Börse: Dax taucht ab, Deutsche-Bank-Aktie steigt auf 12-Monats-Hoch

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Dax unter Druck: Der deutsche Leitindex fällt am Donnerstag zeitweise wieder unter die Marke von 13.200 Punkten. Die Deutsche Bank Aktie steigt gegen den Trend – trotz eines Milliardenverlusts

Der Dax knickt am Donnerstag erneut ein. Aktien der Deutschen Bank geben nach Geschäftszahlen zunächst deutlich nach, drehen dann aber ins Plus. In den USA haussiert die Aktie von Tesla.

Nach zwei freundlicheren Tagen macht sich am Donnerstag im Dax
Börsen-Chart zeigen wieder Nervosität bemerkbar. Das Virusthema lässt die Anleger nicht los und auch die US-Notenbank konnte Anleger mit ihren Aussagen nicht zum Aktienkauf ermutigen. Der deutsche Leitindex startete mit einem Verlust von 1,3 Prozent auf 13.170 Zähler in den Handel, konnte seine Verluste aber bis zum Mittag leicht reduzieren und schwankte zuletzt um die Marke von 13.200 Punkten.

Bereits im US-Handel waren die Kursgewinne nach den Kommentaren der US-Notenbank letztlich komplett zusammengeschmolzen. Hinzu kommt, dass sich das Coronavirus aus China weiter ausbreitet. An den geöffneten asiatischen Börsen in Hongkong oder Tokio gerieten Aktien wieder unter Druck.

Die Anleger suchten weiter nach sicheren Häfen, sagte ein Börsianer. So bleibt insbesondere Gold gefragt.

Die US-Notenbank Fed hatte am Vorabend ihren Leitzins erwartungsgemäß konstant gehalten und auch keine Zinsveränderungen in Aussicht gestellt. Notenbankchef Jerome Powell zeigte sich allerdings unzufrieden mit der Inflationsentwicklung. Zudem betonte er das Coronavirus als „ernstes Thema“, das wahrscheinlich die Wirtschaft in China und Japan und möglicherweise auch auf globaler Ebene belasten werde.

Inverse Zinskurve: Alarmsignal vom US-Anleihemarkt

Angesichts der Furcht vor einer Ausbreitung des in China erstmals aufgetretenen Coronavirus gab es zuletzt jedoch eine Schrecksekunde am US-Anleihenmarkt: Erstmals seit Oktober drehte sich die Zinskurve um, da zehnjährige Staatsanleihen kurzfristig niedriger rentierten als Papiere mit drei Monaten Laufzeit. Dieses ungewöhnliche Phänomen gilt Experten als frühes Anzeichen für eine drohende Rezession. Denn üblicherweise rentieren länger laufende Anleihen höher als kürzer laufende.

Deutsche Bank schwankt stark – und steigt dann auf 12-Monats-Hoch

Das zentrale Thema auf Unternehmensseite ist am Morgen die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen mit ihrer Bilanz. Das Bankhaus ist 2019 wegen des Konzernumbaus noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als befürchtet. Die Aktie notierte im frühen Handel zunächst rund 4 Prozent im Minus, setzte dann aber zu einer Erholung ein und drehte am Vormittag sogar in die Gewinnzone. Zeitweise kletterte die Deutsche Bank Aktie über die Marke von 8 Euro und damit auf den höchsten Stand seit 12 Monaten. Anleger gehen nun offenbar davon aus, dass es nach vier Verlustjahren in Folge nicht mehr schlimmer kommen kann bei der Deutschen Bank.

Zahlen gab es derweil auch von der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS Börsen-Chart zeigen , deren Aktie sich vorbörslich mit einem Anstieg um 1,3 Prozent etwas besser schlug. Bei 34,18 Euro winkt ihnen ein Rekordhoch.

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Börsen-Chart zeigen
zum Treiber werden. Auf der Handelsplattform Tradegate legten sie 0,7 Prozent zu.

Ansonsten gab es noch einige Analystenkommentare. Die Societe Generale hat die Chemiekonzerne Covestro Börsen-Chart zeigen , BASF Börsen-Chart zeigen und Wacker Chemie Börsen-Chart zeigen zum Kauf empfohlen. Die Kursentwicklungen waren hier aber eher unauffällig


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Euro kaum verändert

Der Kurs des Euro hat sich am Donnerstag nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank kaum verändert über 1,10 US-Dollar gehalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1012 Dollar gehandelt und damit nahezu zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1001 Dollar festgesetzt.

Geldpolitische Beschlüsse der US-Notenbank Fed vom Vorabend sorgen am Devisenmarkt nicht für nennenswerte Kursbewegungen. Wie erwartet haben die Währungshüter in den USA den Leitzins nicht verändert. Notenbankpräsident Jerome Powell bekräftigte erneut die Einschätzung, dass die Geldpolitik in den USA „gut aufgestellt“ sei. Dies wird am Markt als Signal für weiter unveränderte Zinsen in den kommenden Monaten gedeutet.

Ölpreise gesunken

Die Ölpreise sind am Donnerstag gesunken und haben damit an die Tendenz vom Vortag angeknüpft. Seit der Wochenmitte sinken die Ölpreise wegen der Sorge vor den Folgen des Coronavirus, aber wegen des vergleichsweise deutlichen Anstiegs der US-Ölreserven. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 59,16 US-Dollar. Das waren 65 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel um 56 Cent auf 52,77 Dollar.

Am Vortag hatte die US-Regierung einen Anstieg der Lagerbestände an Rohöl um 3,5 Millionen Barrel gemeldet. Dies ist der stärkste Zuwachs seit Anfang November. Analysten wurden vom Ausmaß des Anstiegs überrascht. In der Regel belasten höhere US-Reserven die Ölpreise, weil sie ein Hinweis auf ein zu hohes Angebot oder eine geringe Nachfrage sein können.

Zusätzlich gedrückt werden die Ölpreise durch die Verbreitung des Coronavirus. Zuletzt warnten immer mehr Analysten vor negativen Folgen der Lungenkrankheit für die konjunkturelle Entwicklung in China und für weitere asiatische Volkswirtschaften.

Nach Einschätzung der US-Notenbank dürfte Chinas Wirtschaftswachstum wegen des Coronavirus etwas geringer ausfallen. Allerdings sei es noch zu früh, die Auswirkungen genau zu prognostizieren, aber eine „gewisse Störung“ des Wirtschaftslebens sei sehr wahrscheinlich, sagte Notenbankchef Jerome Powell am Mittwoch.

mit Nachrichtenagenturen

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