Börse: Dow Jones bremst Dax aus

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Der US-chinesische Handelsstreit hat die Börsen auch heute im Griff. Dax und Dow Jones dümpeln in der Verlustzone. Die Aktien von Daimler legen gegen den Trend zu.

Das Hin und Her zum Stand der Zollgespräche zwischen den USA und China hält die Börsen in Atem. Am Vormittag fiel der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen zeitweise bis auf 13.051 Punkte zurück, erholte sich dann aber wieder und notierte zuletzt wieder über der Marke von 13.100 Punkten. Vor zwei Tagen noch war er – von wachsenden Hoffnungen auf eine baldige Einigung zwischen den USA und China getrieben – in Richtung seines Rekordhochs aus dem Januar 2018 geklettert. Damals hatte der deutsche Leitindex knapp unter 13 600 Punkten erreicht. Der MDax Börsen-Chart zeigen verlor zur Mittagszeit 0,69 Prozent auf 27 027,94 Punkte.

Die Stimmung der Anleger schwankt angesichts immer neuer Meldungen zum Handelsstreit, wobei aktuell wieder die Unsicherheit dominiert. Nach Medienberichten am Mittwochabend, dass das in Aussicht gestellte erste Teilabkommen im Zollkonflikt womöglich doch nicht mehr in diesem Jahr getroffen wird, widersprach nun China. Es handle sich um Ungenauigkeiten in den Berichten, hieß es. Laut „Wall Street Journal“ hat China außerdem die US-Unterhändler zu weiteren Gesprächen eingeladen.

Daimler an der Dax-Spitze

Unternehmensseitig fielen im Dax die Infineon-Aktien auf, die unter anderem von negativen Vorgaben aus den USA und Asien belastet wurden. Sie verringerten ihre morgendlichen Verluste aber auf 1,1 Prozent. „Außerdem sind die Entwicklungen in den Handelsgesprächen für die Münchener stets ein besonderes Thema“, sagte ein Händler. Zudem erholten sich die Autowerte wieder, wobei die Anteile von Daimler
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mit plus 3 Prozent die Index-Spitze eroberten.

Zu Gewinnern im Dax zählten die Autoaktien von Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen. Die beiden Hersteller kommen in einem Kartell-Prozess glimpflich davon: Das Bundeskartellamt hat wegen wettbewerbswidriger Praktiken beim Einkauf von Langstahl Bußgelder von insgesamt rund 100 Millionen Euro gegen BMW, Daimler
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und Volkswagen hätten sich von 2004 bis Ende 2013 regelmäßig mit Stahlherstellern, Schmieden und großen Systemzulieferern getroffen und sich dabei über einheitliche Preiszuschläge beim Einkauf von Langstahl ausgetauscht, begründete Kartellamtschef Andreas Mundt am Donnerstag die Entscheidung. Damit sei der Wettbewerb der Autokonzerne untereinander weitgehend ausgeschaltet worden. BMW und Daimler erklärten, sie akzeptierten die Bußgelder. Auf BMW entfallen nach Unternehmensangaben 28 Millionen Euro, auf Daimler 23,5 Millionen Euro. Volkswagen erklärte, der Konzern begrüße den einvernehmlichen Abschluss.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq knapp im Minus

Nur wenig verändert mit einem negativen Unterton haben die US-Aktienmärkte am Donnerstag eröffnet. Im handelspolitischen Hickhack zwischen den USA und China strapazieren widersprüchliche Aussagen mit immer kürzeren Halbwertszeiten die Nerven der Anleger. Der Dow Jones
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notierte im frühen Handel 0,17 Prozent tiefer bei 27 774,32 Punkten. Der marktbreite S&P 500 sank um 0,17 Prozent auf 3103,04 Zähler. Der technologielastige Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen verlor 0,21 Prozent auf 8266,10 Punkte.

Insidern zufolge könnte der erste Teil des Handelsabkommens womöglich erst 2020 abgeschlossen werden. Neuen Sand im Getriebe gibt es durch die US-Gesetze zur Unterstützung der Protestbewegung in Hongkong, die von China scharf kritisiert wurden. Für einen Hoffnungsschimmer sorgte ein Bericht des „Wall Street Journal“, demzufolge US-Unterhändler zu Verhandlungen im Handelsstreit nach Peking eingeladen worden sein sollen.

