Börse: Dax unter Druck – Einigung im Handelsstreit rückt wieder in weite Ferne

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Gestern noch kurz vor der Einigung – heute wieder weit davon entfernt: US-Präsident Donald Trump verärgert mit der Unterzeichnung des Hongkong-Gesetzes die Volksrepublik China. Peking droht mit Gegenmaßnahmen. Das belastet die Börsen hierzulande.

Weitere Spannungen zwischen den USA und China wegen der Situation in Hongkong dürften am Donnerstag auch am deutschen Aktienmarkt auf die Stimmung drücken. Hinzu kommt ein voraussichtlich eher schwungloser Handel angesichts des „Thanksgiving“-Feiertages in den USA. An dem zuletzt bereits ruhigen Börsengeschehen dürfte sich daher kaum etwas ändern.

Der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen signalisierte rund eine Stunde vor dem Start ein Minus von 0,23 Prozent auf 13.256 Punkte. Damit wird es wohl mit einem weiteren Jahreshoch für den Dax erst einmal nichts. Seinen bisherigen Jahreshöchststand hatte der deutsche Leitindex in der Vorwoche bei 13.374 Punkten erreicht. Darüber käme sofort das Rekordhoch von 13.596 Punkten aus dem Januar 2018 ins Spiel. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen wird am Donnerstag 0,2 Prozent schwächer erwartet.

Im Auge behalten müssen die Anleger die Reaktion der Chinesen auf die US-Gesetze zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong, die US-Präsident Donald Trump nun mit seiner Unterschrift in Kraft setzte. China drohte mit „entschiedenen Gegenmaßnahmen“, bestellte zunächst aber nur erneut den US-Botschafter ein.

„Die Anleger warten heute erst einmal ab“, schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die Chance auf weitere Kursgewinne werde immer geringer und gleichzeitig die Fallhöhe immer größer, führte der Portfolio-Manager aus. „Viele Investoren wollen zunächst sehen, welche Auswirkung die Unterzeichnung der US-Gesetze zu Hongkong auf einen möglichen Handelsdeal haben.“ Altmann selbst hält es für sehr wahrscheinlich, dass sich dadurch eine Einigung zwischen den USA und China weiter verzögern oder ein Deal sogar vorübergehend auf Eis gelegt wird.

Nur wenige Osram-Aktionäre haben bisher AMS-Angebot angenommen

Vorbörsliche Bewegung bei Einzelwerten gab es bislang kaum. Innogy Börsen-Chart zeigen gaben auf Tradegate zum Xetra-Schluss etwas nach. Der Versorger passte seinen Ausblick an die Übernahme durch Eon an.

Der in der Schweiz notierte Halbleiterhersteller AMS kommt derweil mit der geplanten Übernahme des deutschen Leuchtenherstellers Osram Börsen-Chart zeigen offenbar nicht wirklich gut voran. Es haben bisher kaum Osram-Aktionäre das Angebot angenommen. Dass AMS die Osram-Aktionäre gebeten habe, gut eine Woche vor Ablauf des Kaufangebots die Aktien anzudienen, klinge fast schon nach Panik, sagte ein Händler.


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Trump belastet asiatische Börsen, Dow Jones legt zu

Die Unterzeichnung des Hongkonger Gesetzes von Donald Trump haben zuvor auch die asiatischen Börsen belastet. In Tokio sank der 225 Werte umfassende NikkeiIndex Börsen-Chart zeigen um 0,1 Prozent auf 23.409 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index
Börsen-Chart zeigen
verlor 0,2 Prozent. Auch in China gingen die Kurse auf Talfahrt.

Die US-Börsen dagegen, die noch vor der Unterzeichnung schlossen, setzten ihren Rekordlauf fort. Mit einem Plus von 0,15 Prozent auf 28.164,00 Punkte beendete der Dow Jones Börsen-Chart zeigen den Tag, nachdem er zeitweise bis knapp unter 28.175 Punkte geklettert war. Der marktbreite S&P 500 schloss mit plus 0,42 Prozent auf 3153,63 Zähler auf Rekordhoch und auch die technologielastigen Nasdaq-Börsen arbeiteten sich in neue Höhen vor. Dabei stieg der Auswahlindex Nasdaq Börsen-Chart zeigen um 0,70 Prozent auf 8444,71 Punkte.

Euro stabil, Pfund legt zu

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Donnerstag im frühen Handel nicht nennenswert bewegt. Am Morgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1010 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Zulegen konnte dagegen das britische Pfund. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1009 Dollar festgesetzt.

Am Donnerstag stehen in der Eurozone einige Konjunkturdaten an. Von Interesse sind vor allem Stimmungsdaten der EU-Kommission und Verbraucherpreisdaten aus Deutschland. In den USA bleibt es dagegen sehr ruhig, weil dort der Feiertag Thanksgiving begangen wird.

Kursgewinne verbuchte am Morgen das britische Pfund. Auslöser war eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die für die Parlamentswahl am 12. Dezember einen deutlichen Wahlsieg der konservativen Partei prognostiziert. Die Umfrage gilt als recht zuverlässig, weil sie das Resultat der vorherigen Parlamentswahl im Jahr 2017 gut vorhergesagt hatte.

Ölpreise unter Druck

Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre Abschläge vom Vortag ausgeweitet. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen 63,78 US-Dollar. Das waren 28 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 33 Cent auf 57,78 Dollar.

Schon am Vortag waren die Erdölpreise unter Druck geraten, nachdem das US-Energieministerium einen für Analysten überraschenden Anstieg der landesweiten Ölreserven gemeldet hatte. Zudem war die Rohölförderung auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Dies setzt das Ölkartell Opec zusätzlich unter Druck, seine bereits gekappte Förderung zusätzlich zu beschneiden.

mit Nachrichtenagenturen

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