen Ingenico übernehmen. Die Verwaltungsräte beider Seiten stimmten dem Deal bereits zu.

Bayer steigen – Anzeichen deuten auf Vergleich in USA

Die Bayer-Titel stiegen um 1,5 Prozent. In den USA wurde ein weiterer wichtiger Prozess gegen den Agrochemiekonzern wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter verschoben. Die Streitparteien hätten sich auf eine Vertagung der Gerichtsverhandlung geeinigt, um mehr Zeit für Vergleichsgespräche zu gewinnen, hieß es. Vor einer Woche war bereits ein ähnliches Verfahren in St. Louis mit der gleichen Begründung verschoben worden.


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Chinas Börsen brechen ein, Nikkei in Tokio erneut im Minus

Chinas Festlandbörsen sind am Montag wegen Sorgen über die Folgen der Coronavirus-Ausbreitung eingebrochen. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen gab um 7,88 Prozent auf 3688,36 Punkte nach. „Die Ansteckungswelle innerhalb Chinas scheint ihren Höhepunkt noch nicht erreicht zu haben“, hieß es in einem Kommentar der Landesbank Baden-Württemberg. Aus Sicht von Portfoliomanager Andrew Harmstone von Morgan-Stanley ist damit für Investoren erst mal weitere Zurückhaltung angezeigt: „Noch ist nicht der richtige Zeitpunkt, um wieder einzusteigen“, sagte der Experte der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Panikverkäufe dürften demnach noch zunehmen.

In China sind inzwischen mehr Menschen an der Krankheit gestorben als während der Sars-Pandemie vor 17 Jahren. Derweil griff die chinesische Zentralbank dem Finanzsystem des Landes mit einer Geldspritze und niedrigeren, kurzfristigen Refinanzierungskosten unter die Arme.

In Tokio schloss der Leitindex Nikkei 225 am Montag mit einem Minus von 1,01 Prozent bei 22 971,94 Punkten. Der Hang Seng in Hongkong notierte dagegen zuletzt etwas fester mit plus 0,16 Prozent auf 26 354,81 Punkten. In Hongkong war bereits in der letzten Woche gehandelt worden.

Ölpreise kaum bewegt, taumelnde Nachfrage in China

Die Ölpreise haben am Montag zunächst nur wenig auf die erheblichen Börsenturbulenzen in China reagiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 56,34 US-Dollar. Das waren 28 Cent weniger als am Freitag. Allerdings fand von Freitag auf Montag ein Wechsel des marktrelevanten Terminkontrakts statt, was – verglichen mit dem ausgelaufenen Kontrakt – einen deutlicheren Preisabschlag zur Folge hat. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI stieg dagegen leicht um sechs Cent auf 51,62 Dollar.

In China öffneten die Finanzmärkte erstmalig seit den verlängerten Ferien zum chinesischen Neujahrsfest. Die Börsen gaben stark nach, der Yuan stand erheblich unter Druck. Grund ist die rapide Verbreitung des neuartigen Coronavirus in China. Auf den Rohölmarkt sprangen die Marktturbulenzen zunächst aber nicht über.

mit dpa und reuters

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