Gewinne bröckeln: Dax dreht ins Minus, Skepsis wächst

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Am deutschen Aktienmarkt werden Anleger vorsichtig, der Dax gibt seine frühen Gewinne wieder ab und rutscht in die Verlustzone. Auch in den USA stehen die Zeichen am Dienstag auf einen schwächeren Start.

Abwarten an der Börse: Trotz all dem Hin und Her im Handelsstreit zwischen USA und China wird damit gerechnet, dass es über kurz oder lang zu einer Einigung zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften kommen wird. Der Dax Börsen-Chart zeigen legte am Dienstag im frühen Handel um 0,2 Prozent auf 12.246 Zäher zu, gab dann aber seine Gewinne komplett wieder ab und fiel auf 12.220 Punkte zurück. Unterstützung kommt aus Asien und aus den USA: Die Wall Street hatte am Vorabend klar im Plus geschlossen, und auch in Asien notierten die wichtigsten Indizes fester.

Gespräche im Zollstreit fortgesetzt

Die Unterhändler Chinas und der USA setzten ihre Gespräche über eine angestrebte Teillösung in ihrem seit einem Jahr anhaltenden Handelskrieg am Telefon fort. An dem Gespräch am Dienstagmorgen (Ortszeit) in Peking nahmen Vizepremier Liu He sowie der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin teil, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Wegen Hongkong: China bestellt US-Botschafter ein

Für Missstimmung sorgen derweil weiter die Gesetzentwürfe des US-Kongresses zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong. China will US-Präsident Donald Trump mit aller Macht davon abhalten, sie zu unterzeichnen. Einen Tag nach dem Sieg der oppositionellen Demokraten bei der Lokalwahl in der chinesischen Sonderverwaltungsregion bestellte das Außenministerium in Peking am Montag den US-Botschafter ein.

Black Friday: Verkürzter Handel in den USA am Freitag

Zu den Märkten gebe es sonst aber aktuell nichts mehr zu sagen, was nicht schon mehrfach gesagt worden wäre, kommentierte ein Händler. Dabei verwies er auch auf einen womöglich wenig spannenden Wochenausklang mit dem Thanksgiving-Feiertag in Amerika am Donnerstag und einem verkürzten US-Handel am Freitag. Der Freitag nach dem Erntedankfest ist der sogenannte Black Friday – ein Brückentag, den die Amerikaner für gewöhnlich für Weihnachtseinkäufe nutzen.

GFK: Kauflaune hellt sich etwas auf

Hierzulande zeigte der jüngste Konsumklimaindex des Nürnberger Marktforschungsunternehmen, dass sich die Kauflaune deutscher Verbraucher wieder aufhellt. Gerade vor Weihnachten ist das wichtig für die Wirtschaft.

Daimler: Erhöht BAIC seinen Anteil?

Jedoch bauen die Daimler-Aktien auch nach einer Reuters-Meldung ihre Gewinne aus. Die Nachrichtenagentur hatte berichtet, Daimlers Haupt-Partnerunternehmen in China, BAIC, habe seine Bereitschaft signalisiert, seinen Anteil an dem deutschen Autobauer zu erhöhen. Vertreter des BAIC-Tochterunternehmens BAIC Motor Corp Ltd hätten bei Investoren-Konferenzen Mitte Oktober auf die Frage nach der künftigen Beziehung zwischen BAIC und Daimler gesagt, beide Seiten seien bereit, ihren Anteil an der jeweils anderen Seite zu erhöhen. Das sagten Insider Reuters. Die Papiere von Daimler notieren am Montagvormittag knapp zwei Prozent im Plus.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq klettern weiter

Die Hoffnung auf einen Durchbruch in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China hat am Montag die Anleger an der Wall Street zu Aktienkäufen bewegt. Auch die Milliardenübernahme des US-Brokerhauses TD Ameritrade durch den größeren Rivalen Charles Schwab hob die Stimmung bei den Investoren.

Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen kletterte am Montag wieder über die Marke von 28.000 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen notierte 1,2 Prozent höher – hier legten vor allem Chipwerte wie Nvidia Börsen-Chart zeigen zu.

Börsianer verwiesen auf einen Bericht der chinesischen Boulevardzeitung „Global Times“, wonach die USA und China „sehr nahe“ an einem Handelsabkommen sind. „Die Leute hoffen, dass es vor Jahresende irgendeine Art Abkommen gibt, und wir dann weitermachen können“, sagte Robert Pavlik, Chefstratege bei SlateStone Wealth.

LVMH übernimmt Tiffaniy, Uber unter Druck

Die Aktien des Luxus-Juweliers Tiffany & Co legten fast sechs Prozent zu. Das Unternehmen wird für insgesamt 16,2 Milliarden Dollar vom französischen Luxusgüter-Konzern LVMH übernommen.

Um 2,4 Prozent abwärts ging es dagegen für die Aktien des Mitfahrdienstes Uber. Die Verkehrsbehörde in London entzog dem Unternehmen zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren die Lizenz und begründete das mit Sicherheitsverstößen. Uber will Einspruch einlegen.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Euro kaum verändert, Asiens Börsen stabil

Ein Telefonat zwischen den Chefunterhändlern Chinas und der USA hat bei den Börsenanlegern in Asien Zuversicht aufkommen lassen. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei
Börsen-Chart zeigen
-Index am Dienstag 0,4 Prozent höher bei 23.373,32 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zeitweise den höchsten Stand seit fast 14 Monaten erreicht hatte. Der chinesische CSI300 legte 0,2 Prozent zu.

Nach Angaben des Handelsministeriums in Peking sprachen der chinesische Vize-Ministerpräsident Liu He, der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und US-Finanzminister Steven Mnuchin über „Kernfragen“ im Handelskonflikt. Beide Seiten seien sich einig, dass die strittigen Fragen geklärt werden müssten. Es sei zwar einfach, derartige Berichte skeptisch zu beurteilen, sagte Michael Hewson, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Dennoch brächten sie Schwung in den Markt.

Zu den Gewinnern in Tokio gehörten die Aktien von Elektronikfirmen und Chip-Zulieferern. So schlossen die Papiere von Advantest oder TDK jeweils 3,6 Prozent höher. Sie profitierten auch von einem schwächeren Yen und damit verbundenen Hoffnungen auf ein besseres Exportgeschäft. Die japanische Währung verlor zeitweise bis zu 0,3 Prozent.

mit Nachrichtenagenturen

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