Börse: Dax und Dow im Minus – Optimismus im Zollstreit schwindet

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Der Dax rutscht am Montag zurück ins Minus. Im Handelsstreit lassen die Hoffnungen auf eine rasche Lösung nach. Auch an der Wall Street tendieren die Indizes südwärts.

Nachlassende Hoffnungen im Zollstreit haben am frühen Montagnachmittag die Aktienmärkte weltweit belastet. Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen weitete seine Verluste aus und fiel zuletzt um 0,7 Prozent auf 13 144 Punkte zurück. Der EuroStoxx 50 gab um ein halbes Prozent nach. An der Wall Street gaben der US-Leitindex Dow Jones
Börsen-Chart zeigen sowie der Nasdaq Stock Market
Börsen-Chart zeigen leicht nach,
nachdem es zunächst nach einer Fortsetzung der Rekordserie ausgesehen hatte. Beide Indizes tendieren jedoch weiterhin nur knapp unter Rekordniveau.

Ein Händler begründete die Kursverluste mit einer vagen Meldung, dass China mit Blick auf ein Abkommen im Handelsstreit weniger optimistisch sei und eventuell doch das dem US-Präsidenten Donald Trump drohende Amtsenthebungsverfahren abwarten könnte. Nachdem es in den vergangenen Tagen vor allem aus den USA positive Töne mit Blick auf ein geplantes Phase-I-Handelsabkommen zwischen den beiden Staaten gegeben hatte, trübte die neue Nachrichtenentwicklung die Stimmung an den Märkten.

Am Freitag hatte der Dax Börsen-Chart zeigen nochmals zugelegt und die sechste Gewinnwoche in Folge verbucht. Bis zum Rekordhoch fehlen dem deutschen Leitindex noch rund 2 Prozent. Allerdings hat die jüngste Rally zuletzt an Kraft eingebüßt.

Übernahme-Wettstreit um spanische Börse BME

Auf ein Bietererrennen spekulierten Investoren auch bei dem spanischen Börsenbetreiber BME. Die Papiere schossen knapp 40 Prozent in die Höhe – so stark wie nie. Mit 35,50 Euro waren sie so teuer wie zuletzt vor vier Jahren. Die Schweizer SIX bietet 34 Euro je Aktie oder insgesamt etwa 2,8 Milliarden Euro für BME. Konkurrent Euronext hat ebenfalls ein Auge auf die Börse Madrid geworfen.

Volkswagen stellt Investitionsplanung vor

Bevor der Autokonzern VW am späten Vormittag Analysten seine fünfjährige Investitionsplanung vorstellt, könnte in der Autobranche noch BMW Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Vorstandsumbau könnte hier laut einem Pressebericht weitergehen. Vertriebsvorstand Pieter Nota müsse damit rechnen, dass sein Vertrag 2020 nicht verlängert werde, schrieb die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Auf Tradegate gab es auch hierzu allerdings keine Kursreaktion.

Qiagen bauen Gewinne aus: Übernahmegerüchte halten sich

Um rund 8 Prozent indes stiegen die Aktien von Qiagen Börsen-Chart zeigen und bauten damit ihre jüngsten Gewinne aus. Der Gendiagnostik- und Biotechkonzern erhielt mehrere Interessensbekundungen für eine vollständige Übernahme. In der vergangenen Woche wurde erstmals spekuliert, dass der US-Technologiekonzern Thermo Fisher Scientific den Kauf erwägt.

Adidas profitiert von Empfehlung

Die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas Börsen-Chart zeigen wurde von der Societe Generale nun zum Kauf empfohlen. Auf Tradegate legten die Aktien um 1,5 Prozent zu.

Im Blick auf Analystenurteile könnten die Papiere der Deutsche-Bank-Tochter DWS im Fokus stehen, denn die US-Bank Morgan Stanley empfielt das Papier des Vermögensverwalters nun zum Kauf.

