Börse: Dax und Dow im Plus, Salesforce und Alphabet gefragt

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Gerüchte über Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China treiben den Dax in die Gewinnzone. In den USA sind die Aktien von Salesforce und von Alphabet gefragt.

Erholung nach dem Kursrutsch: Am Mittwoch Vormittag baute der Dax Börsen-Chart zeigen seine Gewinne zeitweise auf 1,2 Prozent aus und kletterte wieder über die Marke von 13.100 Zählern. Gerüchte über Fortschritte in den Zollverhandlungen zwischen USA und China trieben die Indizes an. Auch MDax und TecDax legten leicht zu: In Asien hatten die wichtigsten Indizes zwar erneut nachgegeben, in den USA hatten Dow Jones und Nasdaq ihre Verluste im späten Handel jedoch reduzieren können.

Die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump vom Dienstag seien kein Hinweis, dass die Gespräche ins Stocken geraten seien, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Trump hatte gesagt, er könne sich einen Deal mit China auch erst nach der US-Präsidentschaftswahl im November 2020 vorstellen. „Die Aussagen könnten taktisch bedingt sein, um gegenüber China dem Eindruck entgegenzutreten, er stünde unter Zeitdruck und sei daher zu Zugeständnissen bereit“, sagte BayernLB-Analyst Wolfgang Kiener. Eine baldige Einigung würde es Trump aber erlauben, die für den 15. Dezember geplante Verschärfung der Strafzölle auf chinesische Waren, die vor allem die US-Verbraucher treffen würde, auszusetzen und im Präsidentschaftswahlkampf einen Erfolg vorzuweisen.

Vor diesem Hintergrund griffen Investoren bei Werten zu, deren Geschäft stark vom Handel mit China abhängt. So gewannen die Aktien der Chip-Hersteller Infineon Börsen-Chart zeigen und STMicro jeweils etwa zwei Prozent und der Zulieferer Siltronic sogar 4,8 Prozent.

Auch Finanzwerte waren gefragt. Der europäische Banken-Index legte 1,6 Prozent zu.

Autowerte legen nach US-Absatzzahlen zu

Die Aktien der deutschen Automobilhersteller haben sich am Mittwoch nach US-Absatzzahlen von ihrer freundlichen Seite präsentiert. Sie erholten sich damit etwas von ihrer bislang schwachen Wochenentwicklung im Zuge der zuletzt wieder negativen Signale in den internationalen Handelskonflikten.

Die drei deutschen Autohersteller BMW Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Vz. Börsen-Chart zeigen hatten ihren US-Absatz im November kräftig gesteigert. Im Dax waren BMW mit plus 1,1 Prozent weit vorne. Volkswagen und Daimler verteuerten sich um 0,8 beziehungsweise 0,6 Prozent. Volkswagen gelinge die Trendwende in den USA, schrieben die Autoren des täglichen Bernecker-Börsenbriefs. Auch für BMW und Daimler sei es gut gelaufen.

Wall Street: Dow Jones startet mit Gewinnen, Salesforce gefragt

An der Wall Street winkt eine Erholung – der Broker IG sieht den Dow Jones
Börsen-Chart zeigen
rund eine Stunde vor Handelsstart knapp ein halbes Prozent höher bei 27 632 Punkten. Von seinem Rekordhoch bei 28 174 Punkten aus der Vorwoche war der US-Leitindex zuletzt um bis zu 3 Prozent abgesackt, auch wenn er sich am Vortagestief von 27 325 Punkten nicht lange aufhielt. Letztlich schloss er wieder knapp über 27 500 Punkten.

Für eine weitere Erholung könnten nun Signale sorgen, dass die Gespräche mit China trotz der zugespitzten politischen Krise konstruktiv weiterzulaufen scheinen. Die beiden Großmächte kämen in ihren Gesprächen voran, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise.

Unter den Einzelwerten sollten die Anleger vor allem Salesforce Börsen-Chart zeigen und Workday nach deren Zwischenberichten im Auge behalten. Während Salesforce vorbörslich nur leicht nachgaben, sackten die Papiere des Anbieters cloud-basierter Computersoftware deutlich ab. Analysten monierten den Ausblick, der auf langsameres Wachstum hindeute.

Papiere der Google-Mutter Alphabet Börsen-Chart zeigen legten derweil zu. Google-Chef Sundar Pichai übernimmt nach dem Rückzug der beiden Gründer aus dem Tagesgeschäft nun auch hier die Führung. Larry Page und Sergey Brin, die Google vor mehr als 20 Jahren gegründet hatten, behalten aber weitgehend die Kontrolle bei dem Internet-Konzern durch besondere Aktien mit mehr Stimmrechten. Zugleich zementiert die Doppelrolle von Pichai die Dominanz von Google innerhalb des Alphabet-Geflechts.

