Börse: Dax fällt unter 13.100 Punkte, Anleger setzen auf Gold

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Der US-chinesische Handelsstreit belastet erneut die Börsen. US-Präsident Trump verschärft mit neuen Drohungen die Situation. Der Dax fällt unter die Marke von 13.100 Punkten. Die Aktie von Wirecard startet nach ihrem Kurssturz vom Vortag einen Erholungsversuch.

Der US-chinesische Handelskonflikt hat die Börsen wieder fester im Griff. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt zeigten sich am Mittwoch risikoscheu. So drohte US-Präsident Donald Trump China mit höheren Strafzöllen, falls es zu keiner Einigung kommt. China indes reagierte scharf auf die Einmischung der USA im Konflikt des Landes mit der Sonderverwaltungszone Hongkong. Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank sprach von einem „Käuferstreik“ der Anleger. Echter Verkaufsdruck sehe anders aus.

Bis zur Mittagszeit sank der Dax
Börsen-Chart zeigen
um 1,03 Prozent auf 13.085,44 Punkte. Sollte der Leitindex letztlich auch unter 13.100 Punkten schließen, ist charttechnisch orientierten Analysten zufolge eine weitergehende Korrektur in Richtung 13.000 Punkte offen. Der MDax Börsen-Chart zeigen verlor gegen Mittag 0,70 Prozent auf 27.103,52 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen büßte 0,84 Prozent ein.

Die Risikoscheu der Anleger gibt unterdessen dem Goldpreis Auftrieb. Das auch als Krisenwährung begehrte Edelmetall verteuert sich um 0,4 Prozent auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 1478 Dollar je Feinunze. Allerdings dürfte der Anstieg Händlern zufolge begrenzt bleiben, da sich Anleger im Vorfeld der Fed-Protokolle nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen wollten.

Präsident Trump hatte am Rande einer Kabinettssitzung im Weißen Haus gesagt: „Wenn wir keinen Deal mit China machen, erhöhe ich die Zölle nur noch weiter.“ China indes reagierte an diesem Morgen verärgert über die Einmischung der USA im Konflikt des Landes mit der Sonderverwaltungszone Hongkong. Nachdem zuvor bereits das US-Abgeordnetenhaus einen Gesetzesentwurf zur Menschenrechtsverletzung in Hongkong gebilligt hatte, hatte nun auch der US-Senat nachgezogen. Für das angestrebte Teilabkommen im Zollstreit zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften bedeutet all das eine weitere Gefahr.

Wirecard reduziert Verluste

Unter den Einzelwerten am deutschen Aktienmarkt zogen die Aktien von Wirecard Börsen-Chart zeigen als Dax-Schlusslicht Aufmerksamkeit auf sich. Ihren Verlust konnten die Papiere des Zahlungsabwicklers allerdings deutlich von mehr als 5 Prozent auf zuletzt 2,8 Prozent reduzieren. Wie das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe) berichtete, erhielt die Singapur-Tochter kein Testat für die Jahresbilanz 2017. Dazu hieß es nun von Wirecard, dass wegen der laufenden Ermittlungen nicht alle Daten hätten vorgelegt werden können, dies aber für den Konzernabschluss nach IFRS irrelevant sei. Das Unternehmen steht bereits seit Monaten nach zahlreichen negativen Berichten der „Financial Times“ zur Bilanzierung bei der asiatischen Tochter im Fokus.

Die Autowerte im Leitindex schwächelten im Zuge des wieder aufgeflammten Zollstreits. Die Papiere des Zulieferers Continental Börsen-Chart zeigen büßten 2,3 Prozent ein, während es für Daimler Börsen-Chart zeigen, Volkswagen Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen zwischen 0,9 und 1,2 Prozent abwärts ging.

