Börse: Dax baut Gewinne aus, US-Index S&P 500 auf Rekordhoch

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Die Aussicht auf eine weiterhin lockere Geldpolitik von Fed und EZB stützt die Kurse. Der Dax baut seine Gewinne aus. In Großbritannien wird heute ein neues Parlament gewählt. Die Aktie von Wirecard startet einen zaghaften Erholungsversuch.

Kursgewinne an der Börse: Der Dax
Börsen-Chart zeigen
hat am Donnerstagnachmittag auf die erwartungsgemäß ausgefallene Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) zunächst kaum reagiert. Da die US-Börsen im weiteren Verlauf jedoch im Plus öffneten, baute auch der Dax Börsen-Chart zeigen seine Gewinne aus und kletterte zuletzt über die Marke von 13.200 Zählern. Zuletzt notierte er mit 13.265 Punkten rund 1 Prozent im Plus.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält auch unter der neuen Präsidentin Christine Lagarde an ihrer sehr lockeren Geldpolitik fest. Der EZB-Rat beließ am Donnerstag den Leitzins im Euroraum unverändert auf dem Rekordtief von null Prozent, wie die Notenbank in Frankfurt mitteilte. Banken müssen weiter Negativzinsen von 0,5 Prozent zahlen, wenn sie Gelder bei der Zentralbank parken. Zudem steckt die EZB seit November monatlich 20 Milliarden Euro in den Erwerb von Anleihen.

Wirecard und Infineon an der Dax-Spitze

An der Dax-Spitze lagen Infineon Börsen-Chart zeigenmit einem Plus von knapp 2 Prozent. Sie profitierten von Kursgewinnen bei asiatischen Chipwerten. Auch die Aktie des Zahlungsdienstleisters Wirecard starteten nach dem Kurssturz der vergangenen Tage einen zaghaften Erholungsversuch und legten rund zwei Prozent zu. Die US-Bank JP Morgan hatte den Wirecard-Konkurrenten Adyen zum Kauf empfohlen. Wirecard hatte in dieser Woche mehr als 10 Prozent an Wert verloren, da Short Seller vor Bekanntwerden weiterer kritischer FT-Berichte ihre Short-Positionen ausgebaut hatten.

Bei den deutschen Einzelwerten griffen Anleger angesichts eines Turbinen-Auftrages für einen Windpark in Chile bei Nordex Börsen-Chart zeigen zu. Die Aktien des Windkraftanlagen-Bauers stiegen um rund zwei Prozent.

Wall Street: Dow Jones steigt, S&P 500 auf Rekordhoch

Wieder aufgeflammte Hoffnungen auf eine baldige Entschärfung des Zollstreits mit China geben den US-Börsen Auftrieb. Die Leitindizes Dow Jones Börsen-Chart zeigen, Nasdaq und S&P 500 legten zur Eröffnung am Donnerstag jeweils etwa ein halbes Prozent zu. Letzterer markierte mit 3160,98 Punkten sogar ein Rekordhoch.

Genährt wurden die Hoffnungen vom üblichen Geschwätz des US-Präsidenten Donald Trump, wonach ein Handelsabkommen mit China näher rücke. Unklar blieb zunächst, ob die für Sonntag geplante Verschärfung der US-Strafzölle auf chinesische Waren vom Tisch ist. Aus Gründen der Wahlkampf-Dramaturgie lässt Trump diese Frage bis zum letzten Moment offen.

Parallel dazu beobachteten Anleger aufmerksam die Parlamentswahl in Großbritannien. Dort entscheiden die britischen Wähler nicht nur über den künftigen Premierminister, sondern auch über die Fortsetzung des Brexit-Dramas. Sollten die Tories um Amtsinhaber Boris Johnson die absolute Mehrheit erringen, erwarten Experten einen geordneten EU-Ausstieg Großbritanniens zum 31. Januar 2020.

Marktbeobachter verwiesen darauf, dass die Umsätze allmählich geringer werden und Investoren ihre Bücher für 2019 nach einem positiven Börsenjahr nach und nach schließen.

Fed signalisiert Zinspause

Die US-Notenbank Fed hatteam Vorabend wie von Ökonomen erwartet den Leitzins nicht angetastet und eine anhaltende Zinspause signalisiert. Die Aussicht auf eine weiterhin eher lockere US-Geldpolitik hatte die Wall Street gestützt.

An diesem Donnerstag blicken die Anleger nun zunächst nach Frankfurt, wo die Währungswächter der Eurozone ihre erste Zinssitzung unter der neuen EZB-Chefin Christine Lagarde abhalten. Es werden weder beim Leitzins noch bei den anderen geldpolitischen Instrumenten Änderungen erwartet, nachdem sich die wirtschaftliche Lage zuletzt stabilisiert und im Rahmen der EZB-Erwartungen entwickelt hatte.

Nach der EZB-Sitzung am Nachmittag schwenken die Blicke dann über den Ärmelkanal nach Großbritannien, wo mit der Parlamentswahl das zweite große Ereignis stattfindet. Neue Umfragen durch das Forschungsinstitut YouGov deuten auf einen geschmolzenen Vorsprung der konservativen Partei von Premier Boris Johnson hin. Um sein Brexit-Abkommen durch das Parlament zu bringen, braucht er aber eine stabile Mehrheit. Das Ergebnis wird offiziell erst am Freitag erwartet.


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Zollstreit bremst asiatische Börsen, Fed-Entscheid stützt Wall Street

Nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed sind die asiatischen Börsen am Donnerstag kaum vorangekommen. Vor allem die anstehenden US-Zölle auf chinesische Güter trübten die Stimmung. In Tokio gewann der 225 Werte umfassende Nikkei-Index Börsen-Chart zeigen 0,1 Prozent auf 23.424 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index Börsen-Chart zeigen fiel hingegen um 0,1 Prozent. Die Börse in Shanghai notierte 0,3 Prozent schwächer, während es an den Handelsplätzen in Hongkong und Südkorea aufwärtsging.

Die Aussicht auf eine weiterhin eher lockere Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) hat die Wall Street am Mittwoch gestützt. Der US-Leitindex Dow Jones
Börsen-Chart zeigen
schloss 0,11 Prozent höher bei 27.911,30 Punkten. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,29 Prozent auf 3141,63 Punkte zu. Für den technologielastigen Nasdaq Börsen-Chart zeigen ging es um 0,58 Prozent auf 8402,61 Zähler nach oben.

Euro hält Vortagsgewinne

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag seine deutlichen Gewinne vom Mittwochabend gehalten. Am Morgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1140 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag noch auf 1,1075 Dollar festgesetzt.

Ölpreise legen leicht zu

Die Ölpreise sind am Donnerstag im frühen Handel leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 64,01 US-Dollar. Das waren 29 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) erhöhte sich um 13 Cent auf 58,89 Dollar.

Marktteilnehmer berichteten von einem ruhigen Handel und zunächst geringen Impulsen. Leichte Unterstützung kam vom amerikanischen Dollar, der zu vielen anderen Währungen nachgab. Da Rohöl international in der US-Währung gehandelt wird, erhöht ein fallender Dollar meist die Nachfrage von Investoren außerhalb des Dollarraums. Das wiederum stützt in der Regel die Erdölpreise.

mit dpa und reuters

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