Ölpreis steigt, Gold dreht ins Minus

Der neu gewonnene Optimismus spiegelte sich auch am Rohstoffmarkt wider: Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verdoppelte ihren Kursgewinn und verteuerte sich um bis zu 1,5 Prozent auf 61,74 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Ölpreis profitierte Börsianern zufolge zusätzlich von Spekulationen, dass sich die Opec mit ihren Verbündeten bei den anstehenden Beratungen auf eine Verschärfung ihrer Förderbremse einigt.

Aus der „Krisen-Währung“ Gold zogen sich Investoren dagegen zurück. Das Edelmetall beendete seinen Anstieg vorerst und verlor 0,2 Prozent auf 1474,64 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Die schwache Tendenz an den übrigen Weltbörsen stellt die Erholung hierzulande aber auf wackelige Beine: Nachdem US-Präsident Donald Trump erst vor wenigen Tagen die sogenannten Hongkong-Gesetze zur Unterstützung der Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone unterzeichnet hatte, beschloss das US-Repräsentantenhaus nun ein Gesetz zur Unterstützung der Menschenrechtslage der Uiguren im Nordwesten Chinas. China zeigte sich empört. Hinzu kommen zuletzt entstandene neue Schauplätze des Zollkonflikts unter anderem mit Frankreich.

Cancom wegen Kapitalerhöhung mit Verlusten

Auf Unternehmensseite ist die Nachrichtenlage vorweihnachtlich ruhig. Die Aktie des IT-Dienstleisters Cancom Börsen-Chart zeigen kam vorbörslich mit fast 3 Prozent unter Druck, weil dieser eine Kapitalerhöhung ankündigte, um neue Zukäufe insbesondere im Wachstumsfeld mit Cloudlösungen stemmen zu können. Die Ausgabe von gut 3,5 Millionen neuen Aktien verwässert nun vorerst den Gewinn. Mit 49,70 Euro wurden sie etwa 4 Prozent unter ihrem Xetra-Schlusskurs vom Vortag platziert.

Ansonsten zieht noch eine Analystenstimme etwas Aufmerksamkeit auf sich: Die britische Investmentbank Barclays hat ihre optimistische Haltung zu den Papieren der Allianz Börsen-Chart zeigen aufgegeben. Für Analystin Claudia Gaspari sprechen einige zuletzt negative Überraschungen vorerst gegen eine Neubewertung des Versicherers. Die Aktie zeigte sich davon aber mit einer vorbörslich stabilen Entwicklung eher unbeeindruckt


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Asien und USA mit Verlusten

Der Handelsstreit zwischen den USA und China hatte zuvor die Aktienmärkte in Asien belastet. In Japan ging es für den Nikkei Börsen-Chart zeigen zur Wochenmitte um 1,05 Prozent auf 23.135,23 Punkte nach unten. In Hongkong büßte der Hang Seng Börsen-Chart zeigen zuletzt gut ein Prozent auf 26.092,88 Punkte ein. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen sank zuletzt um 0,03 Prozent auf 3849,82 Punkte.

Auch in den USA ging es abwärts. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen fiel um 1,01 Prozent auf 27.502,81 Punkte. Immerhin konnten der Dow und die anderen großen Indizes nach ihren Tagestiefständen die Verluste im weiteren Verlauf eingrenzen. Der marktbreite S&P 500 verlor am Dienstag 0,66 Prozent auf 3093,20 Zähler. Der technologielastige Nasdaq Börsen-Chart zeigen büßte 0,66 Prozent auf 8254,74 Punkte ein.

Euro gibt etwas nach

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen ist am Mittwoch leicht gesunken. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1075 US-Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1071 Dollar festgesetzt.

Im weiteren Handelsverlauf könnten noch Konjunkturdaten aus der Eurozone und den USA für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen. Auf dem Programm stehen jeweils Kennzahlen zur Stimmung der Einkaufsmanager im Dienstleistungssektor, die am Markt stark beachtet werden.

Ölpreise legen weiter zu

Die Ölpreise sind am Mittwoch gestiegen und konnten damit an die Gewinne vom Vortag anknüpfen. Seit Beginn der Handelswoche ging es damit mit den Preisen leicht nach oben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen 61,23 US-Dollar. Das waren 41 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 37 Cent auf 56,47 Dollar.

Im weiteren Tagesverlauf dürften Daten zur Entwicklung der US-Ölreserven und das anstehende Treffen der in der Opec+ zusammengefassten Mitgliedsstaaten des Kartells und verbündeter Ölländer wie Russland das Geschehen am Ölmarkt maßgeblich beeinflussen. Am Abend werden erste Daten zu den amerikanischen Lagerbeständen an Rohöl in der vergangenen Woche erwartet, die am Ölmarkt für neue Impulse sorgen könnten.

mit Nachrichtenagenturen

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