Die Anteile der Lufthansa Börsen-Chart zeigen sanken um 2,0 Prozent. So ist nicht nur die in der vergangenen Woche vereinbarte umfassende Schlichtung für die Flugbegleiter geplatzt. Inzwischen droht auch die Gewerkschaft Verdi kurz vor dem geplanten Verkauf der Catering-Sparte LSG Sky Chefs dem Unternehmen mit Streiks. Hinzu kommt, dass die US-Bank Goldman Sachs die Aktie in die Bewertung aufnahm und zum Verkauf empfiehlt.

Im MDax Börsen-Chart zeigen büßten die Aktien von Rheinmetall Börsen-Chart zeigen am zweiten Tag einer Kapitalmarktveranstaltung 5,8 Prozent ein. Der Autozulieferer und Rüstungskonzern blickt inzwischen vorsichtiger auf die Geschäftsentwicklung.

Gegen den negativen Trend am deutschen Aktienmarkt stemmten sich indes die Aktien des Börsenneulings Dermapharm Dax-Favorit um 1,8 Prozent. Der Arzneimittelhersteller meldete einen Umsatzsprung und bekräftigte seine Jahresziele.


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Dow Jones schließt nach Rekordhoch mit Verlusten

Die erneuten US-Zolldrohungen im Handelsstreit mit China haben zuvor auch schon die Anleger an den asiatischen Börsen verunsichert. In Japan fiel der Nikkei-Index Börsen-Chart zeigen um 0,6 Prozent auf 23.148 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index Börsen-Chart zeigen verlor 0,3 Prozent. In China notierte der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen ein Prozent schwächer.

Richtungslos und nur wenig verändert haben sich die US-Aktienmärkte am Dienstag aus dem Handel verabschiedet. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen schloss mit einem Minus von 0,36 Prozent bei 27.934,02 Punkten. Der marktbreite S&P 500 sank um 0,06 Prozent auf 3120,18 Zähler. Der technologielastige Nasdaq Börsen-Chart zeigen stieg hingegen um 0,12 Prozent auf 8338,74 Punkte. Zum Handelsstart hatten Dow, S&P 500 und Nasdaq 100 erneut Rekordhochs erreicht.

Euro kaum verändert

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Mittwoch wenig bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1073 US-Dollar gehandelt und damit in etwa auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1077 Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter sprachen von einem impulsarmen Handel. Seit Beginn der Woche wurden kaum wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht, an denen sich die Anleger orientieren könnten. Erst am Abend dürften Aussagen der US-Notenbank Fed für etwas mehr Kursbewegung am Devisenmarkt sorgen.

Auf dem Programm steht das Protokoll der vergangenen Zinssitzung der amerikanischen Notenbank, von dem sich Anleger Hinweise auf die künftige Geldpolitik in den USA erhoffen. Zuletzt hatte die Fed nach drei Zinssenkungen im laufenden Jahr Signale für eine Zinspause geliefert.

Ölpreise fallen leicht

Die Ölpreise haben am Mittwoch etwas nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Oil Spot Börsen-Chart zeigen kostete am Morgen 60,72 US-Dollar. Das waren 19 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um sechs Cent auf 55,15 Dollar.

Nach den jüngsten Kursverlusten haben sich die Ölpreise vorerst stabilisiert. Seit Beginn der Woche waren die Notierungen deutlich gefallen und hatten zeitweise den tiefsten Stand seit zwei Wochen erreicht. Im weiteren Handelsverlauf dürfte die Entwicklung der Ölreserven in den USA stärker in den Fokus rücken.

Am Vorabend hatte der Interessenverband American Petroleum Institute (API) bekannt gegeben, dass die amerikanischen Ölreserven in der vergangenen Woche um 5,95 Millionen Barrel gestiegen sind. Die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung stehen am Nachmittag auf dem Programm. Hier rechnen Analysten ebenfalls mit einem Zuwachs der Reserven an Rohöl, aber nur um 1,5 Millionen Barrel. Steigende Ölreserven sorgen in der Regel für sinkende Ölpreise.

mit Nachrichtenagenturen

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