Börse: Dax legt am Freitag wieder zu

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Zum Abschluss der Börsenwoche klettert der Dax wieder über die Marke von 13.200 Punkten. Er folgt damit der positiven Tendenz an den US-Börsen.

Am deutschen Aktienmarkt scheinen Anleger zum Ende der Woche erst einmal Abstand vom ewigen Hin und Her im US-chinesischen Handelsstreit zu nehmen. Kurz nach Handelsbeginn am Freitag legte der Dax wieder zu und kletterte über die Marke von 13.200 Punkten. Am Donnerstag war er zeitweise noch auf 13.050 Zähler abgerutscht. Auf Wochensicht stehen die Zeichen nach sechs Gewinnwochen erstmals wieder auf Minus – wenn auch nur auf ein kleines.

Am Dienstag dieser Woche hatte sich der Dax mit in der Spitze 13.374 Punkten zunächst seinem bisherigen Rekord von 13.596 Zählern aus dem Januar 2018 angenähert, ehe die Querelen im Handelsstreit die Kurse abbröckeln ließen.

„Das ständige Auf und Ab der US-chinesischen Handelsgespräche nimmt den Dax in die Zwickmühle“, schrieb Martin Utschneider, technischer Analyst bei der Privatbank Donner & Reuschel, in einem aktuellen Kommentar. Bei den Investoren sorge dies für Zurückhaltung. Utschneider sieht den Leitindex aber weiter in einer gesunden Konsolidierungskonstellation. So auch sein Kollege Andreas Lipkow von der Comdirect, der die relative Stärke des Dax vor dem Hintergrund des Zollkonflikts und der Bedenken über die wirtschaftliche Entwicklung zuletzt als „beachtlich“ bezeichnete. Da von Euphorie keine Rede sein könne, sieht er für den Leitindex daher „Anlass zur Hoffnung“ für weitere Gewinne.

Am Vormittag stehen mit den Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda. Auch auf die Rede von Christine Lagarde, die heute erstmals in ihrer neuen Rolle als Präsidentin der EZB sprechen wird, dürften Anleger achten.

Berichte: Henkel bietet um Kosmetikgeschäfte von Coty

Bei den Unternehmen sieht es nach einem recht ruhigen Tag aus. Einen Blick könnten dennoch Bayer und Henkel wert sein. Bei dem Leverkusener Pharmaunternehmen muss die neue Tochter Monsanto wegen des Einsatzes einer verbotenen Chemikalie in einer Anlage auf Maui eine Geldstrafe von 10,2 Millionen Dollar zahlen. Mit solchen Dingen müsse Bayer nach der katastrophalen Übernahme umgehen lernen, kommentierte ein Händler die Angelegenheit. Der Aktie konnte das im vorbörslichen Handel zunächst nichts anhaben – sie stand sogar leicht im Plus.

Henkel beteiligt sich laut Medienberichten am Bieterrennen um die Kosmetikgeschäfte des US-Konzerns Coty , die in Summe mit etwa 7 Milliarden Dollar bewertet werden. Zu dem Geschäft gehört unter anderem die deutsche Marke Wella. Der Verkaufsprozess soll Insidern zufolge im Dezember beginnen. Analysten könnten einen solchen Deal für Henkel gutheißen, wenn er für Henkel denn nicht zu teuer wird, hieß es von einem Händler. Die Aktie gab vor Handelsbeginn etwas nach.

Der Gründer des kriselnden Gendiagnostik- und Biotechkonzerns Qiagen, Detlev Riesner, hat in einem Interview der “ Rheinischen Post“ über seine Hoffnung gesprochen, dass sich sein Unternehmen gegen eine Übernahme stemmen kann. Er warnte gleichzeitig potenzielle Investoren vor einer Schließung der Zentrale in Hilden. Die Aktie war vorbörslich leicht gefragt.


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Euro kaum verändert

Der Kurs des Euro hat sich am Freitag im frühen Handel nur wenig bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1068 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1091 (Mittwoch: 1,1059) Dollar festgesetzt.

Im weiteren Tagesverlauf dürfte die Stimmung der Einkaufsmanager aus Industrie und der Dienstleistungsbranche für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen. Die Daten werden am Markt stark beachtet, weil sie Hinweise auf ein Ende der Konjunkturflaute liefern könnten.

Außerdem dürfte am Morgen die Geldpolitik in der Eurozone stärker in den Fokus rücken. Auf dem Programm steht die erste programmatische Rede der neuen Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde

Ölpreise fallen

Die Ölpreise sind am Freitag gesunken und haben damit einen Teil der Vortagsgewinne wieder abgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 63,50 US-Dollar. Das waren 47 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 48 Cent auf 58,10 Dollar.

Kurz vor dem Wochenende sprachen Marktbeobachter von Gewinnmitnahmen am Ölmarkt. In den vergangenen beiden Handelstagen waren die Ölpreise noch stark gestiegen, nachdem zunächst die Entwicklung der Lagerbestände in den USA und zuletzt neue Hoffnung auf ein Handelsabkommen zwischen den China und den Vereinigten Staaten für Auftrieb gesorgt hatten.

Trotz sinkender Preise kurz vor dem Wochenende steuern die Ölpreise auf die längste Phase von Gewinnen auf Wochensicht seit Mitte April zu. Obwohl zum Teil widersprüchliche Meldungen über den Verlauf der Handelsgespräche zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zuletzt verunsichert hatten, wird am Markt weiter auf ein Teilabkommen und damit auf eine Entschärfung des Handelskonflikts spekuliert.

luk / dpa-afx

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