Börse: Dax steigt, Infineon und Adidas mit Kursrally

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Nach dem Kursrutsch der vergangenen Handelstage legt der Dax wieder zu. Vor allem bei Technologietiteln wie Infineon treiben Schnäppchenjäger die Kurse in die Höhe. Die Aktie von Adidas profitiert von einem angekündigten Rückkaufprogramm.

Erholungsversuch im Dax: Nach dem jüngsten Kursrutsch hat der Dax
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am Dienstag wieder zugelegt. Anleger haben den jüngsten geopolitischen Schrecken und die Furcht vor einer Eskalation der Krise im Iran und Irak offenbar in den Hintergrund gedrängt. Gegen Mittag ging es für den Leitindex am Dienstag um 0,9 Prozent auf 13 248 Punkte nach oben.

Die Experten der Postbank sehen in den jüngsten und potenziell noch kommenden Kursrückschlägen eine Einstiegsgelegenheit. Die US-Konjunktur erhole sich, die Geldpolitik sei stabil, hieß es in einem Kommentar vom Dienstag. Die Zinsen blieben im Zinstal und so mangele es Anlegern weiter an Alternativen zu Aktien – obwohl viele Aktien bereits recht teuer sind.

Die Erholung spielte sich zuvor bereits an den Börsen in New York und Asien ab und erstreckte sich nun in Europa auch auf andere Indexkollegen des Dax
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. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx stieg um 0,69 Prozent auf 3778,34 Zähler. Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Aktienwerte folgte mit plus 0,74 Prozent auf 28 402,04 Punkte nach oben.

Erholung an der Wall Street

Die Unruhe an der Wall Street wegen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran hat sich vorerst wieder gelegt. Zwar deutet sich in New York am Dienstag ein zunächst verhaltener Auftakt an, doch dürfte der US-Leitindex weiter in Sichtweite seiner in der vergangenen Woche erreichten Hochs bleiben. So errechnete der Broker IG für den Leitindex Dow Jones
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rund eine Stunde vor Handelsbeginn einen Stand von 28 687 Punkten.

Die Anleger scheine zu beruhigen, dass nach der Tötung des einflussreichen iranischen Generals Ghassem Soleimani durch die USA eine direkte Reaktion des Iran bislang ausgeblieben sei, ergänzte ein Marktbeobachter. So war zuletzt auch der Höhenflug bei den Ölpreisen, den die Sorge um mögliche Lieferengpässe in der Region beflügelt hatte, zumindest wieder zum Stillstand gekommen. Auch Gold gab erstmals nach Tagen moderat nach. Auf Unternehmensseite dürften deshalb Aktien von Ölkonzernen wie Chevron und Exxon sowie Papiere von Goldschürfern abermals einen Blick wert sein.

Unterdessen hat der sich der Flugzeughersteller Boeing Börsen-Chart zeigen in der Krise um sein Unglücksmodell 737 Max mit American Airlines auf eine Schadenersatzzahlung geeinigt. Boeing nannte zwar keine konkreten Zahlen, gab aber an, American Airlines wolle einen Anteil von 30 Millionen Dollar (rund 27 Mio Euro) im Rahmen der Gewinnbeteiligungsstrategie an die Mitarbeiter weitergeben.

Infineon und Adidas im Plus

Favorit im Dax
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waren die Infineon Börsen-Chart zeigen -Titel, die an den vergangenen Tagen ebenfalls schwer vom Iran-Konflikt und damit einher gehenden Konjunktursorgen getroffen worden waren. Auch die Titel von Deutscher Bank und Covestro starteten eine Erholungsbewegung.

Adidas kauft 2020 Aktien für bis zu eine Milliarde Euro zurück

Der Sportausrüster Adidas Börsen-Chart zeigen setzt unterdessen sein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm mit einer dritten Tranche fort. Im laufenden Jahr würden Aktien für bis zu eine Milliarden Euro zurückerworben und überwiegend eingezogen, teilte Adidas mit. Der Konzern hatte im März 2018 angekündigt, bis 2021 eigene Aktien für bis zu drei Milliarden Euro zurückzukaufen, da der Vorstand keine andere Verwendungsmöglichkeit für das Geld sehe. Allein im vergangenen Jahr hatte Adidas dafür rund 814 Millionen Euro ausgegeben.