Gold unter Druck, Pfund im Aufwind

Am Gold-Markt setzte die Mehrheit allerdings auf ein baldiges Handelsabkommen zwischen den USA und China. Anleger zogen sich aus der „Krisen-Währung“ zurück und drückten den Preis des Edelmetalls 0,5 Prozent ins Minus auf 1460,10 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Gefragt war auch das Pfund Sterling, das sich dank wachsender Hoffnungen auf einen geordneten Brexit um jeweils etwa ein halbes Prozent auf 1,2960 Dollar und 1,1717 Euro. Zur europäischen Gemeinschaftswährung war es der höchste Stand seit gut sechs Monaten. „Hintergrund des starken Wochenauftakts sind mal wieder neueste Umfrageergebnisse zu den Neuwahlen im Dezember, welche einen 14-Punkte-Vorsprung der Konservativen sehen“, sagte BayernLB-Analyst Manuel Andersch. Nach Aussagen von Premierminister Boris Johnson unterstützen sämtliche Kandidaten der Tories seinen Brexit-Deal.


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Gewinne in Asien

Nach dem starken Wochenabschluss mit neuen Rekorden an der Wall Street haben sich am Montag auch die Anleger in Asien nicht bitten lassen. Vor allem der zuletzt schwer ins Trudeln geratenen Hang-Seng-Index zeigte in Hongkong eine deutliche Reaktion auf die jüngsten Verluste.

Er gewann im späten Handel gut ein Prozent auf 26 605 Punkte. Belastet durch die Unruhen in der chinesischen Sonderverwaltungszone war der Hang-Seng zuletzt in sechs Tagen um bis zu sechs Prozent eingeknickt. Zur Freude der Demonstranten hat nun ein Gericht das derzeitige Vermummungsverbot als verfassungswidrig verworfen. Demonstranten in Hongkong tragen vielfach Masken und dicht schließende Brillen, um sich vor Tränengas oder Pfefferspray zu schützen. Viele wollen auch verhindern, dass sie identifiziert werden können.

Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Aktien an den chinesischen Festlandbörsen kletterte nach einer kleineren Zinssenkung der Notenbank um 0,8 Prozent auf 3907 Punkte.

Auch im Handelsstreit zeichnet sich ein möglicher Fortschritt ab: Die Verhandlungsführer von China und den USA – Chinas Vize-Ministerpräsident Liu He, US-Finanzminister Steven Mnuchin und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer – hätten am Samstag auf Anfrage der US-Verhandler am Telefon miteinander gesprochen, wie die die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Wochenende mitteilte. Dabei soll es um die Kernanliegen beider Seiten gegangen sein, die ein Teilabkommen im Handelsstreit anstreben.

In Tokio endete der Leitindex Nikkei
Börsen-Chart zeigen
fast ein halbes Prozent höher bei 23 416 Punkten.

Euro weiter bei 1,10 Dollar

Der Euro hat am Montag an die Kursgewinne der vergangenen Handelswoche angeknüpft. Am Morgen konnte die Gemeinschaftswährung leicht zulegen und wurde bei 1,1060 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1034 (Donnerstag: 1,0997) Dollar festgesetzt.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern profitiert der Euro weiterhin von enttäuschenden US-Konjunkturdaten, die den Dollar am Freitag belastet hatten. Im Oktober war die amerikanische Industrieproduktion überraschend deutlich gefallen. Im weiteren Tagesverlauf stehen kaum Konjunkturdaten auf dem Programm, die für neue Impulse sorgen könnten.

Auch das britische Pfund konnte am Morgen an die Gewinne der vergangenen Woche anknüpfen und weiter zulegen. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte mitgeteilt, dass alle Kandidaten der konservativen Partei schriftlich zugesichert haben, das Brexit-Abkommen im Falle eines Wahlsiegs zu unterstützen. Damit würde Johnson das Abkommen schnell durch das Parlament bekommen, wenn seine Partei bei den Wahlen am 12. Dezember eine Mehrheit bekommt.

mit Agenturen

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