Börse: Dax trotzt schwachen Konjunkturdaten

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Zum Abschluss der Börsenwoche klettert der Dax wieder in Richtung der Marke von 13.200 Punkten. Der deutsche Leitindex trotzt schwachen Konjunkturdaten aus der Euro-Zone.

Dax tritt auf der Stelle: Überraschend negative Konjunkturdaten aus der Eurozone haben zum Ende der Woche etwas Schwung aus dem deutschen Aktienmarkt genommen. Die frühe Zuversicht überwog dennoch, sodass sich der Deutsche Leitindex Dax
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gegen Mittag noch leicht mit 0,11 Prozent bei 13 152,53 Punkten im Plus halten konnte. Zuvor war ihm ein deutlicherer Anstieg um mehr als 0,8 Prozent gelungen. Auf Wochensicht steht der Index nun – nach sechs Gewinnwochen in Folge – mit 0,7 Prozent im Minus.

Am Dienstag dieser Woche hatte sich der Dax
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mit in der Spitze 13 374 Punkten zunächst seinem bisherigen Rekord von 13 596 Zählern aus dem Januar 2018 angenähert, ehe Querelen im Handelsstreit die Kurse abbröckeln ließen. Am Donnerstag hieß es diesbezüglich aber aus China, dass die Delegationen beider Länder weiterhin eng kommunizieren und auf ein erstes Teilabkommen hinarbeiten würden. Laut dem „Wall Street Journal“ (WSJ) hat China die US-Unterhändler zudem zu weiteren Gesprächen nach Peking eingeladen.

Stimmung in Eurozone hat sich eingetrübt

Konjunkturseitig hat sich die Unternehmensstimmung in der Eurozone im November überraschend eingetrübt. Wie das Institut Markit am Freitag in London mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 50,3 Zähler. Analysten hatten im Mittel mit einem Anstieg auf 50,9 Zähler gerechnet.

Auf Branchenebene waren am Freitag vor allem konjunktursensible Werte wie die Rohstoffproduzenten und Medienunternehmen gefragt. Chemiewerte schnitten dagegen eher schlecht ab. So waren die Aktien des Industriegasekonzerns Linde plc Börsen-Chart zeigen Schlusslicht im Dax und verbuchten einen Abschlag von 0,67 Prozent.

Fresenius und FMC gefragt

Auch im Gesundheitssektor gab es Zuwächse. So kletterten die Papiere von Fresenius am Freitagmittag mit einem Aufschlag von zuletzt 1,66 Prozent auf den ersten Platz im Dax. Direkt dahinter landete die Aktie der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) mit einem Plus von 1,42 Prozent.

Qiagen Aktie setzt Klettertour fort

Der Gründer des kriselnden Gendiagnostik- und Biotechkonzerns Qiagen Detlev Riesner hatte darüber hinaus in einem Interview der Rheinischen Post über seine Hoffnung gesprochen, dass sich sein Unternehmen gegen eine Übernahme stemmen kann. Er warnte gleichzeitig potenzielle Investoren vor einer Schließung der Zentrale in Hilden. Die Aktie landete mit einem Plus von 2,83 Prozent an der MDax-Spitze.

Berichte: Henkel bietet um Kosmetikgeschäfte von Coty

Bei den Unternehmen sieht es nach einem recht ruhigen Tag aus. Einen Blick könnten dennoch Bayer und Henkel wert sein. Bei dem Leverkusener Pharmaunternehmen muss die neue Tochter Monsanto wegen des Einsatzes einer verbotenen Chemikalie in einer Anlage auf Maui eine Geldstrafe von 10,2 Millionen Dollar zahlen. Mit solchen Dingen müsse Bayer nach der katastrophalen Übernahme umgehen lernen, kommentierte ein Händler die Angelegenheit. Der Aktie konnte das im vorbörslichen Handel zunächst nichts anhaben – sie stand sogar leicht im Plus.

Henkel beteiligt sich laut Medienberichten am Bieterrennen um die Kosmetikgeschäfte des US-Konzerns Coty , die in Summe mit etwa 7 Milliarden Dollar bewertet werden. Zu dem Geschäft gehört unter anderem die deutsche Marke Wella. Der Verkaufsprozess soll Insidern zufolge im Dezember beginnen. Analysten könnten einen solchen Deal für Henkel gutheißen, wenn er für Henkel denn nicht zu teuer wird, hieß es von einem Händler. Die Aktie gab vor Handelsbeginn etwas nach.

Der Gründer des kriselnden Gendiagnostik- und Biotechkonzerns Qiagen, Detlev Riesner, hat in einem Interview der “ Rheinischen Post“ über seine Hoffnung gesprochen, dass sich sein Unternehmen gegen eine Übernahme stemmen kann. Er warnte gleichzeitig potenzielle Investoren vor einer Schließung der Zentrale in Hilden. Die Aktie war vorbörslich leicht gefragt.


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Euro kaum verändert

Der Kurs des Euro hat sich am Freitag im frühen Handel nur wenig bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1068 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1091 (Mittwoch: 1,1059) Dollar festgesetzt.

Im weiteren Tagesverlauf dürfte die Stimmung der Einkaufsmanager aus Industrie und der Dienstleistungsbranche für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen. Die Daten werden am Markt stark beachtet, weil sie Hinweise auf ein Ende der Konjunkturflaute liefern könnten.

Außerdem dürfte am Morgen die Geldpolitik in der Eurozone stärker in den Fokus rücken. Auf dem Programm steht die erste programmatische Rede der neuen Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde

Ölpreise fallen

Die Ölpreise sind am Freitag gesunken und haben damit einen Teil der Vortagsgewinne wieder abgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 63,50 US-Dollar. Das waren 47 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 48 Cent auf 58,10 Dollar.

Kurz vor dem Wochenende sprachen Marktbeobachter von Gewinnmitnahmen am Ölmarkt. In den vergangenen beiden Handelstagen waren die Ölpreise noch stark gestiegen, nachdem zunächst die Entwicklung der Lagerbestände in den USA und zuletzt neue Hoffnung auf ein Handelsabkommen zwischen den China und den Vereinigten Staaten für Auftrieb gesorgt hatten.

Trotz sinkender Preise kurz vor dem Wochenende steuern die Ölpreise auf die längste Phase von Gewinnen auf Wochensicht seit Mitte April zu. Obwohl zum Teil widersprüchliche Meldungen über den Verlauf der Handelsgespräche zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zuletzt verunsichert hatten, wird am Markt weiter auf ein Teilabkommen und damit auf eine Entschärfung des Handelskonflikts spekuliert.

luk / dpa-afx

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