Die Furcht vor einem neuerlichen Golfkrieg nach der gezielten Tötung eines iranischen Generals durch die USA macht Anlegern zwar weiter zu schaffen. In den kommenden Tagen stehen internationale Treffen an, um eine Eskalation der Spannungen zu verhindern. Der Iran hat mit Vergeltung gedroht, US-Präsident Donald Trump kündigte daraufhin an, zurückzuschlagen. Der Konflikt hat den Ölpreis bereits nach oben getrieben.

Daneben stehen Konjunkturdaten auf der Tagesordnung. So werden die Inflationsdaten in der Euro-Zone im Dezember vorgelegt. Aus den US werden die Daten zur Handelsbilanz und zur Industrieproduktion im November erwartet.

Chinas Börsen auf Achtmonatshoch

Nach dem jüngsten Kursrutsch sind die asiatischen Aktienmärkte am Dienstag auf Erholungskurs gegangen. Zugleich gaben die Ölpreise einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. An der Tokioter Börse kletterte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,6 Prozent auf 23.575 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index stieg ebenfalls um 1,6 Prozent auf 1725 Punkte. Auch in China ging es bergauf. Die Börse in Shanghai notierte 0,7 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,8 Prozent. Das ist das höchste Niveau seit April 2018.

Die Aussicht auf kräftige Gewinne ließ Sony-Papiere um mehr als drei Prozent auf den höchsten Stand seit über 18 Jahren klettern. Die Aktien des IT-Konzerns Fujitsu kletterten dank florierender 5G-Geschäfte auf den höchsten Wert seit 2006.

Lufthansa-Aktie etwas fester

Nachdem die Aktien der Lufthansa an den vergangenen beiden Handelstagen vom angezogenen Ölpreis belastet wurden, konnten sie sich nun am Dienstag im frühen Handel um 1 Prozent erholen.

Eine Abstufung von Delivery Hero durch die Commerzbank belastete die Aktien des Essenslieferdienstes. Nach ihrem starken Lauf seit Mitte Dezember empfiehlt Analyst Stephan Klepp nun, die Aktie im Depot zu reduzieren. Zum Handelsstart ging es für sie ein knappes Prozent bergab.

Die Aktien von Evotec dagegen gehörten im MDax mit 1,7 Prozent zu den Gewinnern. Der Wirkstoffforscher kann sich im Zuge einer erweiterten Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb über eine Millionenzahlung freuen. Die Ende 2016 gestartete Allianz mit dem US-Konzern Celgene, der mittlerweile zu Bristol-Myers Squibb zählt, wird um bestimmte Zelllinien erweitert.


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Der Kurs des Euro ist am Dienstag leicht gesunken. Die Gemeinschaftswährung wurde am Morgen bei 1,1186 US-Dollar gehandelt, nachdem der Kurs am Vorabend noch an der Marke von 1,12 Dollar gestanden hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1194 Dollar festgesetzt.

Nach einem turbulenten Jahresbeginn an den Finanzmärkten wegen der Sorge vor einer Eskalation der Iran-Krise hat sich die Lage vorerst beruhigt. Im weiteren Tagesverlauf dürften daher Konjunkturdaten wieder stärker in den Mittelpunkt des Interesses der Anleger am Devisenmarkt rücken.

Nach Einschätzung der Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank könnte der Euro von Daten zur Preisentwicklung in der Eurozone profitieren, die am späten Vormittag erwartet werden. Am Markt wird mit einem spürbaren Anstieg der Inflation im Dezember gerechnet. Darüber hinaus könnte der jüngste Höhenflug der Ölpreise die Inflationsrate im Januar weiter nach oben treiben, sagte Praefcke.

Die nachlassende Furcht vor Liefer-Ausfällen setzt der jüngsten Ölpreis-Rally ein vorläufiges Ende. Die Sorte Brent verbilligt sich am Dienstag um 1,1 Prozent auf 68,18 Dollar je Barrel. Börsianer bezweifeln, dass die USA und Iran trotz der aktuellen Spannungen auf einen direkten Zusammenstoß zusteuern, die die Ölförderung in der Golf-Region beeinträchtigen könnte.

luk / dpa-afx, Reuters

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