Börse am Freitag: Anleger bleiben vorsichtig

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Nach einer ruckeligen Woche legte der Dax am Freitag einen moderaten Start hin. Der Euro hält die Gewinne vom Vortag.

Am letzten Tag einer vom Hin und Her im Handelsstreit geprägten Woche sieht es für den Dax zunächst gut aus. Positive Signale im Zollstreit zwischen den USA und China heben die Stimmung am deutschen Aktienmarkt. Der Dax legte zur Eröffnung am Freitag 0,3 Prozent auf 13.088 Punkte zu. Auf Wochensicht bedeutet das aktuell allerdings einen Verlust von 1,2 Prozent. Marktexperten sprachen von einer leichten Risikoscheu der Anleger, da Mitte Dezember womöglich neue US-Strafzölle gegen China in Kraft treten könnten.

Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Werte kam am Freitagmorgen mit plus 0,04 Prozent auf 27 162,97 Zähler kaum vom Fleck. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen, gewann 0,31 Prozent auf 3659,62 Punkte.

Im Fokus steht am Nachmittag der offizielle US-Arbeitsmarktbericht für den November. „Er wird nach dem schwachen Bericht des Arbeitsmarktdienstleisters ADP vom Mittwoch noch mehr Beachtung finden“, sagte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Eine geringere Nachfrage nach neuen Arbeitskräften wäre ein weiteres Anzeichen einer schwächeren Konjunktur, führte er aus.

Hoffnung schöpften Anleger dagegen aus der Äußerung von US-Präsident Donald Trump, die Verhandlungen mit China liefen gut. Die ermutigenden Äußerungen lockten die Anleger am Freitag an die asiatischen Börsen. Die jüngsten Aussagen Trumps, wonach sich die Handelsgespräche mit China „in die richtige Richtung bewegten“, sorgten bei den Investoren für Zuversicht, sagten Börsianer. Die Börse in Tokio legte am Freitag zu. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg im Verlauf um 0,3 Prozent auf 23.361 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gewann ebenfalls 0,3 Prozent und lag bei 1711 Zähler.

Die Börse in Shanghai notierte 0,1 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen kletterte um 0,2 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gewann 0,8 Prozent.


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Euro hält Gewinne vom Vortag

Der Euro hat sich am Freitag wenig bewegt und damit die Kursgewinne vom Vortag gehalten. Am Morgen stand die Gemeinschaftswährung knapp über 1,11 US-Dollar und wurde bei 1,1105 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1094 Dollar festgesetzt.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern hätten enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA den Dollar etwas belastetet und dem Euro im Gegenzug leichten Auftrieb verliehen. Am Nachmittag wird der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für November erwartet, der an den Finanzmärkten stark beachtet wird.

Wenig Bewegung gab es auch beim japanischen Yen. Damit zeigte ein neues Konjunkturprogramm der japanischen Regierung weiter wenig Wirkung am Devisenmarkt. Am Vortag war bekannt geworden, dass die Regierung in Tokio die lahmende Wirtschaft mit milliardenschweren Investitionen stärker in Schwung bringen will.

Ölpreise vor Opec-Beschlüssen kaum verändert

Die Ölpreise haben sich am Freitagmorgen wenig bewegt. Am Markt wurde weiter gespannt auf Ergebnisse eines Treffens des Ölkartells Opec mit verbündeten Ölstaaten gewartet, die im Lauf des Tages anstehen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 63,28 US-Dollar. Das waren elf Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um sechs Cent auf 58,37 Dollar.

Seit Donnerstag laufen Verhandlungen der Opec-Vertreter, die von Beobachtern als zäh beschrieben wurden. Das Ölkartell hat sich nach Angaben des iranischen Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh bei dem Treffen in Wien zwar auf eine gemeinsame Strategie zur künftigen Ölförderung geeinigt. Die Details der Übereinkunft wurden aber nicht veröffentlicht.

Ob sich die Ölminister der Opec-Staaten auf eine verschärfte Förderkürzung einigen konnten, ließ der Vertreter des Iran offen. Im weiteren Tagesverlauf wird gemeinsam mit den zehn kooperierenden Staaten in der sogenannten „Opec+“-Runde weiterverhandelt, darunter Russland. Bei den Gesprächen dürfte es um eine alle Staaten der Opec+ betreffende weitere Förderkürzung um zusätzlich 500 000 Barrel Öl pro Tag gehen, wie aus einer Empfehlung eines Expertengremiums der Opec hervorgeht. Russland hatte sich zuletzt zurückhaltend zu einer stärkeren Kürzung der Fördermenge geäußert.

luk/dpa/dpa-afx

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