Börse: Zollstreit belastet Anleger, Thyssenkrupp unter Druck

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Der US-chinesische Handelsstreit hat die Börsen auch heute fest im Griff. Der Dax startet mit Verlusten und droht unter die Marke von 13.000 Zählern zu fallen Die Aktien von Thyssenkrupp geben im MDax deutlich nach.

Der Streit zwischen den USA und China lässt Anleger in Frankfurt vorsichtiger werden. Der Dax
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verlor am Donnerstag zum Auftakt 0,7 Prozent auf 13.061 Punkte und droht damit wieder unter die Marke von 13.000 Zählern zu fallen. Am Montag hatte der deutsche Leitindex noch bei 13.400 Punkten notiert. Mit der offiziellen Unterstützung der Protestbewegung in Hongkong heizten die USA den Konflikt weiter an, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. „Damit wird der angestrebte Handelsdeal noch schwerer erreichbar.“

Am Vorabend hatten zunächst Meldungen die Runde gemacht, das avisierte erste Teilabkommen im Zollkonflikt werde möglicherweise nicht mehr 2019 vereinbart. Darüber hinaus stellte sich der US-Kongress demonstrativ hinter die Demokratiebewegung in Chinas Sonderverwaltungszone Hongkong. Mit Spannung wird nun erwartet, ob US-Präsident Donald Trump die Verordnungen unterzeichnet, damit sie in Kraft treten können. Sollte es dazu kommen, hatte China kürzlich „Gegenmaßnahmen“ angedroht. An diesem Morgen nun gab es Nachrichten über vorsichtig optimistische Töne seitens des chinesischen Vize-Premiers Liu He, der im Zollstreit mit den USA für China Verhandlungen führt.

Angesichts der neu entbrannten Zollsorgen hatte das jüngste Notenbankprotokoll der Fed am Vorabend trotz erneuter Signale für eine Zinspause in den USA die Anleger kaum bewegt.

Thyssenkrupp enttäuscht, Aktie gerät unter Druck

Unternehmensseitig steht am deutschen Markt der inzwischen in den MDax Börsen-Chart zeigen abgerutschte Industriekonzern Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen mit Jahreszahlen im Fokus. Das Management strich nach einem weiteren Verlustjahr die Dividende für das Geschäftsjahr 2018/19. Schlecht gelaufene Stahlgeschäfte, Verluste im Anlagenbau, Restrukturierungskosten sowie Rückstellungen für ein Kartellverfahren schlugen ins Kontor. Die Papiere fielen um 5,1 Prozent. In ihrem Gefolge gaben auch die Salzgitter 1,6 Prozent nach..

Endgültige Quartalszahlen legen zudem noch der ebenfalls im MDax Börsen-Chart zeigen zu findende Ticketvermarkter CTS Eventim Börsen-Chart zeigen vor sowie die im SDax Börsen-Chart zeigen notierten Jost Werke.

Dass der Forschungschef von Morphosys Börsen-Chart zeigen, Markus Enzelberger, Ende Februar 2020 zurücktreten und das Unternehmen verlassen wird, belastete die Aktie des Antikörper-Spezialisten.

Die Aktien von Heidelberger Druck Börsen-Chart zeigen indes gewannen knapp 2 Prozent. Der Druckmaschinenhersteller, der sich stärker auf sein Kerngeschäft fokussieren will, verkaufte den Bereich Hi-Tech Coatings für Lacke in der Verpackungs-, Etiketten- und Druckindustrie. Zudem gab Heideldruck eine strategische Partnerschaft mit dem Käufer, der Innovative Chemical Products Group bekannt. HeidelDruck erwartet aus der Transaktion, bei einem Kaufpreis von 38,5 Millionen Euro, einen Einmalertrag von rund 20 Millionen Euro.

Ansonsten könnten im Handelsverlauf noch die Anteile von Jenoptik Börsen-Chart zeigen Aufmerksamkeit auf sich ziehen, denn der Technologiekonzern lädt zum Kapitalmarkttag.


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Die Ungewissheit in puncto Handelsstreit zwischen den USA und China hat auch die Börsen Asiens am Donnerstag belastet. In China sank der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen zuletzt um mehr als ein halbes Prozent. In Hongkong ging es für den Hang Seng Börsen-Chart zeigen um anderthalb Prozent nach unten. Hier verunsichern die fortgesetzten Proteste und Ausschreitungen die Investoren weiterhin zusätzlich. In Japan fiel der Leitindex Nikkei
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um ein halbes Prozent auf 23.038,58 Punkte.

Auch in den USA belastete der andauernde Handelsstreit die Börsen. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen fiel im Verlauf um knapp 1 Prozent, konnte im späten Handel aber einiges wieder wettmachen. Letztlich verlor der Leitindex 0,40 Prozent auf 27.821,09 Punkte. Der marktbreite S&P 500 sank um 0,38 Prozent auf 3108,46 Zähler. Der technologielastige Nasdaq Börsen-Chart zeigen büßte 0,66 Prozent auf 8283,75 Punkte ein. An den drei vorigen Handelstagen hatten die Leitindizes jeweils Bestmarken erzielt.

Euro kaum verändert

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Donnerstag wenig bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,1077 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1059 (Dienstag: 1,1077) Dollar festgesetzt.

Seit Beginn der Woche hielt sich der Euro in einer vergleichsweise engen Handelsspanne. In der ersten Wochenhälfte gab es kaum wichtige Konjunkturdaten, an denen sich die Anleger orientieren konnten. Auch das am Vorabend veröffentlichte Protokoll der vergangenen Zinssitzung der US-Notenbank Fed lieferte keine neuen Erkenntnisse. Die Mitschrift signalisierte eine Zinspause in den USA und bestätigte damit frühere Aussagen.

Ab dem Nachmittag könnten Daten aus der US-Wirtschaft für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen. Auf dem Programm steht unter anderem ein Indikator zur Stimmung in Industriebetrieben.

Ölpreise fallen

Die Ölpreise sind am Donnerstag etwas gesunken. Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung, nachdem die Notierungen am Vortag nach der Veröffentlichung neuer Daten zur Entwicklung der US-Ölreserven kräftig gestiegen waren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 62,21 US-Dollar. Das waren 19 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 17 Cent auf 56,84 Dollar.

Am Mittwochnachmittag war der US-Ölpreis in kurzer Zeit fast drei Prozent gestiegen. Zuvor hatte die amerikanische Regierung zwar einen Anstieg der Lagerbestände an Rohöl um 1,3 Millionen Barrel gemeldet. Die Daten blieben deutlich hinter den Werten zurück, die am Dienstag der Interessenverband American Petroleum Institute (API) bekannt gegeben hatte. Dieser hatte einen Anstieg um 5,9 Millionen Barrel ermittelt.

mit Nachrichtenagenturen

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