Kursrally an der Börse, Dax über 13.300 Punkten: Dax steigt Richtung Rekordhoch – trotz neuer Sanktionen

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Die erneuten Spannungen zwischen den USA und China können Anlegern die Stimmung nicht verderben. Starke Konjunkturdaten aus China stützen – der Dax klettert Richtung Rekordhoch. Lufthansa, Adidas und Wirecard sind gefragt.

Überraschend starke Konjunkturdaten aus China haben dem Dax zum Wochenstart Auftrieb gegeben und damit für einen freundlichen Start in den Dezember gesorgt. Der deutsche Leitindex Dax notierte kurz nach Eröffnung 0,8 Prozent höher auf 13.335 Punkte. Sein 14-Monats-Hoch bei 13 374 Punkten hat der Dax damit weiter im Blick. Bis zum Rekordhoch von 13.590 Zählern ist es auch nicht mehr weit. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten am Morgen die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen und Adidas Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen von jeweils 1,8 Prozent: Bei Adidas Börsen-Chart zeigen sorgte eine positive Sektorstudie des Analysehauses Jefferies für Unterstützung.

„Die chinesischen Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe senden ein starkes Lebenszeichen“, sagte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Ob sie am Ende jedoch auch in ein höheres Wachstum mündeten, müsse abgewartet werden.

Wegen Hongkong: China beschließt Sanktionen gegen die USA

Angesichts der positiven Konjunkturdaten geriet zunächst in den Hintergrund, dass China im Streit um Hongkong neue Sanktionen gegen die USA verhängt hat.
„Ab sofort“ dürften US-Kriegsschiffe nicht mehr in Hongkong Zwischenhalt einlegen, zudem seien Strafmaßnahmen gegen US-Organisationen in Arbeit, sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying am Montag in Peking. Treffen könnte die demnach Nichtregierungsorganisationen wie Human Rights Watch und Freedom House. Mit den Maßnahmen reagiert China auf neue Gesetze der USA zur Unterstützung der Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone. Das Verhalten Washingtons sei „unzumutbar“, sagte die Außenamtssprecherin. Den Nichtregierungsorganisationen warf sie vor, sich „schlecht“ verhalten zu haben.

Dax charttechnisch in guter Verfassung: „Der Dax will nach oben“

Die charttechnische Lage für den Dax
Börsen-Chart zeigen
sieht nach Einschätzung der Privatbank Donner & Reuschel derzeit erfolgversprechend aus. Bis zum Rekordhoch fehlten nur noch rund 360 Zähler und auch das gegenwärtige Durchatmen seit dem 7. November zeuge eher von Durchatmen auf hohem Niveau denn von einer sich anbahnenden Schwächetendenz, schrieb der charttechnische Analyst Martin Utschneider in einer am Montag vorliegenden Studie. Der Dax wolle weiter nach oben, für eine Jahresend-Rally mit Fokus auf die 13 600er-Marke scheine alles geebnet, so der Experte. Die zum Wochenstart anstehenden Fundamentaldaten erhöhen Utschneider zufolge dafür die Wahrscheinlichkeit. So würden die europäischen Einkaufsmanagerindizes stabil prognostiziert und der ISM-Index in den USA für das verarbeitende Gewerbe mit einem Anstieg.

Seit Jahresbeginn haben Dax und EuroStoxx jeweils mehr als 20 Prozent zugelegt. Damit winkt dem Dax der größte Jahresgewinn seit sechs Jahren – allerdings war der Dax im Dezember 2018 auch eingebrochen und startete dann im Januar 2019 von einem niedrigen Niveau aus. Für den Stoxx600 wäre es sogar das höchste Plus seit 2009.

Cyber Monday verspricht Online-Händlern hohe Umsätze

Die Vorgaben von den asiatischen Börsen sind dennoch positiv. Auch von der Wall Street kommen am Montag wieder mehr Impulse, nachdem am Brückentag Ende der vergangenen Woche nur verkürzt gehandelt worden war. Nach dem „Black Friday“ ist nun „Cyber Monday“ – ein erneut wichtiger Tag für den Einzelhandel mit Preisnachlässen im Online-Geschäft.

Lufthansa: Chef von Qatar Airways liebäugelt mit Partnerschaft

Zu den Gewinnern im frühen Handel gehörte am Montag Morgen ebenfalls die Aktie der Lufthansa Börsen-Chart zeigen mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent. Der Chef der staatlichen katarischen Fluggesellschaft Qatar Airways, Akbar Al-Baker, strebt nach eigenem Bekunden eine Beteiligung an der Lufthansa an. „Wenn es eine Möglichkeit gibt, in Lufthansa zu investieren, dann würden wir das gern machen“, sagte der Manager am Sonntag am Rande eines Besuchs von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in Doha. In einem ersten Schritt könne er sich zumindest eine „Partnerschaft“ vorstellen.