Macy’s unter Druck, Tiffany gefragt

Die zweite Gewinnwarnung in diesem Jahr vermieste Anlegern der Kaufhauskette Macy’s die Laune. Die Aktien fielen 3,4 um Prozent. In ihrem Sog rutschten die Titel der Konkurrenten Kohl’s, Nordstrom und Target bis zu 6,1 Prozent ab.

Aktien des Edeljuweliers Tiffany & Co kletterten hingegen um mehr als drei Prozent. Nach einer aufgestockten milliardenschweren Offerte wird dem französischen Luxuskonzern LVMH ein tieferer Einblick in die Bücher des US-Traditionsunternehmens gewährt.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit auf einen Blick


Thyssenkrupp brechen im MDax ein

Ansonsten standen am deutschen Markt vor allem Werte aus der zweiten und dritten Börsenreihe im Blick. So brachen die Anteile von Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigenam MDax-Ende um rund 10 Prozent ein. Das Management strich nach einem weiteren Verlustjahrdie Dividende für 2018/19. Schlecht gelaufene Stahlgeschäfte, Verluste im Anlagenbau, Restrukturierungskosten sowie Rückstellungen für ein Kartellverfahren schlugen ins Kontor.

Eine Abstufung und eine weitere negative Analystenstudie setzte den Aktien von Aurubis Börsen-Chart zeigenzu, die als zweitschwächster Wert fast 5 Prozent einbüßten. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser strich ihr Kaufempfehlung für die Papiere der Kupferhütte. Die US-Investmentbank Goldman Sachs bekräftigte zudem ihr Verkaufsurteil nach einer Investorenveranstaltung für die Edelmetall- und Bergbaubranche.

Von Goldman zugleich zum Kauf empfohlen, gewannen an der Index-Spitze die Papiere des Autozulieferers Hella dagegen knapp 1 Prozent.

Dass der Forschungschef von Morphosys Börsen-Chart zeigen, Markus Enzelberger, Ende Februar 2020 zurücktreten und das Unternehmen verlassen wird, belastete die Aktie des Antikörper-Spezialisten mit 2,0 Prozent.

Als Favorit im SDax Börsen-Chart zeigengewannen die Titel von Heidelberger Druck Börsen-Chart zeigenindes 3,2 Prozent. Der Druckmaschinenhersteller verkaufte im Zuge seiner Rückbesinnung auf sein Kerngeschäft den Bereich Hi-Tech Coatings für Lacke in der Verpackungs-, Etiketten- und Druckindustrie. Zudem wurde eine strategische Partnerschaft mit dem Käufer, der Innovative Chemical Products Group bekannt gegeben.

Euro kaum verändert

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Donnerstag wenig bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung zu 1,1077 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1059 (Dienstag: 1,1077) Dollar festgesetzt.

Seit Beginn der Woche hielt sich der Euro in einer vergleichsweise engen Handelsspanne. In der ersten Wochenhälfte gab es kaum wichtige Konjunkturdaten, an denen sich die Anleger orientieren konnten. Auch das am Vorabend veröffentlichte Protokoll der vergangenen Zinssitzung der US-Notenbank Fed lieferte keine neuen Erkenntnisse. Die Mitschrift signalisierte eine Zinspause in den USA und bestätigte damit frühere Aussagen.

Ab dem Nachmittag könnten Daten aus der US-Wirtschaft für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen. Auf dem Programm steht unter anderem ein Indikator zur Stimmung in Industriebetrieben.

Ölpreise fallen

Die Ölpreise sind am Donnerstag etwas gesunken. Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung, nachdem die Notierungen am Vortag nach der Veröffentlichung neuer Daten zur Entwicklung der US-Ölreserven kräftig gestiegen waren. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 62,21 US-Dollar. Das waren 19 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 17 Cent auf 56,84 Dollar.

Am Mittwochnachmittag war der US-Ölpreis in kurzer Zeit fast drei Prozent gestiegen. Zuvor hatte die amerikanische Regierung zwar einen Anstieg der Lagerbestände an Rohöl um 1,3 Millionen Barrel gemeldet. Die Daten blieben deutlich hinter den Werten zurück, die am Dienstag der Interessenverband American Petroleum Institute (API) bekannt gegeben hatte. Dieser hatte einen Anstieg um 5,9 Millionen Barrel ermittelt.

mit Nachrichtenagenturen

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