Nikkei geht in die Knie, Dax schwach erwartet: Coronavirus drückt Aktienmärkte

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Börse Tokio: Der Nikkei gab am Montag 2 Prozent nach

Die Erholung des Dax Börsen-Chart zeigen vor dem Wochenende dürfte sich am Montag als Strohfeuer erweisen. Verängstigt von der Gefahr einer weiteren Verbreitung des Coronavirus treten die Anleger zu Wochenbeginn erneut schwer auf die Bremse. Händler berechneten den Dax am Morgen zum Handelsstart 1,41 Prozent schwächer auf 13.385 Punkte. Das Börsenbarometer würde damit die jüngst erreichte Rekordmarke von 13.640 Punkten noch ein Stück weiter aus den Augen verlieren. Der EuroStoxx 50
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wird ähnlich schwach erwartet.

Nikkei in Tokio geht in die Knie

In China ist die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit bis Montag um 24 auf 80 gestiegen. Innerhalb eines Tages kletterte die Zahl der bestätigten Infektionen um mehr als 700 auf 2744. Diese Zahlen lasteten am Morgen schon in Asien auf den dort geöffneten Börsen, wenngleich in China der Handel wegen des Neujahrsfestes noch einige Tage pausiert.

Die Furcht vor wirtschaftlichen Folgen Coronavirus brockt der japanischen Börse den größten Tagesverlust seit einem halben Jahr ein. Der Nikkei Börsen-Chart zeigen fiel am Montag um zwei Prozent auf 23.343,51 Punkte. Die chinesischen und einige andere Aktienmärkte der Region blieben dagegen wegen der Neujahrsfeierlichkeiten geschlossen. „Wie stark sich der Erreger ausbreiten wird, kann man noch nicht abschätzen“, sagte Anlagestratege Hiroyuki Ueno von der Vermögensverwaltung Sumitomo Mitsui. „Klar ist aber, dass der Konsum in China einen Dämpfer erhalten wird.“

Immer mehr Infizierte in China

Laut dem Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners ist das Coronavirus der Auslöser einer ohnehin fälligen Korrektur am Aktienmarkt: „Das Motto lautet jetzt: raus aus Risikoanlagen wie Aktien und rein in sichere Häfen wie Staatsanleihen und Gold.“ Auch der japanische Yen als vergleichsweise sichere Währung wurde gesucht. Nach einer derart langen Rally ist Altmann zufolge immer die Frage, welche schlechte Nachricht den Stimmungsumschwung einleitet. Mit dem Coronavirus sei die Antwort auf diese Frage jetzt gefunden.


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Die Sorgen vor den Folgen der Ausbreitung des Coronavirus zeigten sich Händlern zufolge auch an den Terminmärkten. Diese signalisierten einen Einbruch chinesischer A-Aktien, die in Landeswährung notieren, um rund 5 Prozent.

Die neuartige Lungenkrankheit könnte derweil Ökonomen zufolge gravierende wirtschaftliche Auswirkungen haben, was entsprechend die Nachfrage nach Rohöl dämpfen könnte. Der Ölpreis gab entsprechend zu Wochenbeginn weiter nach.

Abseits der Virusangst könnte hierzulande an diesem Montag das Ifo-Geschäftsklima die Anleger beschäftigen. Die Berichtssaison der Unternehmen nimmt erst im Wochenverlauf wieder Fahrt auf – mit weiterhin starkem Fokus auf den USA. Außerdem steht zur Wochenmitte der nächste Zinsentscheid der US-Notenbank auf dem Plan.


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Unter den Einzelwerten könnten die Aktien der Lufthansa
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weiter unter den Virussorgen leiden. Die Papiere der Fluggesellschaft notierten auf der Handelsplattform Tradegate rund 1 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Freitag.

Der aktivistische Investor Petrus Advisers knöpft sich nach dem Ausstieg bei der Comdirect Bank einem Pressebericht zufolge das nächste deutsche Finanzinstitut vor. Petrus sei bei der Aareal Bank eingestiegen und dränge dort in Gesprächen mit dem Management auf Veränderungen, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Finanzkreise. Der in London ansässige Investor und die Aareal Bank hätten sich dazu nicht geäußert, hieß es. Auf Tradegate fielen die Anteilscheine der Aareal Bank um fast 1 Prozent.

Für die Papiere von Borussia Dortmund
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ging es auf Tradegate um gut 1 Prozent nach oben. Bei dem Fußball-Bundesligisten ist der Glaube an eine erfolgreiche Aufholjagd im Titelrennen zurück – dank Erling Haaland. Mit seinen zwei Treffern zum 5:1 gegen den 1. FC Köln schrieb der erst 19 Jahre alte Neuzugang von RB Salzburg Bundesliga-Geschichte. Inspiriert durch das märchenhafte Debüt des Norwegers, der mit fünf Toren in seinen ersten beiden Partien für eine historische Bestmarke sorgte, plant der Revierclub offenbar einen weiteren Transfercoup. Laut Medienberichten aus Italien steht der Tabellenvierte kurz vor der Verpflichtung von Emre Can.

Eurokurs kaum verändert

Der Euro hat am Montag die Kursverluste der vergangenen Woche vorerst gestoppt und sich kaum verändert gehalten. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1030 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1035 Dollar festgesetzt.

Ölpreise geben deutlich nach

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus in China hat den Ölpreis zum Wochenauftakt weiter nach unten gedrückt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Montagmorgen 59,35 US-Dollar. Das waren 1,34 Dollar weniger als zum Wochenschluss. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel um 1,27 Dollar auf 52,92 Dollar. Die Ölpreise setzten damit ihre Talfahrt der vergangenen Woche fort. Eine weitere Ausbreitung des Coronavirus könnte laut Ökonomen gravierende wirtschaftliche Auswirkungen haben und die Nachfrage nach Rohöl dämpfen.

mit Nachrichtenagenturen

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