Kupfer und Öl teurer, Gold verbilligt sich

Auch am Rohstoffmarkt spiegelte sich wieder wachsender Konjunkturoptimismus wider. Das wichtige Industriemetall Kupfer verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 5897,50 Dollar je Tonne. Die Rohöl-Sorte Brent kostete mit 61,53 Dollar je Barrel (159 Liter) 1,7 Prozent mehr als am Freitag. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werde die Opec bei dem Treffen mit ihren Verbündeten diese Woche eine Verlängerung der Förderbremse beschließen, prognostizierte Markets.com-Experte Wilson. Offen sei sie Frage, ob sich das Exportkartell zu einer Verschärfung durchringen könne, um dem staatlichen saudi-arabischen Ölkonzern Aramco für sein geplantes Börsendebüt Rückenwind zu geben.

Die „Antikrisen-Währung“ Gold verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 1454,90 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Auch aus den ebenfalls als sicher geltenden Bundesanleihen zogen sich Investoren zurück. Die trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf minus 0,281 von minus 0,354 Prozent.

Jobdaten aus den USA

Etwas Abwechslung vom Dauerbrenner-Thema Zollstreit versprechen die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Von ihnen versprechen sich Investoren Rückschlüsse auf die Geldpolitik der Notenbank (Fed). Diese hatte unlängst signalisiert, in der Geldpolitik die Füße vorerst still halten zu wollen. Experten erwarten für November die Schaffung von 183.000 neuen Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft. Im Vormonat hatte das Plus bei 128.000 gelegen. Einen Vorgeschmack auf die offiziellen Zahlen liefern am Mittwoch die Daten der privaten US-Arbeitsagentur ADP. „Trotz vieler Unkenrufe bewegt sich die US-Wirtschaft weiterhin auf Wachstumskurs“, sagt Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz.

Diesseits des Atlantiks werden am Montag die Barometer für die Stimmung der deutschen und europäischen Einkaufsmanager aus der Industrie veröffentlicht. Am Mittwoch folgen diejenigen für den Dienstleistungssektor. An den beiden darauffolgenden Tagen stehen die deutschen Auftragseingänge und die Industrieproduktion auf der Agenda. „Angesichts der etwas besseren Stimmung gehen wir davon aus, dass die anstehenden Zahlen verhalten positiv ausfallen werden“, prognostiziert Commerzbank-Experte Balz.


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Lagarde vor EU-Parlament

Darüber hinaus wirft die für den 12. Dezember geplante Parlamentswahl in Großbritannien ihre Schatten voraus. Sollten die Tories von Premierminister Boris Johnson wie in den Umfragen vorhergesagt die absolute Mehrheit erringen, gehen Experten davon aus, dass Johnson seinen Brexit-Deal durchs Unterhaus bringt und Großbritannien zum 31. Dezember offiziell aus der EU ausscheidet.

Unabhängig davon steht die neue EZB-Chefin Christine Lagarde am Montag erstmals Abgeordneten des Europäischen Parlaments Rede und Antwort. Experten gehen davon aus, dass sie den künftigen geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) umreißen wird.

Asiens Börsen überwiegend fest, Euro kaum verändert

Erfreuliche Wirtschaftsdaten aus China haben am Montag den asiatischen Börsen neuen Rückenwind gegeben. Sowohl in kleineren als auch in den großen chinesischen Industriebetrieben hatte sich die Stimmung im November überraschend aufgehellt. Dies sorgte dafür, dass der Aktienhandel in Fernost trotz des immer noch ungelösten Handelskonflikts mit recht positivem Grundtenor in den Dezember startete.

Der Einkaufsmanagerindex der großen und staatlichen Unternehmen war erstmals seit April wieder über 50 Punkte gestiegen. „Mit anderen Worten: Chinas Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist zurück im Expansionsbereich“, schrieb Analyst Hao Zhou von der Commerzbank in einem Kommentar. Der am Montag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex des chinesischen Wirtschaftsmagazins „Caixin“ für kleinere und mittlere Betriebe erreichte zudem den besten Wert seit Ende 2016.

Trotz der ermutigenden Stimmungssignale betonte der Commerzbank-Experte aber, dass der Markt vorsichtig bleibe. Der CSI-300-Index mit den wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen schaffte es daraufhin auch nur moderat mit 0,19 Prozent ins Plus auf 3836,06 Punkte. In Hongkong gewann der zuletzt von den Unruhen in der Sonderverwaltungszone geplagte Hang Seng zuletzt mit 0,39 Prozent auf 26 448,37 Punkte etwas mehr.

Regional am deutlichsten ging es in Japan nach oben. Der Nikkei
Börsen-Chart zeigen
schloss 1,01 Prozent höher bei 23 529,50 Punkten. Laut Händlern erhielt die Tokioter Börse dabei auch etwas Rückenwind vom schwächeren Yen, der für die Exporte japanischer Unternehmen von Vorteil sein kann

mit Nachrichtenagenturen

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