Dax und Dow in Bestform: Chancen auf Jahresendrally steigen

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Der Dax schließt mit einer starken Wall Street im Rücken über der Marke von 13.400 Punkten und stößt damit die Tür zu seinem Allzeithoch bei knapp 13.596 Punkten auf. Nachdem politische Störfaktoren beseitigt zu sein scheinen, stehen die Chancen für weitere Kurszuwächse gut, sagen Experten.

Die Einigung zwischen den USA und China im Handelsstreit treiben am Montag auch die Kurse an den US-Börsen in die Höhe. Auch das unerwartet starke Wachstum der chinesischen Industrieproduktion ließ Kauflaune aufkommen. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen, der marktbreite S&P 500 und der technologielastige Nasdaq Börsen-Chart zeigen markierten neue historische Höchstmarken – und setzten somit die vorweihnachtliche Hausse fort.

Der Dow Jones
Börsen-Chart zeigen
notierte zum Handelsschluss in Europa bei 28.308 Punkten mehr als ein halbes Prozent im Plus. An der US-Technologiebörse kletterte der marktbreitere Nasdaq 100 um mehr als 1 Prozent auf 8582 Punkte. Die USA und China hatten sich nach monatelangem Gezerre auf ein erstes Teilabkommen geeinigt. Die Amerikaner sagten zu, einige Zölle zu reduzieren, im Gegenzug kaufen die Chinesen mehr Waren unter anderem aus der US-Landwirtschaft. „Dieses Abkommen könnte der Beginn einer Reihe von schrittweisen Zollsenkungen sein, was die Kurse am Aktienmarkt weiter steigen lassen könnte, zusammen mit einem steigenden Vertrauen in die Wirtschaft und höheren Investitionen“, sagte Mark Haefele, Chefinvestor bei der Vermögensverwaltung UBS Global Wealth Management.

Für Freude sorgte auch der klare Wahlsieg des britischen Premierministers Boris Johnson vergangene Woche. Der Londoner Leitindex profitierte von der Aussicht, dass die Briten spätestens zum 31. Januar aus der EU ausscheiden. Der „Footsie“ legte um 2,6 Prozent auf 7545 Punkte zu und war mit Abstand der größte Gewinner unter den europäischen Leitindizes. Das Pfund gewann zeitweise 0,7 Prozent auf 1,3422 Dollar, gab abschließend aber einen großen Teil seiner Gewinne wieder ab. Für Ernüchterung sorgten die jüngsten Einkaufsmanagerindizes, die auf eine Abkühlung der Konjunktur hindeuteten.

Chancen auf Jahresendrally steigen

Nach Ansicht von Experten haben Investoren unter diesen Voraussetzungen – Klarheit zu Handelsstreit und Brexit – gute Chancen auf eine Jahresendrally. „Damit befindet sich der Markt jetzt in einer komfortablen Angriffsposition für neue Rekorde“, sagte Kapitalmarktexperte Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. „Es ist nur noch die Frage, ob es noch in diesem Jahr klappt oder wir einen starken Start ins Börsenjahr 2020 bekommen – oder beides!“

Von der guten Stimmung an den New Yorker Börsen ließen sich die Anleger hierzulande anstecken: Der Dax Börsen-Chart zeigen schloss auf 13.407 Punkten und damit rund 0,9 Prozent fester. Der MDax Börsen-Chart zeigen beendete die Sitzung auf 28.254 Punkten, ein Plus von gar 1,7 Prozent. Im TecDax Börsen-Chart zeigen ging es um 1,2 Prozent auf 3087 Punkte nach oben.

„Sieg auf ganzer Linie für die Bullen“

„Sieg auf ganzer Linie für die Bullen auf dem Frankfurter Börsenparkett“, kommentierte Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets. Der Dax habe die Tür zu seinem Allzeithoch bei knapp 13.596 Punkten aufgestoßen und befinde sich nun in einer komfortablen Angriffsposition für neue Rekorde. „Es ist nur noch die Frage, ob es noch in diesem Jahr klappt oder wir einen starken Start ins Börsenjahr 2020 bekommen – oder beides“, so Stanzl.

Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und Wirecard Börsen-Chart zeigen führten zum Handelsschluss den Leitindex mit Zugewinnen von jeweils mehr als 3 Prozent an. Die Aktien von Adidas Börsen-Chart zeigen, Lufthansa Börsen-Chart zeigen, Deutsche Börse Börsen-Chart zeigen und Siemens Börsen-Chart zeigen folgten mit Zugewinnen zwischen 2,66 und rund 1,8 Prozent.

Die Versorgerwerte RWE Börsen-Chart zeigen und Eon Börsen-Chart zeigen zählten ebenfalls zu den Gewinnern mit Kurszuwächsen von 1,7 und 1,2 Prozent. Börsianer verwiesen auf die jüngsten Beschlüsse zum Klimapaket der Bundesregierung. So sind zusätzliche Einnahmen aus einem geplanten höheren CO2-Preis zur Senkung der EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms vorgesehen, wovon die Konzerne profitieren könnten. Zudem erwägt einem Pressebericht zufolge die Stadt Dortmund den Kauf weiterer RWE-Anteile.

Die Lufthansa Börsen-Chart zeigen prüft eine neue Beteiligungsstruktur, mit der sie mehr ausländische Großinvestoren anlocken will. Nachdem der Vorstand seine Gewinnziele zweimal kassierte, gehört das Papier auf Jahressicht zu den größten Dax-Verlierern.

Der Internetportal-Betreiber Scout24 Börsen-Chart zeigen nähert sich dem milliardenschweren Verkauf seiner Auto-Verkaufsplattform Autoscout24. Das Unternehmen bestätigte am Nachmittag einen Bloomberg-Bericht über fortgeschrittene Verhandlungen mit mehreren Bietern, einschließlich des Finanzinvestors Hellman & Friedman. Der von Hellman & Friedman gebotene Preis liege aber „erheblich“ über den in dem Bericht genannten 2,5 Milliarden Euro, hieß es. Die Aktie von Scout24 legte am Nachmittag mehr als 5 Prozent zu und erreichte sie ein Rekordhoch bei 58,25 Euro.


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Immobilienaktien im Fokus

Bei weiteren Einzelaktien standen Immobilienwerte im Fokus, nachdem die drei Unternehmen ADO Properties, Adler Real Estate Börsen-Chart zeigen und Consus Real Estate eine Dreier-Fusion angekündigt hatten. Doch nicht alle Anleger waren von der Transaktion begeistert: Da Ado den Kaufpreis in Aktien zahlt und dafür neue Anteilsscheine herausgibt, rauschten die Titel des SDax-Konzerns um bis zu 15,2 Prozent auf ein Drei-Jahres-Tief nach unten und schlossen noch 8,4 Prozent schwächer bei 32 Euro. Adler-Aktien legten dagegen zeitweise um gut zehn Prozent zu, Consus gewannen fast ein Viertel.

In den USA trennten sich Investoren von Boeing-Titeln Börsen-Chart zeigen. Die Papiere des Flugzeugherstellers lagen 3,2 Prozent im Minus, nachdem das „Wall Street Journal“ berichtet hatte, Boeing erwäge einen Produktionsstopp des Jets 737 Max, von dem zwei Maschinen abgestürzt sind.

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen notierte zuletzt bei 1,1142 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1146 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,26 Prozent am Freitag auf minus 0,31 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,22 Prozent auf 144,26 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,20 Prozent auf 171,94 Punkte.

mit dpa und reuters

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